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Majoras Mask: Zelda zwischen CD-i-Desaster und Ocarina-Meilenstein – Teil 2

Nintendo wollte ein CD-Laufwerk für das Super Nintendo, aus dem Deal mit Sony wurde die PlayStation, und Philips bekam Nintendo-Figuren für ein paar der seltsamsten Zelda-Spiele aller Zeiten. Im zweiten Teil der Zelda-Reihe, der am Ende bei Majoras Mask landet, graben Gordon und Tobi erst den Bodensatz der Serie aus, bevor es mit Ocarina of Time und Majoras Mask zum Gipfel und gleich wieder in den Albtraum geht.

Bevor Majoras Mask seinen Mond schickt, geht es los mit Gordon als “Wetten, dass..?”-Moderator, einem Tesla, der an der Decke fährt, und einem Tobi, der Gordon eine Produktpräsentation so unterkühlt nacherzählt, dass der ihn nie wieder eine halten lassen will. Wer den Anfang der Reihe verpasst hat: Teil 1 von Zelda 1 bis Link’s Awakening steht schon online.

Zum Warmwerden: Tesla, Satellaview und 1.917 Recomps

Gordon hat vor der Aufnahme ein Video gepostet, das ihn nicht loslässt: ein Auto, das einen halben Looping und eine Halfpipe fährt, in der Luft schwebt und wieder landet. Sein Urteil nach erstem Verdacht auf KI-Fake: ein Batmobil mit Raketenantrieb, vollkommen unsinnig und trotzdem beeindruckend. Tobi hat dazu die Zahlen mitgebracht, Gordon die Wut über so viel Nüchternheit.

Danach liest er einen Instagram-Kommentar zum PS5-Emulator vor, in dem jemand ihn nach einem Ausschnitt von unter einer Minute belehrt. Gordons Gegenprobe: heruntergeladen, die Dateien heißen “Emulator.exe”. Beweis genug.

Dann folgt der Nachtrag zu Teil 1. Tobi hat sich BS Zelda angesehen, die Satellaview-Fassung des ersten Teils, bei der eine eingespielte Sprecherstimme nach einer bestimmten Zeit Bereiche öffnet oder stärkere Gegner schickt. Gordon bezweifelt, dass dieses Japan-Experiment mehr als ein paar tausend Leute gespielt haben. Beim Spielen empfiehlt Tobi die Redux-Romhacks zu Zelda 1 und 2, mit eingefärbten Büschen, Minimap und vollen Herzen nach dem Tod. Und Gordon stellt fest, dass die Recomp-Szene inzwischen so wuchert, dass er sie nicht mehr überblickt.

Zelda auf dem CD-i: Scheiße, aber lustig, bevor Majoras Mask kam

Zwischen Link’s Awakening und Ocarina of Time liegt ein Kapitel, das Nintendo am liebsten aus den Geschichtsbüchern streichen würde. Auslöser war laut Tobi die geplatzte CD-Erweiterung für das Super Nintendo: Der Deal mit Sony scheiterte, aus dem Projekt wurde die PlayStation, und Philips durfte mit Nintendo-Figuren sein CD-i füllen.

Drei Zelda-Spiele später ist vor allem eines hängen geblieben: die überanimierten Cutscenes von Link: The Faces of Evil und Zelda: The Wand of Gamelon, die im Internet als Meme-Rohstoff weiterleben. Gordon sieht darin Ostblock-Filmplakate, Tobi ein mit der heißen Nadel gestricktes Design.

Beim Spielen wird es nicht besser. Der Standard-Controller sieht aus wie ein Löffel, der bessere wie eine schlechte Mega-Drive-Kopie, und Gordon droht Tobi schon mal ein Spiel mit dem Trackball-Controller von Philips an. Im Dunkeln kommt man in Lampenöl-Räumen kaum zu den Türen, weil man sich zum Item-Menü ducken muss. Gordon vergleicht das Ganze mit Arnolds nie veröffentlichtem “Hercules in New York”: Nintendo könne froh sein, dass diese Spiele nie richtig bekannt wurden. Beim Urteil finden sie dann doch zusammen:

Gordon

Okay, vielleicht können wir uns darauf einigen: Scheiße, aber lustig. So scheiße, dass es schon wieder lustig ist.

Noch eine Stufe tiefer liegt Zelda’s Adventure. Die Gegner sind nach Tobi Figuren aus Ton, die abfotografiert wurden, die Oberwelt stammt aus Satellitenfotos, der Handlungsort Tolemak ist “Camelot” rückwärts. Gordon fühlt sich an ein Hobbyprojekt erinnert:

Gordon

Irgendeine Fototapete im Hintergrund, komische Kostüme angezogen und dann schlechtes Voice-Acting.

Gespielt hat Tobi es nie richtig durch, er wartet auf ein Remaster mit korrigierten Hitboxen. Gordon besteht darauf, dass die Videos drinbleiben, und kündigt eine eigene Folge über FMV-Spiele an: Resident Evil fing damit an, und laut Tobi ließ sich sogar Christopher Walken für ein Horror-FMV-Spiel casten. Und Tobi liefert noch einen Wunsch an Nintendo:

Tobi

Wenn Nintendo irgendwann mal ein bisschen Self-Awareness zeigen würde, dann würden sie das neu rausbringen.

Ein Remaster gibt es teilweise längst: Der Entwickler Dopply hat Faces of Evil und Wand of Gamelon als Fan-Remakes neu gebaut, für Zelda’s Adventure arbeitet JappaWakka an einem Remaster.

Ocarina of Time: Ein Meilenstein und ein Wildschwein ohne Plan

Bei Ocarina of Time sind sich die beiden ausnahmsweise einig: Für Tobi ist es das beste 3D-Zelda, Hyrule Field hat ihm als Kind das Gehirn weggeblasen. Dazu gibt es eine Herbstferien-Anekdote aus den späten Neunzigern: gebrauchtes Modul mit fremdem Savegame, Spieleberater dazu, geschlafen wurde vor dem Fernseher.

Aus dem Spiel selbst blieb bei einem von beiden nur Epona’s Lied im Kopf, Majoras Mask kommt erst danach dran. Der andere hat die letzte Flasche nie gefunden, nicht alle Bohnen gepflanzt und die 100 Skulltulas ohne Guide ohnehin vergessen. Das Bigoron-Schwert kostete einen der beiden so viele Ritte mit Epona, dass er die Ideallinie auswendig kannte.

Weniger Ehrfurcht gibt es für Ganon. Tobi versteht bis heute nicht, was der Bösewicht eigentlich davon hat, die Welt zu übernehmen, und hätte als kluger Schurke einfach die Wirtschaft laufen lassen. Dass der Zeitsprung an “Zurück in die Zukunft 2” erinnert, nehmen beide mit.

Dass im Spiel ein Raum steckt, in dem das Triforce als Objekt existiert, haben Romhacker aus der Beta gegraben. Streit gibt es über die Frage, ob Ganon ein Wildschwein oder ein “Warboar” ist, und mitten in Tobis Kindheitserinnerung meldet sich sein Staubsauger-Roboter mit “Du hast das Zauberwort gesagt”. Warum Majoras Mask danach so anders ausfällt, wie die Ocarina im Kopf bleibt, welches Schwert einen der beiden beinahe in den Wahnsinn trieb und warum der Wassertempel zu Unrecht verschrien sein soll, steht nur in der Folge.

Majoras Mask: Der Mond kommt, die Laune geht

Majoras Mask entstand unter der Regie von Eiji Aonuma und fühlt sich an wie ein Spiel, das niemand auf der Rechnung hatte: drei Tage, ein herabstürzender Mond, Masken statt klassischer Items. Tobi vermutet, dass Majoras Mask ursprünglich als Erweiterung für das 64DD gedacht war, und liest das Bomber’s Notebook der 3DS-Fassung als Eingeständnis von Nintendo.

Gordon erzählt, warum ihn der Einstieg in Majoras Mask nach dem besten N64-Spiel gestresst und für ähnliche Zeitdruck-Spiele gleich mit verbrannt hat. Tobis Urteil über Majoras Mask besteht aus einem einzigen Wort:

Tobi

Wenn ich das Spiel in einem Wort zusammenfassen müsste: antagonistisch. Es ist wirklich sehr feindlich dir gegenüber.

Gespielt wurde Majoras Mask bei Freunden, mit täglichem Besuch und einem Weg, der aus zwei Himmelsrichtungen auf dasselbe Wohnzimmer zulief. Wer Majoras Mask ohne Komplettlösung startet, braucht laut Tobi zwei bis vier Stunden, bis der erste Tag überhaupt Sinn ergibt. Dazu kommen die Tragik des Pärchens, das vor dem Weltuntergang zusammenfinden soll, die Farm mit den Aliens und eine Maske, die den Endboss in wenigen Schlägen erledigt.

Die Creepypasta um die Link-Puppe hat die Szene zusätzlich verstört. Beim Vergleich mit Dead Rising landet einer der beiden bei 50.000 überfahrenen Zombies und einem Achievement. Und beide halten die Zeit-als-Gegner-Mechanik für etwas, das Outer Wilds besser hinbekommt, weil dort alles Puzzle und Wissen ist. Ob Ocarina of Time jederzeit wieder gespielt würde und Majoras Mask eher nicht, klären die beiden am Ende der Folge.

Ocarina und Majoras Mask heute spielen

Tobis Rangliste ist eindeutig: Die Decompilation mit dem PC-Port der Harbour Masters ist für ihn der König. Fast 300 Mods, 3DS-Assets für beide Spiele, 4K-Texturen und Animations-Interpolation, die 120 Bilder pro Sekunde und mehr möglich macht.

Für Majoras Mask heißt der PC-Port 2 Ship 2 Harkinian, dazu gibt es die Recompilation Zelda64Recomp. Dahinter kommen die 3DS-Remakes mit Gyro-Zielen, für die Tobi extra den 3DS mit besserem 3D-Effekt gekauft hat, weil ihm der 2DS Krämpfe in die Hand treibt, sowie die GameCube-Fassung und Nintendo Switch Online. Für Gänsehaut sorgt für ihn der Ocarina-Soundtrack von Zelda Reorchestrated, den es bei ihm auch als Platte gibt.

Wer sich in die Recomp-Welle einlesen will, findet den Hintergrund in unseren News zu Ocarina of Time Switch 2 und Melee sowie bei den N64-Recompilations.

Wusstet ihr schon?

  • 💿 Aus dem gescheiterten CD-Projekt von Nintendo und Sony wurde die PlayStation, Philips bekam dafür Nintendo-Figuren für das CD-i.
  • 🎼 Zelda Reorchestrated spielte den Ocarina-of-Time-Soundtrack mit echten Instrumenten neu ein, das Fan-Projekt wurde 2009 abgeschlossen.
  • 🧩 Die Decompilation von Majoras Mask erreichte im Dezember 2024 den Stand von 100 % für die US-Version.
  • 🌙 Majoras Mask entstand laut Tobi in etwa einem Jahr Entwicklungszeit, mit der Engine von Ocarina of Time.

Die Spiele dieser Folge

SpielReleasePlattformEntwicklerThema in der Folge
Link: The Faces of Evil1993Philips CD-iAnimation MagicÜberanimierte Cutscenes, Meme-Kultur
Zelda: The Wand of Gamelon1993Philips CD-iAnimation MagicZelda als Spielfigur, Controller-Frust
Zelda’s Adventure1996Philips CD-iViridisRealfilm, Tonfiguren, Satellitenfotos
BS The Legend of Zelda1995 (nur Japan)SatellaviewNintendoSatellaview-Kuriosum
The Legend of Zelda: Ocarina of Time21.11.1998 (JP)Nintendo 64Nintendo EADMeilenstein, Ocarina, Ganon
The Legend of Zelda: Majora’s Mask27.04.2000 (JP)Nintendo 64Nintendo EADZeitdruck, Masken, Aonuma

Decomps, Recomps und Ports im Überblick

SpielDecompilation / DisassemblyRecomp / Port / Remake / Patch
Link: The Faces of EvilIn der Recherche kein Projekt gefundenFan-Remake The Faces of Evil Remastered von Dopply, 2020, GameMaker, komplett neu gebaut mit den Original-Assets
Zelda: The Wand of GamelonIn der Recherche kein Projekt gefundenFan-Remake von Dopply, 2020, im selben Paket wie The Faces of Evil, berichtet bei Kotaku
Zelda’s AdventureIn der Recherche kein Projekt gefundenFan-Remaster Zelda’s Adventure Remastered von JappaWakka, aktuell als Demo, berichtet bei Time Extension
The Legend of Zelda (Redux)Kein aktives Projekt bekannt (siehe Teil 1)Redux-Romhacks mit besserem Balancing laut Tobi
Zelda II: The Adventure of Linkz2disassembly, DisassemblyKein spielbarer Port bekannt
A Link to the Pastzelda3, Reverse-Engineering-ProjektBasis für einen PC-Port (siehe Teil 1)
Link’s Awakening DXLADX-Disassembly, DisassemblyHD-Restoration per Patcher laut Tobi, Download über GitHub. Switch-Remake laut Tobi als Recomp erschienen, nicht belegt
BS The Legend of ZeldaKein Projekt belegtROM-Patch laut Gordon, Quelle offen
Ocarina of Timezeldaret/oot, Decomp abgeschlossen (100 % im November 2021 laut Fachbericht)Ship of Harkinian, aktuelle Version 9.3.0 (Stand 16.10.2026). Zelda64Recomp kündigt Ocarina of Time als “soon” an
Majora’s Maskzeldaret/mm, 100 % für die US-Version seit Dezember 20242 Ship 2 Harkinian, aktuelle Version 5.0.1. Statische Recompilation Zelda64Recomp seit Mai 2024

decomp.dev nennt auf der eigenen Projektseite eine Einstellung (“Sunsetting”), die Seiten zu oot und mm lieferten am 16.10.2026 einen 404. Prozentwerte sind daher nicht abrufbar. Dopply hat die Downloads seiner Remakes nach der Berichterstattung 2020 zurückgezogen (Kotaku). Tobi sagt in der Folge, man müsse die Original-Assets selbst als ROM einspielen. Gordon nennt die Datenbank recomp.fyi mit 1.917 aktuellen Projekten, die Zahl ist nicht unabhängig geprüft.

Mit Ocarina of Time und Majoras Mask endet der Block bis ins Jahr 2000. Im dritten Teil folgen die GameCube-Zeldas, über die sich Anfang der 2000er viele aufgeregt haben, und die Game-Boy-Spiele.


Viel Spaß beim Hören!

Tobi & Gordon

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