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Star Trek Teil 1


Beam mich rauf, Scotty! Eine nostalgische Reise durch die Star Trek Spiele-Galaxie

Wenn zwei ausgebildete Spieleentwickler beschließen, sich durch ALLE Star-Trek-Spiele der Geschichte zu wühlen, dann wisst ihr, dass es ernst wird. Gordon und Tobi haben sich monatelang vorbereitet: Serien gebinged, Listen kompiliert, Longplays durchgeackert und sogar obskure Handhelds aus den 70ern ausgegraben. Das Ergebnis? Eine chronologische Reise durch die Frühzeit der Star-Trek-Videospiele, die zeigt, warum das Franchise so anders tickt als sein Rivale Star Wars.

Denn wo Star Wars von Anfang an auf Action, Dogfights und Konsolenballerei setzte, waren Star-Trek-Spiele von Beginn an verkopft, simulationslastig und adventurelastig. Logisch eigentlich – die Fans saßen schließlich nicht vor dem Fernseher, sondern in Computerlaboren und College-Kellern. Und genau das merkt man den Spielen auch an. Von reinen Text-Simulationen auf dem Altair 8800 bis zum voll vertonten Point-and-Click-Adventure mit der Original-Crew: Die Bandbreite an Star-Trek-Spielen ist so wild wie Captain Kirks Liebesleben im Weltraum.

Darum geht’s

Gordon und Tobi starten ihre große Star-Trek-Spielereihe und arbeiten sich chronologisch durch die frühesten Videospiele des Franchise – von obskuren Mainframe-Simulationen über Vektor-Arcade-Automaten bis hin zum Adventure-Klassiker Star Trek: 25th Anniversary. Dabei wird diskutiert, gelacht und reichlich über das Star-Trek-Universum philosophiert.

Was euch erwartet: Mainframe-Simulationen aus den 70ern 🖥️ Vektor-Arcade-Action 🕹️ Text-Adventures mit Scotty-Beleidigungen ⌨️ Das erste Next-Generation-Spiel in EGA-Pixelkotze 💀 Der 25th-Anniversary-Klassiker 🏆

Für wen: Für alle, die schon mal versucht haben, einem Freund zu erklären, warum der Transporterraum bei Star Trek keinen Sinn ergibt, und dabei in eine 20-minütige Diskussion über Warp-Antriebe abgerutscht sind. Kurz gesagt – für alle Nerds mit Herz, die wissen, dass Galaxy Quest der beste Star-Trek-Film ist.

Die Spiele im Detail

Star Trek (Mainframe/Altair 8800, 1971)

Gordon: „Das ist halt wie so diese Choose-your-own-Adventure-Bücher. Du hast Auswahlmöglichkeiten, wo es weitergeht. Und das war die Enterprise, diese komische Würstchenpika, bloß von der Seite, ohne Perspektive, sind es einfach nur drei Stangen, die irgendwie aneinander geschraubt sind.“

Tobi: „Da kann man nicht viel zu sagen, aber es ist: Früh übt sich. Es ist eine Simulation, wie Schach. Und die Leute saßen eben in den Computerlaboren, in den Büros. Oder in den Colleges.“

Verdict: 😐 Historische Kuriosität – die Enterprise als drei zusammengeschraubte ASCII-Stangen. Spielbar ist das ungefähr so wie ein Wikipedia-Artikel über Spielen.


Star Trek: Phaser Strike (Microvision, 1979)

Gordon: „Das ist hier genau das Gleiche wie Tomy Turbo, bloß dass du anscheinend einen Phaser bedienst und mit dem Joystick nach links und rechts schiebst. Die Lebenszeit, das ist ja noch schlechter als so ein Handyspiel für ein Nokia damals. Das ist ja schlechter als Snake gewesen.“

Tobi: „So was Ähnliches wie Tiger Electronics. Es hat Respekt, dass das Ding jemand emuliert hat irgendwo.“

Verdict: 😐 Obskures Sammlerstück ohne Spielwert – schlechter als Snake auf dem Nokia. Falls ihr eines auf dem Dachboden findet, verkauft es bei eBay und kauft euch was Vernünftiges.


Star Trek: Strategic Operations Simulator (Arcade/C64/DOS, 1982)

Gordon: „Aber ganz ehrlich, das sieht gut aus. Es befindet sich so ein bisschen auf einem Level wie Tron. Und das Allergeilste ist diese Transition, wenn du aus dem Warp in die Karte reinfliegst von der kleinen Enterprise. Das sieht so geil aus, dieser Effekt, wenn die da in den Bildschirm reinfliegt durch die Vektoren-Grafik.“

Tobi: „Diese frühen Vektor-Sachen, auch das Vectrex und so was, die sehen heute immer noch cool aus, weil simple Grafik, solange die halt scharf gerendert ist, immer gut ist. Was ich auch total empfehlen kann: Solche Vektorspiele mit einer Spektralbrille angucken. Das ist total psychedelisch.“

Verdict: 👍 Arcade-Klassiker mit beeindruckender Vektorgrafik – die Warp-Transition allein ist den Eintrittspreis wert. Wer eine Spektralbrille hat: aufsetzen und Gehirn wegballern lassen.


Star Trek: The Kobayashi Alternative (Apple II/DOS, 1985)

Gordon: „Finde ich ganz geil, also zumindest sich da mal so ein bisschen kreativer auszulassen, gerade bei diesem Neverending Joke über den Kobayashi-Maru-Test.“

Tobi: „Die Idee ist, dass Captain Kirk angeschrieben wird, dass eine seiner Missionen als Alternative für den Kobayashi Maru genutzt werden soll, weil er wohl nicht der Einzige ist, der gerne cheatet. Du kannst wirklich die ganze Enterprise abklappern, in dieser Text-Simulation. Es ist aber nicht so leicht zu verstehen, was du eigentlich machen solltest.“

Verdict: 😐 Text-Adventure für Hardcore-Trekkies – ohne SCUM-Interface eine echte Herausforderung. Kirk cheatet, du verzweifelst.

Nicht mehr erhältlich (Abandonware) – weder auf Steam noch auf GOG verfügbar.


Star Trek: The Promethean Prophecy (Apple II/DOS/C64, 1986)

Gordon: „Wow, ein Text-Adventure. Mensch, da hab ich ja direkt Bock, meinen C64 aus dem Mülleimer zu holen.“

Tobi: „Anscheinend war das erste Spiel sehr buggy und das zweite Spiel war deutlich besser, und auch deutlich besser strukturiert, aber nicht ganz so frei. Nach einem Scharmützel mit Romulanern sind die Proteinreserven des Bordreplikators verseucht und die Crew muss auf einem nahegelegenen Planeten nach Quellen suchen.“

Verdict: 😐 Bessere Struktur als der Vorgänger, aber immer noch reines Text-Adventure. Wenn ihr Bock habt, euren C64 aus dem Mülleimer zu holen – bitte, Gordons Segen habt ihr.

Nicht mehr erhältlich (Abandonware) – weder auf Steam noch auf GOG verfügbar.


Star Trek: The Rebel Universe (Atari ST/DOS, 1987)

Gordon: „Es sieht aus, als ob man Revolverkugeln einlädt, die die Gesichter vom Maincast haben. Spock sieht original aus wie Leonard Nimoy. Aber Chekov sieht aus wie so ein Kind von einer vermissten Milchpackung.“

Tobi: „Einfach eine grafische Oberfläche für das, was die ganze Zeit schon versucht wurde, dass du mit der Enterprise durch die Gegend ballern kannst. Es ist wie eine Sandbox: Du sollst innerhalb von 30 Sternjahren irgendwie eine bestimmte Anzahl Klingonen abschießen.“

Verdict: 😐 Erste grafische Oberfläche, aber seelenloses Interface-Geklicke. Chekov sieht aus wie ein vermisstes Kind auf einer Milchpackung – das sagt eigentlich alles über die Grafikqualität.

Nicht mehr erhältlich (Abandonware) – weder auf Steam noch auf GOG verfügbar.


Star Trek: First Contact (Apple II, 1988)

Tobi: „First Contact bezieht sich hier nicht auf den Film, sondern eine neue Rasse von Aliens, die von der Original-Crew begrüßt wird. Im Spiel geht es um einen mysteriösen Mord.“

Gordon: „Ich will keine Text-Adventures mehr.“

Verdict: 😐 Noch ein Text-Adventure – Gordon will keine mehr, und ehrlich gesagt können wir das nachvollziehen. Nur für Komplettisten, die wirklich JEDEN Star-Trek-Eintrag abhaken müssen.

Nicht mehr erhältlich (Abandonware) – weder auf Steam noch auf GOG verfügbar.


Star Trek V: The Final Frontier (DOS, 1989)

Gordon: „Ich notier mal eben, dass für den schlechtesten Star-Trek-Film der klassischen Serie anscheinend auch das schlechteste Spiel rausgekommen ist. Das sieht aus wie die Reise ins Ich, die Grafik. Die große Hafenrundfahrt. Es sieht genauso schlecht aus, wie der Film schlecht ist.“

Tobi: „Es ist so eine Art Minigame-Sammlung. Jede Situation ist ein bisschen anders. Also jedes Adventure braucht das – Star Trek.“

Verdict: 💩 Minigame-Müll zum schlechtesten Klassik-Film – sieht genauso schlecht aus, wie der Film schlecht ist. Das ist fast schon poetische Gerechtigkeit.

Nicht mehr erhältlich (Abandonware) – weder auf Steam noch auf GOG verfügbar.


Star Trek: The Next Generation – The Transinium Challenge (DOS, 1989)

Gordon: „Da hat doch einer auf den Bildschirm gehauen, damit alles kaputt ist, damit es so aussieht. Das ist eine Vergewaltigung für die Augen. Meine Güte, das ist eine hässliche Scheiße. Das Schlimme ist, ich erkenne es ja trotzdem. Ich hab ja sofort Picard erkannt.“

Tobi: „Die haben irgendwie Clips genommen aus der Serie und die wirklich auf schwarz-weiß, vielleicht eine Kontrastfarbe runtergebrochen. Die wollten flüssige Animationen haben und haben halt dann so Keyframes. Die Idee ist, dass Riker eine Probe vorgelegt bekommt, dass er sich bewähren muss, um auch mal Captain sein zu dürfen.“

Verdict: 😐 Das erste TNG-Spiel ist historisch interessant, aber visuell eine absolute Zumutung – Picard sieht aus, als hätte jemand mit der Faust auf den Monitor gehauen. For the Lulz anschauen, dann schnell weitergehen.

Nicht mehr erhältlich (Abandonware) – weder auf Steam noch auf GOG verfügbar.


Star Trek: 25th Anniversary (Game Boy, 1992)

Tobi: „Das hab ich selber probiert. Das ist kacken schwer. Also die Idee ist, du kannst wählen, ob du lieber schneller sein möchtest oder mehr Schilde oder stärker schießen. Ich hab keine Einstellung gefunden, die wirklich was bringt. Es ist wie in einem Bullet-Hell-Spiel, absurd.“

Gordon: „Also R-Type, nur dass du halt nicht alles auf dem Bildschirm besiegen kannst, auch wenn du dich gut anstellst.“

Verdict: 😐 Bullet-Hell-mäßiger Wahnsinn auf dem Game Boy – frustrierend schwer, egal welche Einstellung du wählst. R-Type mit der Enterprise, und ja, das ist genauso beschissen, wie es klingt.


Star Trek: 25th Anniversary (NES, 1992)

Gordon: „Also für ein NES-Spiel sieht das sehr gut aus. Du hast hier das entscheidende Element, was auf dem Game Boy fehlt: die Brücke, auf der ja sehr viel passiert. Die Enterprise sieht auch super aus – das ist auch die aus der Serie, nicht die aus dem Film, sehr gut.“

Tobi: „Definitiv. Es ist ein bisschen umständlich von der Steuerung, aber ansonsten sehe ich da kein großes Problem. Es ist so ein Zelda-mäßiges Action-Adventure im weitesten Sinne.“

Verdict: 👍 Der erste echte Lichtblick für Star-Trek-Fans auf Konsole. Zelda-mäßiges Action-Adventure mit der richtigen Enterprise – nicht die aus dem Film, sehr wichtig. Die Steuerung ist NES-typisch fummeliger als ein klingonisches Friedensabkommen, aber es funktioniert.


Star Trek: 25th Anniversary (DOS, 1992)

🟢 Läuft problemlos – auf Steam und GOG erhältlich, nativ spielbar

Gordon: „Was Adventure Games Star Trek angeht, ist das eines der besten, wenn nicht sogar das Beste. Wenn du die CD-Variante gehabt hast, hast du eine Komplett-Synchronisierung mit der Original-Crew. Da quatscht original Kirk mit original Spock. Das ist so selten, dass du die richtigen Schauspieler bei Adaptionen kriegst, die sich auch Zeit dafür genommen haben.“

Tobi: „Auf jeden Fall eins dieser Adventures, wo du mehrere Lösungswege hast. Das wird teilweise so kompliziert, dass wenn du dir die Lösung durchliest, du denkst: Wie hätte ich da jemals drauf kommen sollen?“

Verdict: 🏆 DER Star-Trek-Klassiker unter den Adventures – absolute Pflicht! Die Original-Crew vertont ihr eigenes Spiel, die Rätsel sind hirnzerfetzend komplex und die CD-Version klingt besser als manche TNG-Folge. Wer das nicht kennt, hat Star Trek nicht verstanden.

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Mod-Empfehlung: Keine essenzielle Mod bekannt. Die GOG-Version kommt fertig konfiguriert mit DOSBox.


Wusstet ihr schon?

🖥️ Die allerersten Star-Trek-Spiele entstanden auf Mainframe-Computern in den frühen 70ern – noch bevor es Star Wars überhaupt gab. Star-Trek-Fans saßen eben in den Computerlaboren, nicht vor der Konsole. Nerds waren damals schon Nerds, nur mit weniger RGB-Beleuchtung.

🎬 James Doohan, der Schauspieler von Scotty, war im echten Leben ein D-Day-Veteran der 3. Kanadischen Infanteriedivision. Er wurde am Juno Beach sechsmal von Maschinengewehrfeuer getroffen und verlor dabei einen Finger – den er in der Serie stets geschickt vor der Kamera versteckte. Oder wie Gordon es elegant formuliert: Eine „richtig krasse Sau.“

🚀 Der Grund, warum Star Trek überhaupt einen Transporter hat? Kein Geld! Die Produktion konnte sich keine Shuttle-Landesequenzen leisten, also erfanden sie kurzerhand das Beamen – eine der ikonischsten Sci-Fi-Technologien aller Zeiten, geboren aus purem Budgetmangel. Hollywood in einer Nussschale.

🎭 Die Pferde-Szene im Nexus in „Treffen der Generationen“? Die wurde quasi für William Shatner geschrieben, um ihm die Rolle schmackhaft zu machen – die Pferde im Film gehörten sogar ihm persönlich! Ähnlich wie die Dune-Buggy-Szene in „Nemesis“, die Produzent John Logan Patrick Stewart zuliebe einbaute, weil der einfach gerne fährt. Hollywood, Baby!

🛠️ Viele Föderationsraumschiffe in Next Generation waren sogenannte „Kitbashes“ – auseinandergeschnittene Spielzeugmodelle und Bausätze, die neu zusammengeklebt und als neue Schiffsklassen verkauft wurden. Bei den HD-Remasters kann man sogar die Klebestellen sehen. Budget-Engineering at its finest.


Outro

Viel Spaß beim Hören!

Tobi & Gordon

Trefft uns auf unserem Discord-Server: discord.videogamecast.de

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