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Videogamecast News Woche 18


Super ZSNES – Der legendäre Emulator ist zurück, und er nutzt eure GPU

Er ist wieder da. Der SNES-Emulator, mit dem eine ganze Generation heimlich Chrono Trigger und Secret of Mana auf dem Familien-PC gezockt hat: ZSNES. Nur heißt er jetzt Super ZSNES, wurde komplett von Grund auf neu geschrieben – und diesmal mit einem Twist, der so abgefahren ist, dass selbst Gordon sich erst mal hinsetzen musste.

Gordon und Tobi schwelgen zunächst kurz in Nostalgie: Chrono Trigger auf dem ZSNES, Secret of Mana mit dem Kumpel Alex Förder durchgezockt (der dann allerdings den Endboss alleine besiegt hat – „Das Internet und Gordon Ermesch vergessen nie!“) und das ewige Hin und Her zwischen ZSNES und SNES9X, weil manche Spiele nur auf einem der beiden liefen.

Der Clou am neuen Super ZSNES: Statt wie bisher alles über die CPU zu berechnen, nutzt er die GPU für das Rendering. Das Ding ist komplett shader-basiert. Wer hätte gedacht, dass jemand eine Game-Engine (Unity!) benutzt, um einen Emulator zu bauen? Einer der Original-Entwickler, zsKnight, hat sich offenbar nach 20 Jahren gedacht: „Was habe ich damals eigentlich angefangen – und was wäre, wenn ich das nochmal mache, aber mit allen modernen Features?“

Was kann das Ding konkret?

  • Nativ hochauflösend: Statt der alten Upscaling-Filter könnt ihr Spiele direkt in hoher Auflösung rendern lassen – Upscaling kriegt man geschenkt, hier werden die Spiele wirklich auf ein neues grafisches Niveau gehoben
  • Height Maps & Normal Maps für Pixel: Ihr könnt Tiefeninformationen über die Sprites legen – wie bei einem modernen 3D-Spiel, nur eben für 2D-Pixel-Art. UV-Maps, Color Maps, Normal Maps – alles, was die GPU hergibt
  • Texture Replacement: Sämtliche Tiles und Assets können durch hochauflösende Versionen ersetzt werden – grafisch UND soundtechnisch. Die Bibliothek liegt einfach im Emulator, ihr ersetzt die Assets, fertig
  • Mode-7-Erweiterung: Der berühmte Pseudo-3D-Effekt des SNES wird GPU-basiert gerendert und sieht smoother aus als je zuvor
  • Widescreen mit einem Klick: Von 4:3 auf 16:9 umschalten – und die Hintergrund-Tiles werden links und rechts dynamisch erweitert, statt einfach schwarze Balken zu zeigen. Dafür nutzt der Emulator die Parallax-Scrolling-Ebenen, also die verschiedenen Hintergrund- und Vordergrund-Layer, die wie bei einem Theaterstück übereinander liegen. Diese Tiles werden außerhalb des sichtbaren Bereichs vorgeladen, sodass das Spiel in Widescreen nach mehr aussieht – auch wenn man nur im originalen Rendering-Rahmen wirklich Gegner spawnen lassen kann
  • Live-Editor: Ihr könnt im laufenden Betrieb Tiles übermalen und austauschen

Gordon: „Das ist Next-Level-Emulation. Das Super Nintendo kannst du 99,9% korrekt emulieren, da gibt es nichts mehr zu verbessern. Aber mit diesen GPU-Features kannst du Sachen machen – wie zum Beispiel den Mode 7 erweitern. Wie abgefahren einfach.“

Tobi: „Du kannst im Grunde per Mod Remasters machen von diesen Spielen. Indem man halt einfach kleine Sachen verbessert und subtil das Oldschool-Tileset erweitert.“

Gordon empfiehlt dazu das Video von Modern Vintage Gamer, der die technischen Hintergründe deutlich besser erklären kann als die beiden Podcast-Hosts (ihre Worte, nicht unsere). Auch Ars Technica hat das Thema ausführlich behandelt.

👉 Super ZSNES herunterladen: zsnes.com


Steam Controller – 99 Euro, TMR-Sticks und Touchpads der Zukunft

Er kommt. Am 4. Mai 2026 könnt ihr den neuen Steam Controller bestellen – für 99 Dollar in den USA bzw. 99 Euro bei uns. Valve hat die große Medienoffensive gestartet, und Gordon ist „damit bekommen worden“, wie er selbst zugibt. Er will am Erscheinungstag auf Bestellen klicken – „weil ich ja weiß, wie die Steam-Sachen weggehen wie warme Semmeln.“

Die Hardware im Überblick:

  • TMR-Sticks (JR13): Die aktuell angesagtesten Analog-Sticks auf dem Markt, auch in anderen Premium-Controllern verbaut
  • Touchpads: Zwei große, quadratische Touchpads mit HD-Haptik, wie man sie vom Steam Deck kennt – und die kein anderer Hersteller bisher so nachgebaut hat
  • Haptisches Feedback: 4 haptische Motoren (2x LRA in den Trackpads)
  • Reparierbarkeit: Zusammenarbeit mit iFixit – deswegen gibt es sichtbare Schraubenlöcher an den Grips (was Linus Tech Tips angemerkt hat)
  • 35+ Stunden Akkulaufzeit

Erste Reviews:

IGN hat dem Steam Controller eine 9 von 10 gegeben. Die ersten Eindrücke sind überwiegend positiv, aber nicht überschwänglich. Manche Reviewer finden die Buttons „zu muschi“ (nicht klickig genug), andere stören sich an den sichtbaren Schraubenlöchern. Gordon findet, man hätte die Schraubenlöcher vielleicht anders designen können – Tobi schlägt pragmatisch „Gummipömpel“ als Lösung vor, Gordon wirft den 3D-Drucker und TPU-Filament in den Ring.

Gordon: „Wenn du das Steam Deck hast, weißt du, wie gut diese Touchpads sind. Kein anderer hat die Dinger bisher so nachgebaut. Die in einem Controller drin zu haben, das kann schon was werden.“

Tobi: „Also für mich lohnt sich das nicht wirklich. Ich habe einfach nur mega viel Kohle in letzter Zeit für Controller rausgeblasen und bei dem sehe ich jetzt wirklich nicht die Anwendung.“

Der Steam Controller wandert dann übrigens an Gordons Controller-Wand – ja, richtig gehört. Gordon hat sich ein HSW-Board mit Bienenwabenstruktur an die Wand geschraubt und tausende 3D-gedruckte Inlays einzeln in jede Wabe gesteckt. Ursprünglich für seine Warhammer-Farben gedacht, hängen da jetzt auch Controller, ein Steam Deck und diverses anderes Nerd-Equipment. „Ich habe hier noch eine ganze Wand leer vor mir“, sagt er ominös. Tobi nimmt sich vor, das in seinem zukünftigen Hobbyraum nachzumachen.

Gordons Exkurs: Kapazitive Sticks und analoge Buttons

Gordon nutzt die Gelegenheit für einen leidenschaftlichen Rant über kapazitive Analogsticks – ein Feature, das die Meta Quest Controller haben, aber weder Sony noch Microsoft verbauen. „Seid ihr doof oder was?“, fragt er in Richtung der großen Konsolenhersteller. Die Technik erkennt die Fingerposition auf den Tasten, ohne dass man sie drückt – wie bei einem Handy. In VR ist das essenziell für die Fingererkennung, aber Gordon sieht Potenzial auch für klassische Spiele: Stellt euch ein Western-Duell vor, bei dem ihr die Finger auf den Tasten ruhen lasst wie die Hand auf der Pistole – und wer schneller drückt, zieht zuerst.

Auch analoge Face-Buttons betrauert Gordon lautstark. Die PlayStation 3 war die letzte Konsole, die das hatte – je fester man die Taste drückte, desto schneller fuhr man zum Beispiel. „Das ist doch was, was jeder Siebenjährige macht – den Controller so fest drücken, dass das Blut aus der Hand fließt und die Fingerkuppen weiß werden.“ Tobi kontert trocken: „Klingt nach einem dieser Day-One-Features, das dann nie wieder benutzt wird.“


Xbox-Kurskorrektur – Asha Sharma räumt auf

Die größte News kommt aus Redmond: Asha Sharma, die neue Xbox-Chefin, hat in ihren ersten Wochen mehr umgekrempelt als mancher CEO in einem ganzen Jahr. Hier die Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen:

Call of Duty fliegt aus Day-1 Game Pass

Künftig gibt es neue Call-of-Duty-Titel nicht mehr zum Launch im Game Pass. Stattdessen werden sie erst etwa ein Jahr nach Release hinzugefügt. Im Gegenzug sinken die Preise:

  • Game Pass Ultimate: Von 29,99 $ auf 22,99 $ pro Monat
  • PC Game Pass: Von 16,49 $ auf 13,99 $ pro Monat

Tobi: „Ich würde die jetzt abschließen.“

„Microsoft Gaming“ heißt wieder Xbox

In einer Initiative namens „Return to Xbox“ wurde die Marke „Microsoft Gaming“ offiziell beerdigt. Ab sofort heißt die Division wieder einfach Xbox. Dazu gibt’s ein neues grünes Logo. Gordon kommentiert: „Aus Raider wird Twix und erinnert sich nix.“

„This is an Xbox“-Kampagne gestrichen

Die kontroverse Marketing-Kampagne, bei der alles – vom PC bis zum Handy – als „Xbox“ bezeichnet wurde, ist Geschichte. Sharma selbst hat sie gestoppt, weil sie „didn’t feel like Xbox“. Gordon kommentiert trocken: „Wenn alles eine Xbox ist, ist auch nichts eine Xbox. Dann ist das nichts wert.“

Project Helix – Next-Gen-Konsole bestätigt

Der Codename für die nächste Xbox-Konsole ist bekannt: Project Helix. Details sind noch rar, aber es soll ein Xbox-PC-Hybrid werden, der als First-Party-Konsole erscheint.

Larry Hryb (Major Nelson) ist wieder da

Die vielleicht beste Einzelnews: Larry „Major Nelson“ Hryb, die Stimme und das Gesicht von Xbox über viele Jahre, wurde wieder eingestellt. Gordon wusste das nicht mal und reagiert mit ehrlicher Begeisterung: „Das ist ein richtiger Move, würde ich mal sagen. Der ist was wert.“

Kiki Wolfkill verlässt Microsoft nach 28 Jahren

Die langjährige Xbox-Veteranin und Leiterin von Xbox Film & TV, Kiki Wolfkill, hat Microsoft nach 28 Jahren verlassen. Sie war seit 1998 bei Microsoft, ab 2008 bei 343 Industries und war unter anderem Executive Producer für Halo 4 sowie verantwortlich für die Halo-TV-Serie und die Transmedia-Strategie der Halo-Franchise. Gordon und Tobi diskutieren ihren Abgang mit einer Mischung aus Respekt und dem Hinweis, dass die Film- und TV-Produktionen von Xbox bisher… nun ja… nicht gerade Oscar-Material waren. Tobi erinnert an die „Animatrix-mäßigen“ Anime-Kurzfilme wie Halo Legends, die durchaus ihren Charme hatten – aber insgesamt war die Bilanz der TV-Abteilung eher durchwachsen.

Gordon: „Es kann nur besser werden. Denn viel schlechter geht’s aktuell nicht.“

Gordon malt sich außerdem eine fiktive Szene aus, in der ein ahnungsloser Microsoft-VP beim Mittagessen zum ersten Mal von Xbox erfährt: „Was ist das? Hab ich noch nie gehört. Macht Verlust? Weg damit!“ – nur um dann von Asha Sharma aufgeklärt zu werden, dass man dafür gerade erst 70 Milliarden Dollar ausgegeben hat. „Gib mir noch mal 100 Milliarden, hat sie gesagt. Und ich bring dir was.“ Satire at its finest.


Wusstet ihr schon?

🎮 ZSNES war einer der allerersten SNES-Emulatoren und wurde erstmals 1997 veröffentlicht – der Nachfolger Super ZSNES kommt fast 30 Jahre später und nutzt GPU-Shader statt CPU-Emulation.

🕹️ Der Steam Controller 1 war so ein Experiment, dass Valve ihn 2019 für lächerliche 5 Dollar verramscht hat. Der Nachfolger kostet jetzt das Zwanzigfache – und Gordon hat natürlich eine eigene 3D-gedruckte Controller-Wand mit Bienenwabenstruktur dafür.

📺 Die PlayStation 3 war die letzte Konsole mit analogen Face-Buttons – ein Feature, das nur ca. 3-4 Spiele jemals genutzt haben, weil es kaum jemand wusste. Je fester man drückte, desto schneller fuhr man.

🎬 Kiki Wolfkill ist tatsächlich ihr richtiger Name. Ja, wirklich. Und sie hat 28 Jahre bei Microsoft gearbeitet – also länger, als die Xbox überhaupt existiert (erste Xbox: 2001).

💰 Xbox Game Pass Ultimate kostete nach der Preiserhöhung im Oktober 2025 satte 29,99 $ pro Monat – fast 360 $ im Jahr für einen Service, der laut der neuen Xbox-Chefin schlicht „zu teuer“ war.

🤝 Custom Controller kommen aus aller Welt: AIM aus Polen, Hex Gaming aus Asien, Battle Beaver aus den USA – und Scuf ist international. Tobis neuer Custom Controller wurde in nur sieben Tagen in Polen gebaut und geliefert.


Outro

Viel Spaß beim Hören!

Tobi & Gordon

Trefft uns auf unserem Discord-Server: discord.videogamecast.de

Schaut uns live zu auf Twitch: twitch.tv/videogamecast

P.S.: Hört auch in die neueste Folge Lieblingsspiele Teil 4 rein – Gordon und Tobi reisen in die 90er (1993–1999) und erzählen von ihren Karstadtgeschichten aus Stuttgart und Berlin-Tempelhof. Die Quadrilogie ist komplett!

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