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GTA 6 Preis & das Ende der Games-Förderung – Videogamecast News KW 29

80 Dollar für ein Spiel, und die dickste Ausgabe kostet dann nochmal einen Hunderter obendrauf: Der GTA 6 Preis ist diese Woche das Reizthema, an dem sich Gordon und Tobi so richtig abarbeiten. “Das kostet 100 Euro oder Dollar. Das ist lächerlich”, stellt Tobi fest, während Gordon lieber gleich ein Grundsatzurteil zum digitalen Eigentum fordert. Willkommen in einer Wochenschau, in der es ums große Geld, um ein Stück Kulturgeschichte und um einen Branchen-Legende geht, der leise die Tür zumacht.

Außerdem dabei: die eingestampfte Games-Förderung, Glen Schofields Rückzug, Microsofts Disc-Rettung, die nächste Ubisoft-Streikwelle und ein Resident-Evil-1-Remake-Gerücht. Die beiden ausgebildeten Game Designer sortieren das Chaos wie immer zwischen Fassungslosigkeit und trockener Faktenlage – und einer von ihnen ist frisch umgezogen und sitzt unter einer Umzugsdecke.

Aus dem Studio: Umzugsdecke und Kirchenaustritt

Bevor es losgeht, die üblichen Randnotizen: Tobi ist umgezogen, die Küche fehlt noch, und weil das Home-Studio noch nicht steht, dämpft er die Akustik kurzerhand mit einer Umzugsdecke. Passt zum Running Gag der liturgischen Intro-Parodie, mit der die beiden mal wieder starten. Dazu erzählt Tobi von seinem Austritt aus der evangelischen Kirche – inklusive freundlichem Rückmeldungs-Brief der Kirche, über den sich Gordon prompt lustig macht. Und ja, gespielt wurde auch: Gordon und Tobi haben irgendwann mal gemeinsam Resident Evil 5 auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad durchgezockt – und dabei rund 50 Anläufe an einem einzigen Quicktime-Event gegen Wesker verbraten. Mehr dazu weiter unten.

💸 GTA 6 Preis: 80 Dollar plus Ultimate-Edition-Aufschlag

Der GTA 6 Preis ist der Aufreger der Woche. 79,99 Dollar für die Standard-Edition, und wer die Ultimate Edition will – nicht “Special Edition”, wie im Eifer des Gefechts kurz gesagt wurde -, legt nochmal drauf und landet bei 99,99. “Das ist lächerlich”, findet Tobi, und Gordon nimmt das zum Anlass für eine Grundsatzfrage: Wenn schon so viel Geld, dann bitte auch echtes Eigentum – der GTA 6 Preis wird so zur Grundsatzfrage. Den offenen Euro-Preis für Deutschland hat auch heise aufgegriffen. Der GTA 6 Preis ist damit nicht nur eine Zahl, sondern der Einstieg in die größere Debatte, die diese Folge durchzieht.

🛒 Digitales Eigentum: Petitionen, verschwindende Lizenzen und der Steam-Nachlass

Womit wir beim Kern wären, der hinter dem GTA 6 Preis steckt. Gordon hält Online-Petitionen – etwa die zur PlayStation-Disc-Zukunft – für wirkungslos: “kostenlose PR” für Sony, mehr nicht. Sein Punkt: “Da muss ein Grundsatzurteil erfolgen, dass wenn du die Scheiße online kaufst, das gleiche ist, als wenn du das physisch kaufst. Das ist dann deins, das gehört dir.” Die Beispiele liefern das Drohszenario gleich mit – von auslaufenden Musiklizenzen (Stichwort GTA-6-Soundtrack irgendwann in der Zukunft) bis zur Frage, was eigentlich mit eurer Steam-Bibliothek passiert, wenn ihr sterbt. Genau dieses Thema hatten wir schon wie schon in KW 26 zur Stop-Killing-Games-Debatte auf dem Tisch. Als Abschluss-Gag wirft Gordon seine Steam-Ausgabenübersicht in die Runde: rund 5.000 Euro. Bei Tobi vermutet er deutlich mehr – Screenshot wird eingefordert.

💿 Microsofts Disc-Rettung: gutes Prinzip, mieses Timing

Passend zur Eigentums-Frage: Microsoft arbeitet Berichten zufolge an einer Lösung, physische Discs zu digitalisieren. Das Prinzip erklärt Tobi so – ein Key auf dem Innenring der Disc wird an euer Konto gebunden, die Disc selbst braucht ihr danach nicht mehr. Grundsätzlich findet er die Idee gut, gerade wegen der Bequemlichkeit: “Wenn du eine Gigabit-Leitung hast, dann geht das schneller, das übers Netz runterzuladen, als es von Disk zu installieren. Das ist echt krass.” Gordon ist beim Timing skeptisch – ausgerechnet jetzt, wo Sony die Disc beerdigt, wie wir schon in der letzten Wochenschau (KW 28) besprochen haben – und witzelt über KI-generierte Fotos von Disks. Kleiner Hinweis für den Faktencheck: Der offizielle Name des Features wird uneinheitlich berichtet, und Microsoft selbst hat bislang nichts bestätigt.

🏛️ Games-Förderung am Ende: die ICS wird eingestellt

Wut-Thema Nummer zwei: die Einstellung der Internationalen Computerspielesammlung mangels Anschlussförderung. Für Gordon eine “Schande”, und er holt zum überspitzten Vergleich mit der Automobilindustrie aus – dort werde mit Milliarden jongliert, bei Games sei Schluss. “Also die Fördersummen, die in Deutschland ausgeschüttet werden, gerade im internationalen Vergleich, aber selbst im deutschen Vergleich mit anderen Branchen, das ist ja lächerlich.” Tobi zweifelt grundsätzlich daran, dass die Politik es mit Games-Förderung je ernst gemeint hat. Die Details zur Einstellung hat GamesWirtschaft aufbereitet.

👋 Glen Schofield tritt ab – und Gordons LinkedIn-Anekdote

Tobi bringt die Meldung ein: Glen Schofield, Kopf hinter Dead Space, zieht sich zurück. “Ich finde es zum einen schade, aber zum anderen, dass er noch mal groß versucht hat mit Callisto – ist wahrscheinlich dann dran gescheitert”, ordnet Tobi das Callisto Protocol als vermutlich gescheiterten letzten großen Versuch ein. Gordon steuert eine persönliche Note bei – und hier ganz klar als seine eigene Erzählung, nicht als bestätigter Fakt: Er stehe seit März 2024 über LinkedIn mit Schofield in losem Kontakt und habe von einer Rückenoperation samt mehrwöchiger Reha gehört. Über Schofields verändertes Erscheinungsbild wird Gordon dann doch wieder Gordon: “Der ist durch. Der ist einfach durch.” Bei aller Häme sind sich beide einig, dass Dead Space game-design-technisch wegweisend war – die ganze Geschichte gibt es in unsere komplette Dead-Space-Retrospektive mit Schöpfer Glen Schofield.

🔥 Ubisoft-Streik: die Branche brennt weiter

Kurz, aber deftig: Bei Ubisoft rollt die nächste Streik- und Entlassungswelle. Gordon verweist auf die Regelmäßigkeit solcher Wellen und zieht den Bogen bis 2008 zurück. Sein Lieblings-Kontrast dabei: Jeff Keighleys “Best time ever to make games” auf der einen Seite, die realen Entlassungszahlen auf der anderen. Als Randnotiz fallen noch ZeniMax- und Deep-Silver-Umsätze sowie eine Albion-Online-Anekdote – das Spiel wurde von “David”, einem früheren Dozenten und Chef Gordons, sowie dem Kommilitonen “Schröter” mitentwickelt. Gordons Vorschlag: die beiden mal als Podcast-Gäste einladen.

🧟 Resident Evil 1 Remake: das nächste Over-the-Shoulder-Projekt?

Zum Abschluss ein Gerücht, das Tobi einbringt: Ein Resident Evil 1 Remake soll sich seit dem vergangenen Jahr in Pre-Production befinden. Beide vermuten dahinter dieselbe Logik wie bei der ganzen RE-Remake-Welle – eine einheitliche Over-the-Shoulder-Perspektive über die komplette Reihe hinweg. Und dann kommt die Anekdote, die zeigt, wie sehr die beiden im Thema stecken: das gemeinsame Durchspielen von Resident Evil 5 (im Eifer des Gefechts kurz mit Code: Veronica verwechselt) auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad, mit rund 50 Versuchen an einem einzigen Quicktime-Event im Wesker-Bosskampf. Wer tiefer einsteigen will: In unsere Episode zu den modernen Resident-Evil-Spielen gehen wir dem Serien-Umbau ausführlich nach. Am Ende bleibt: Der GTA 6 Preis und die Eigentums-Frage zeigen dieselbe Richtung wie jedes andere Thema dieser Woche – die Branche verschiebt gerade die Spielregeln, und selten zugunsten der Spieler.

Wusstet ihr schon?

  • 👾 Glen Schofields Karriere begann 1990/91 als 2D-Artist bei Hi-Tech Expressions am Spiel “Barbie: Game Girl”, bevor er über Produzenten-Stationen bei EA und Visceral Games später Sledgehammer Games und Striking Distance Studios mitgründete.
  • 🗄️ Die Internationale Computerspielesammlung (ICS) wurde 2012 initiiert, 2023 als gemeinnützige GmbH formalisiert und vereinte über 60.000 Spiele – unter anderem aus den Beständen des Computerspielemuseums Berlin, der USK und der Universität Leipzig -, bevor die Gesellschafter das Projekt Anfang Juli 2026 mangels Anschlussförderung einstellten.
  • ✊ Die von der Belegschaft von Ubisoft Barcelona angekündigten Streiktage (dienstags und donnerstags zwischen dem 30. Juni und 16. Juli 2026) richten sich gegen den geplanten Abbau von 51 Stellen – rund 28 bis 30 Prozent der gesamten Studio-Belegschaft.

Viel Spaß beim Hören!
Tobi & Gordon

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