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Resident Evil Spiele: Die ehrliche Retrospektive – Vom Fels-Boxer bis zum Meisterwerk

Resident Evil Spiele gehören zu den prägendsten Spielereihen der Gaming-Geschichte – und gleichzeitig zu den chaotischsten. Wer hätte 1996 gedacht, dass aus einem Haunted-House-Experiment auf der PlayStation ein Franchise wird, das sich durch Dutzende Spiele, fragwürdige Filme und mindestens vier verschiedene Virusstämme kämpft? Gordon und Tobi, zwei ausgebildete Game Designer, haben sich in dieser Folge des Videogamecasts die komplette zweite Hälfte der Serie vorgeknöpft – von Resident Evil 5 bis zum damals brandneuen RE2 Remake.

Und weil die erste Staffel des Podcasts irgendwo bei Teil 5 aufgehört hat, knüpfen die beiden nahtlos an. Spoiler: Es wird nicht nur besser. Erst muss die Serie durch ein ziemlich tiefes Tal – inklusive eines Spiels, dessen Logo aussieht, als hätte eine Giraffe einen sehr intimen Moment mit einem Menschen. Googelt das. Ernsthaft.

Wer sich fragt, welche Resident Evil Spiele man 2026 noch spielen sollte und welche man getrost links liegen lassen kann, ist hier genau richtig. Gordon und Tobi sortieren die Spreu vom Weizen – mit der Meinungsstärke, die nur zwei Leute haben, die seit 2009 gemeinsam über Videospiele streiten.

Resident Evil 5 – Chris Redfield boxt einen Felsen

Resident Evil 5 Cover

🟢 Spielbarkeit: Läuft problemlos auf modernen PCs

Den Einstieg macht ein alter Bekannter: Resident Evil 5. Gordon und Tobi haben den Koop-Klassiker damals auf der Xbox 360 gemeinsam durchgezockt – mehrfach, auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden, mit Charakterwechsel. Und ja, auch den Professional-Run, bei dem die Quicktime-Events gegen Wesker am Ende so kurz getimed waren, dass beide “ungefähr 20 Versuche” gebraucht haben.

Gordon: “Mir hat Teil 5 gefallen. Aber es hat wenig mit dem eigentlichen Resident Evil zu tun. Survival vielleicht, aber Horror? Dafür ist das Spiel zu cheesy.”

Und dann natürlich das Thema: Chris Redfields Oberarme. Die dicker sind als jeder Oberschenkel. Der Mann schafft es im Spiel, einen fünf Tonnen schweren Felsbrocken mit der Faust wegzudrücken. Wer kennt es nicht – mal wieder ein Fels, der die Einfahrt versperrt.

Tobi: “Ich meine, er schafft es damit, einen Felsbrocken zu verprügeln. Ja, so mach ich das auch jeden Tag.”

Trotz allem: Resident Evil 5 funktioniert auch heute noch als Koop-Spiel hervorragend. Gerade wer die PS4- oder Xbox-One-Re-Releases nutzt, bekommt ein solides Action-Erlebnis mit einem Kumpel – nur eben kein Survival Horror.

Verdict: 👍 Solide – Als Koop-Titel auch heute noch spaßig

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Resident Evil 6 – Das Logo sagt alles

Resident Evil 6 Cover

🟢 Spielbarkeit: Läuft auf PC, Re-Releases verfügbar

Jetzt wird es kompliziert. Oder eigentlich ganz einfach: Resident Evil 6 ist das Spiel, bei dem Capcom alles auf 12 gedreht hat. Vier Kampagnen, jede mit komplett unterschiedlichem Gameplay, T-Rex-große Endbosse, Flugzeugträger-Schlachten und Quicktime Events bis zum Erbrechen.

Gordons erster Tipp: Googelt mal “Resident Evil 6 Logo” mit deaktiviertem Safe Search. Die Giraffe und der gebückte Mensch – mehr muss man über den Ton des Spiels eigentlich nicht wissen.

Gordon: “Es hätte nicht mehr viel schlechter werden können, wenn man sich an das gewöhnt hat, womit man mit Resident Evil groß geworden ist. Horror ist einfach nicht mehr existent gewesen in Teil 6.”

Tobi sieht das ähnlich. Die Leon-Kampagne fängt zwar noch halbwegs klassisch an, driftet dann aber in Call-of-Duty-Territorium ab. Die Chris-Kampagne? Reiner Shooter. Die Jake-Kampagne? Melee-Combos und Chaos. Dazu eine Framerate auf PS3 und 360, die das Ganze noch unangenehmer machte.

Tobi: “Es hat alles nicht auf 11 gedreht, sondern auf 12. Die Chris-Kampagne war Call of Duty plus Resident Evil Steuerung. Das hat irgendwie gar nicht zusammengepasst.”

Der Tiefpunkt der Hauptserie – und gleichzeitig das Ende einer Ära. Danach musste sich etwas ändern. Wer wissen will, wie tief die Resident Evil Spiele gefallen sind, bevor es wieder bergauf ging: Hier ist das Tal.

Verdict: 😐 Mittelmaß – Für Kompletisten, aber sonst eher Finger weg

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Resident Evil Revelations – Endlich wieder Gänsehaut auf dem Kreuzfahrtschiff

Resident Evil Revelations Cover

🟢 Spielbarkeit: Problemlos auf PC (HD-Port)

Zwischen den Hauptteilen hat Capcom mit den Revelations-Spielen dann tatsächlich mal wieder den richtigen Nerv getroffen. Der erste Teil erschien ursprünglich auf dem 3DS – und überraschte alle.

Gordon: “Es hat erstaunlich gut funktioniert und es sah auch erstaunlich gut aus. Gameplay-technisch hat’s auch funktioniert. War auch gruselig.”

Tobi pflichtet bei: Revelations war der Titel, bei dem Fans endlich wieder sagten, Capcom kehre zur klassischen Formel zurück. Du bist auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs, löst Schalterrätsel, kämpfst dich durch enge Räume – ein Setting, das stark an den ersten Teil erinnert. Wer sich nach einem der atmosphärischeren Resident Evil Spiele sehnt, sollte hier zugreifen. Für die PS3-Version mit Move-Support gibt es sogar eine Lightgun-artige Erfahrung.

Verdict: 👍 Solide – Willkommene Rückkehr zur klassischen Formel

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Resident Evil Revelations 2 – Barry ist zurück (mit einem Geistermädchen)

Resident Evil Revelations 2 Cover

🟢 Spielbarkeit: Problemlos, auf fast jeder Plattform verfügbar

Teil 2 bringt Claire Redfield und Barry Burton zurück – und einen ungewöhnlichen Partner: Barry hat ein Geistermädchen als Sidekick. Kein Witz. Kein biologisches Monstrum, ein echtes Geisterkind namens Natalia, das unsichtbare Gegner sehen kann.

Tobi: “Du musst als Natalia auf den Gegner zeigen. Sie sagt ‘There, shoot there!’ Und dann musst du als Barry rausfinden, wo das ungefähr ist, und draufschießen. Das war sehr cool.”

Das Episoden-Format funktioniert okay, die Story endet allerdings abrupt und unbefriedigend. Dafür macht der Raid-Mode süchtig – und das Koop-Gameplay mit den asymmetrischen Fähigkeiten der Partner ist etwas, das in der Coop-Games-Retrospektive des Videogamecasts gut reinpassen würde. Erschienen ist das Ding für gefühlt jede Plattform, die es gibt – inklusive Switch, Vita und sogar PS3.

Verdict: 👍 Solide – Besonders im Koop und mit dem Raid-Mode

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Die Multiplayer-Experimente: Operation Raccoon City & Umbrella Corps

Zwei Spiele, über die man eigentlich nicht viel sagen muss – außer: Lasst es.

Operation Raccoon City war ein Multiplayer-Shooter, den Gordon mit einem Kumpel online gespielt hat. Einmal. Dann nie wieder.

Gordon: “Es war A, bockschwer. B, sah es relativ kacke aus. Was schon mal keine gute Kombination ist. Es war so schlecht, dass wir es nicht noch mal miteinander gespielt haben. Und das heißt schon einiges.”

Umbrella Corps sei laut Tobi “nochmal eine Ecke schlimmer” – Bare Bones, das absolute Minimum eines Multiplayer-Spiels. Beide gehören zu den Resident Evil Spielen, die man getrost ignorieren kann, ohne irgendetwas zu verpassen. Wie Tobi es zusammenfasst: “Fast schon so wie Metal Gear Survive.”

Verdict: 💩 Finger weg – Beide


Resident Evil 7: Biohazard – Zurück zu den Wurzeln (mit Pilzmonstern)

Resident Evil 7 Cover

🟢 Spielbarkeit: Problemlos auf PC

Nach dem Desaster von Teil 6 war die Erwartungshaltung bei Gordon niedrig – umso größer die Überraschung. Resident Evil 7 zieht den Stecker aus dem Action-Modus und steckt ihn in eine modrige Hillbilly-Hütte in Louisiana. Erste Person, beklemmende Enge, eine dysfunktionale Familie, die dich zum Abendessen einlädt. Willkommen bei den Bakers.

Gordon: “Ich hab mich ordentlich auf das Spiel eingelassen. Im Dunkeln alleine gespielt. Da ging mir schon ordentlich der Kackstift am Anfang.”

Gordon hat das Spiel anders gespielt als sonst: langsam, jede Ecke erkundet, die RE Engine bestaunt. Die Hauptcharaktere der Baker-Familie haben einmalige Persönlichkeiten – der Kettensägen-Bossfight gegen Jack Baker ist eines der Highlights. Tobi stimmt grundsätzlich zu, kritisiert aber das Kampfsystem und die generischen “Pilzmonster”-Gegner. Wer Outlast oder die legendäre P.T.-Demo kennt, erkennt die Vorbilder.

Tobi: “Im Vergleich zu PT ist Resident Evil 7 nichts. Also das hat man ziemlich stark gemerkt.”

Die VR-Umsetzung auf PSVR ist übrigens laut beiden eher ein Negativbeispiel – enge Gänge + VR = Übelkeit nach 15 Minuten. Gordon nutzt es bis heute als “schlechtes Beispiel” in seinen Dozenturen. Trotzdem: Als flaches Spiel ist RE7 eines der stärksten Resident Evil Spiele der letzten zehn Jahre und markiert den Wendepunkt zurück zum Horror. Wer unsere Dead Space Retrospektive mochte, wird sich hier wohlfühlen.

Verdict: 🏆 Klassiker – Der Wendepunkt der Serie zurück zum Horror

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Resident Evil 2 Remake – Das beste Resident Evil Spiel (bis dato)

Resident Evil 2 Remake Cover

🟢 Spielbarkeit: Hervorragend auf PC

Und dann kam es. Das Spiel, auf das Fans seit Jahren gewartet hatten. Capcom hat nicht einfach nur das Original von 1998 aufgehübscht, sondern es komplett neu gebaut – mit der RE Engine, Over-the-Shoulder-Perspektive und einem Mr. X, der dir jetzt durch jede verdammte Tür folgen kann.

Tobi: “Das macht richtig richtig Bock, das Spiel, ohne Scheiß. Du lernst: Mr. X schlägt immer mit der rechten Hand zu, also bist du links ungeschützt. Du kannst einfach an ihm vorbeilaufen, wenn du genug Platz hast.”

Tobi hat das Remake obsessiv durchgespielt – alle vier Szenarien, Hardcore-S-Plus-Runs in unter zwei Stunden, alle unendlichen Waffen freigeschaltet. Die Zombies wabern jetzt realistisch, stehen wieder auf, wenn man nicht aufpasst, und explodieren nur bei kritischen Kopftreffern. Die Wiederspielbarkeit ist enorm: kurze, knackige Kampagnen von fünf bis sechs Stunden, die man immer weiter optimieren kann.

Die Story bleibt nah am Original – Leon und Claire, Raccoon City, das Umbrella-Labor unter der Stadt, William Birkin und seine G-Virus-Mutation. Aber die Cutscenes sind jetzt grandios, das Voice Acting endlich auf Niveau, und die Atmosphäre in der Polizeiwache ist beklemmend wie nie. Kleines Detail, das die Community damals umtrieb: Im Original gab es im ganzen RPD keine einzige Toilette. Capcom hat das im Remake übrigens immer noch nicht gefixt.

Gordon: “Es war schon ziemlich schwer, das weiß ich noch. Da wurde sich auf dem Schulhof darüber ausgetauscht. Hast du das schon geschafft? Was hast du da gemacht?”

Wer wissen will, wie sich Resident Evil Spiele anfühlen, wenn eine Serie ihren Tiefpunkt überwindet und triumphierend zurückkehrt: Hier ist der Beweis. Das RE2 Remake ist der Goldstandard – und der Maßstab, an dem sich auch unser Resident Evil Requiem Review orientiert.

Verdict: 🏆🏆 Meisterwerk – Der Goldstandard für Survival Horror Remakes

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Die Filme – Action-Müll mit Herz (und Giraffen-Logo-Energie)

Kein Resident Evil-Podcast ohne die Filme. Gordon und Tobi nehmen sich sowohl die Live-Action-Reihe mit Milla Jovovich als auch die CGI-Filme vor – und es wird schmerzhaft.

Die Paul W.S. Anderson-Filme? Brot-und-Butter-Geschäft eines Ehepaares. “Schatz, das Konto sieht schlecht aus.” – “Kein Problem, wir machen einfach einen neuen Resident Evil Film.” Der erste Teil war noch okay, hat sogar Maßstäbe gesetzt (Laser-Barrieren-Szene, anyone?). Danach wurde es sukzessive schlimmer – bis zu postapokalyptischen Wüstenwelten, die niemand bestellt hat.

Die CGI-Filme (Degeneration, Damnation, Vendetta) sehen zwar hübsch aus, leiden aber unter katastrophalen Storys. Vendetta ist laut Tobi der absolute Tiefpunkt:

Tobi: “Leon ist in dem Film so eine Art abgehalfteter, besoffener Arsch, der nur an der Bar sitzt und sich ohne Gesellschaft einen ansauft. Und Rebecca Chambers – die Frau, die ZWEI Resident Evil Katastrophen überlebt hat – ist nur die Damsel in Distress. Das ist wirklich schmerzhaft.”

Wer sich für die Spieleverfilmungs-Thematik interessiert, findet übrigens in unserer ausführlichen Spieleverfilmungen-Retrospektive noch deutlich mehr Material – inklusive dem legendären Interview mit Uwe Boll.


🧠 Wusstet ihr schon?

🎮 Resident Evil heißt in Japan “Biohazard” – der Name wurde für den Westen geändert, weil “Biohazard” sich in den USA schlecht vermarkten ließ. Die beiden Namen haben inhaltlich nichts miteinander zu tun.

🧬 Die Zombies in Resident Evil sind keine klassischen Untoten. Sie werden durch das T-Virus infiziert und am Leben gehalten – nur noch die “niederen Instinkte” funktionieren. Fressen ist der niedrigste davon.

🎬 Der Trailer zum ersten Spider-Man-Film (2002) zeigte Spider-Man mit einem Netz zwischen den Twin Towers – und musste nach dem 11. September zurückgezogen werden. Resident Evil 7 in Japan heißt übrigens “Biohazard 7: Resident Evil” – also genau umgekehrt zum westlichen Titel.

🍕 In Resident Evil 2 (Original, 1998) gibt es im gesamten RPD-Polizeigebäude keine einzige Toilette. Fan-Theorien dazu existieren bis heute.

🎹 Den klassischen Soundtrack zum RE2 Remake muss man als separaten 15-Dollar-DLC kaufen. Capcom bleibt Capcom.


Gordon & Tobis Fazit zu den Resident Evil Spielen

Die Serie hat einen wilden Ritt hinter sich. Von den Horror-Wurzeln über den Action-Wahnsinn von Teil 6 (inklusive Giraffen-Logo) bis zur triumphalen Rückkehr mit RE7 und dem RE2 Remake. Tobis Einschätzung für die Momentaufnahme:

Tobi: “Es geht in eine gute Richtung. Capcom allgemein hat sich gefangen nach einigen sehr tragischen Flops. Die Filme können eigentlich nur besser werden.”

Gordon: “Sie haben es geschafft, das R aus ihrem Namen rauszuradieren.” (Stichwort: Crapcom)

Für alle, die sich fragen, in welcher Reihenfolge man die Resident Evil Spiele spielen sollte: Fangt mit dem RE1 Remake an, spielt RE2 Remake, schaut euch RE4 Remake an, und wenn ihr Bock auf Koop habt, zieht RE5 mit einem Kumpel durch. RE7 für den Horror-Kick. Den Rest – naja, ihr wisst jetzt Bescheid.

Die komplette erste Hälfte der Resident Evil Spiele haben Gordon und Tobi übrigens schon in der legendären und verschollenen Staffel 1 des Podcasts besprochen. Wer sich für weitere Horror-Reihen interessiert, dem empfehlen wir auch unsere System Shock Retrospektive und die Evil Dead Reihe.

Viel Spaß beim Hören!

Tobi & Gordon

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