James Bond steht für sleekes Design, eleganten Style und maximale Coolness – und dann das: Sony hat einen Sonder-Controller zum 007 First Light angekündigt, der bei Gordon nur Kopfschütteln auslöst. “Wenn ich an James Bond denke, denke ich an sleekes Design, an Style – aber doch nicht an ein goldenes 007-Logo mitten auf dem Controller. Schwarz, Mann! Schwarz completo!” Ob das Ding nun die Sonne, das First Light oder das Innere eines Gewehrlaufs darstellen soll, weiß am Ende nicht mal Eurogamer so genau.
Außerdem dabei: Keychron legt seine Tastatur-CAD-Dateien offen, Nintendo macht digitale Spiele günstiger als physische – ein potenzieller Dammbruch –, und die Initiative Stop Killing Games knackt in der EU die Millionen-Marke. Gordon und Tobi, zwei ausgebildete Game Designer, sortieren in rund 30 Minuten die News der Woche. Keine Sorge, liebe GameStar, wir wollen euch immer noch keine Konkurrenz machen.
Aus dem Studio: Kalenderwochen und Coke Zero
Bevor’s losgeht, gibt’s eine kleine Bildungseinheit: Die Kalenderwoche ist offenbar eine rein europäische Erfindung – “in den USA gibt’s das einfach nicht”, stellt Gordon fest. Dazu wird live eine Coke Zero geöffnet (“Klingt so refreshing, mein Gott – ohne Zucker?”), Tobi kämpft mit verschwindenden Stream-Buttons, und natürlich wandert auch der Name des Formats mal wieder weiter. Business as usual im Videogamecast-Studio.
🎮 007 First Light: Der goldene Controller, den keiner versteht
Den Einstieg macht das modernste Thema: Sony hat einen speziellen PS5-Controller zum kommenden 007 First Light enthüllt – in Gold, mit großem 007-Logo. Gordon ist fassungslos, weil das so gar nicht zur Marke passt. Sein Maßstab ist Daniel Crafts Bond-Ära, in der alles sleek, schwarz und sehr Sony-fancy war (Laptops, Handys, der ganze Stil der frühen 2000er). Tobi vermutet, das Muster solle das Rifling im Inneren eines Laufs darstellen – Gordon kontert trocken, dass die berühmte Gun-Barrel-Szene ja längst zeigt, wie so ein Lauf von innen aussieht. Eurogamer rätselt übrigens genauso: Sonne, First Light oder Knarre?
“Daniel Craig hat definiert, wie James Bond im Style sein muss. Und das hier ist es definitiv nicht.” – Gordon
Wer auf das Spiel selbst gespannt ist: Im Podcast gibt’s passend dazu sieben Folgen zur kompletten James-Bond-Spielegeschichte – von Buchautoren über Entwickler bis Redakteure war alles dabei. Mehr Infos zum Titel sammelt die 007 First Light Wikipedia-Seite.
⌨️ Keychron öffnet die CAD-Dateien
Musik für Tastatur-Nerds: Keychron hat – via Digital Foundry aufgeschnappt – die CAD-Dateien seiner Keyboards auf GitHub veröffentlicht (die Software war ohnehin schon Open Source). Damit kann sich jeder Bastler eigene Gehäuseteile, Halterungen oder Anbauten drucken. Gordon, stolzer Besitzer eines Keychron K4 V2, hat auch direkt einen Plan: endlich ein Stream Deck als Numpad an die rechte Seite der Tastatur basteln, was bislang an fehlenden Maßangaben scheiterte. Vorbildliches Right-to-Repair-Verhalten eines Herstellers.
💸 Nintendo: Digitale Spiele günstiger als physische
Eine potenziell riesige Sache: Laut einem IGN-Bericht (“Price Hike or Discount”) senkt Nintendo in den USA die Preise für digitale Versionen – los geht’s mit Yoshi and the Mysterious Book, das physisch 70 Dollar, als Download aber nur 60 Dollar kosten soll. Bislang galt zwischen digitalen Plattformen und dem Retailmarkt quasi eine Brandmauer: Online durfte nicht günstiger sein, um den stationären Handel nicht zu untergraben. Dass Nintendo diese Mauer einreißt, könnte den ganzen Markt verändern.
Gordon erklärt, warum das brisant ist: Ein Händler verdient an einem Vollpreistitel traditionell rund 30 Euro Marge – im digitalen Store kostet dasselbe Spiel trotzdem die volle UVP, reiner Mehrgewinn für den Publisher. Zieht Nintendo den Preisunterschied im Retail durch, drohen Reaktionen wie bei EDEKA: Wenn ein Media Markt keinen Bock hat, “lässt er den Hammer schwingen” und räumt alle Nintendo-Produkte aus den Regalen. Und gerade Nintendo ist im stationären Handel extrem stark – ein Promoter im Laden verkauft dort locker 20 Spiele am Tag.
⚖️ Stop Killing Games knackt die Millionen-Marke
Das politische Schwergewicht der Folge: Die Initiative Stop Killing Games, gestartet von YouTuber Ross Scott (Accursed Farms) als Reaktion auf die Abschaltung von Ubisofts The Crew, hat in der EU die nötige Million Unterschriften geknackt – am Ende sogar mit Puffer (über 1,4 Millionen gesammelt, nach Bereinigung sicher über der Hürde). Das Ziel: Publisher sollen zu einem End-of-Life-Plan verpflichtet werden, damit gekaufte Spiele nach Server-Abschaltung nicht einfach verschwinden – sei es durch veröffentlichten Servercode, Peer-to-Peer-Patches oder einen Offline-Modus.
“Du kaufst eigentlich immer nur ein Versprechen. Stell dir vor, bei irgendeinem anderen Produkt könnten die einfach den Stecker ziehen – das geht halt gar nicht.” – Gordon
Es gab bereits eine offizielle Übergabe an die EU-Kommission, und aus der Bewegung werden nun NGOs in der EU und den USA gegründet (koordiniert u. a. von Moritz Katzer). Erste Effekte zeigen sich schon: Splitgate bekam nachträglich einen Peer-to-Peer-Modus, und Kalifornien arbeitet an einem Consumer-Rights-Gesetz mit ganz ähnlichen Punkten. Gordon bleibt skeptisch, was freiwillige Konzern-Einsicht angeht – aber rechtlich sauber durchgesetzt könnte das ein echter Hebel sein. Wer sich einlesen will, findet die Details bei der offiziellen Stop-Killing-Games-Initiative.
🕹️ Kurz notiert: DevKits auf eBay & die 2026-Spiele
Als Beleg für seine “so taucht verschollene Software auf”-Theorie erzählt Gordon von zwei Xbox-360-DevKits, die jemand in Bochum bei eBay Kleinanzeigen für einen Euro reingestellt hat – inklusive 20 iPhone-6-Testgeräten. Genau über solche Wege landen sonst verschollene Developer-Builds (Stichwort Gothic 4: Arcania) plötzlich im Netz. Dazu ein kurzer Blick auf drei Neuerscheinungen der 2026-Liste: Pragmata (über 80 % Wertung), Replaced (riesige Wishlist, aber typisches Unity-Stotter-Problem oberhalb von 50 FPS) und Mouse: P.I. for Hire, das im Cuphead-Stil grandios aussieht – bei dem aber, wie bei jedem Grafik-Gimmick, das Gameplay entscheidet, ob es trägt.
🔥 Rant der Woche: Das goldene 007-First-Light-Pad
Es bleibt dabei: Der Sonder-Controller zum 007 First Light ist für Gordon das Sinnbild dafür, wie eine Marke ihr eigenes Markenzeichen verfehlt. Statt sleekem Schwarz im Bond-Stil gibt’s goldenes Bling mit Logo – ein Design, das eher nach Uncharted oder Tomb Raider schreit als nach 007. Manchmal liegt der größte Aufreger eben nicht in einer Konzern-Intrige, sondern schlicht in einer schlechten Farbentscheidung.
Wusstet ihr schon?
- 🗓️ Die Kalenderwoche ist nach ISO-8601 normiert und vor allem in Europa gebräuchlich – in den USA arbeitet man im Alltag praktisch nie mit Wochennummern.
- ⚖️ Die EU-Bürgerinitiative Stop Killing Games brauchte rund eine Million gültige Unterschriften, um das EU-Parlament zur Befassung zu zwingen – ausgelöst hatte sie die Abschaltung von Ubisofts The Crew.
- ⌨️ Die Keychron-Firmware basiert auf dem Open-Source-Projekt QMK/VIA – jetzt sind zusätzlich die CAD-Dateien der Gehäuse frei verfügbar.
Vom fragwürdigen 007-First-Light-Controller über Nintendos Preis-Brandmauer bis zum Millionen-Erfolg von Stop Killing Games – KW 16 zeigt eine Branche im Spannungsfeld zwischen Konzern-Logik und Verbrauchermacht. In der nächsten regulären Folge geht’s weiter im Programm. Wer mehr News will, hört rein in unsere News aus KW 15 oder direkt in die News-Folge zur KW 17.
Outro
Viel Spaß beim Hören!
Tobi & Gordon
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[…] regulären Folge geht’s weiter im Programm. Wer mehr News will, hört rein in unsere News aus KW 16 oder stöbert durch alle Videogamecast […]
[…] Passend zum Gier-Thema: Valve steckt in einer Antitrust-Klage. Vorwurf ist, dass Steam aggressiv Preisparität erzwingt – wer ein Spiel auf einer anderen Plattform (z. B. Ubisofts Store oder itch.io) günstiger anbietet, bekommt angeblich ein Ultimatum oder fliegt von Steam. Für kleine Entwickler heißt das: Auf itch.io günstiger anbieten? Dann bricht die Haupteinnahmequelle Steam weg. Gordon findet das frech (“die nutzen ihr Marktmonopol aus”), bleibt aber optimistisch: “Wenn jemand gegen Apple gewinnen kann, kann man auch Valve die Tür eintreten.” Dazu gute Nachrichten von Stop Killing Games, deren kalifornischer Gesetzentwurf bereits mehrere Instanzen durchlaufen hat – mehr dazu in unserer News aus KW 16. […]