Steam Deck teurer, Switch 2 teurer, Konsolen teurer – und schuld ist angeblich die Chipkrise. Gordon glaubt davon kein Wort: “Wie kann eine Chipkrise bei den Firmen existieren, die selbst die Chips herstellen? Das ist Geldgier, was da im Hintergrund steckt.” In dieser Folge nehmen sich die beiden den großen KI- und Hardware-Hype zur Brust – von Nvidias AI-Tour über die angebliche Chipkrise bis zur Steam-Antitrust-Klage. Und am Ende landen sie bei einer überraschend versöhnlichen Erkenntnis: Wir Spieler haben mehr Macht, als wir denken.
Außerdem dabei: der Status der KI-Debatte, Crafton muss 250 Millionen zahlen, 007 First Light glänzt und Mina the Hollower im Test. Gordon und Tobi, zwei ausgebildete Game Designer, sortieren in rund 30 Minuten die News der Woche. Keine Sorge, liebe GameStar, wir wollen euch immer noch keine Konkurrenz machen.
Aus dem Studio: 90er-Intros und Energy Drinks
Bevor’s losgeht, philosophiert Gordon über die Ästhetik von 90er-TV-Intros – Saxophon, Synthesizer, und ab 1996 dann plötzlich Panflöten (“da wollten sie die ethnische Komponente hochpushen”). Dazu wird ein Energy Drink verkleckert und ein Audio-Intro auf zwei Prozent Lautstärke heruntergeregelt. Und ja, die beiden müssen erst mal im Kalender nachsehen, welche KW überhaupt dran ist – Newsweek 23, gestartet wurde irgendwann bei KW 11. “Länger durchgehalten, als ich gedacht hätte.”
🤖 KI-Status: Steht das Personal Computing vor dem Aus?
Tobi bringt die Sorge vieler auf den Tisch: Nvidia-Chef Jensen Huang war auf großer Presse-Tour (Gamers Nexus hat berichtet), und es geht das Schreckgespenst um, dass Personal Computing endet, weil die Tech-Giganten den Markt für KI leerkaufen. Gordon hält das für ein schwaches Argument: “Wenn ich keine KI nutzen will, dann nutze ich sie auch nicht – keiner zwingt mich.” Und vor allem: Wir Gaming-PC-Nutzer sind ohnehin die Nische der Nische, weit unter einem Prozent. Wer seinen Rechner so nutzen will wie heute, kann das auch in Zukunft.
“Wir sind der totale Edge Case. Der Rest der Welt nutzt gar keinen Computer mehr so wie wir, sondern Tablet, Smartphone oder Konsole.” – Gordon
Nvidia investiert mit dem neuen Spark-Chip voll in KI, weil dort das Geld liegt (Stichwort Self-Driving in jedem Tesla). Tobis pointierte These zum eigentlichen Antrieb dahinter: “Nachdem sie fast jedem eine Grafikkarte verkauft haben, müssen sie sich Millionen neuer User herfantasieren – und das sind halt die AI-Agents.”
💸 Chipkrise oder Geldgier? Der Preis-Mythos
Der zentrale Rant der Folge: Jeder Hersteller schmückt seine Preiserhöhung mit der sogenannten Chipkrise – Smartphones, Fernseher, das Steam Deck. Für Gordon ist das eine bequeme Ausrede. Zwar gibt es eine endliche Produktionskapazität (TSMC, Samsung), aber die Fabriken verkaufen ihre Kapazität schlicht lieber an die, die am schnellsten am meisten zahlen – etwa Microsoft für ein neues Rechenzentrum, statt kleckerweise an den Handel. “Das ist keine Krise, das ist Geldgier.”
Der Markt gibt ihm recht: Das Steam Deck wurde trotz 100–250 Dollar Aufpreis sofort wieder ausverkauft, ebenso die teurere Switch 2. “Mit Preis brauchst du mir nicht kommen – die Welt ist nicht untergegangen.” Sein Rat: abwarten, gebraucht kaufen, oder eben verzichten. Besonders ärgert ihn der Vorwurf aus einem GameStar-Kommentar, er sei mit seinen KI-generierten Podcast-Covern “Teil des Problems”. Seine Rechnung: Die paar Bildgenerierungen einzelner Menschen stehen in keinem Verhältnis zur exponentiellen Masse an KI-Anfragen weltweit – und die rund 15 Euro für alle bisherigen Cover würde er notfalls spenden. Mehr zu den Hintergründen liefert die Wikipedia-Seite zur Halbleiterkrise.
⚖️ Steam in der Antitrust-Klage
Passend zum Gier-Thema: Valve steckt in einer Antitrust-Klage. Vorwurf ist, dass Steam aggressiv Preisparität erzwingt – wer ein Spiel auf einer anderen Plattform (z. B. Ubisofts Store oder itch.io) günstiger anbietet, bekommt angeblich ein Ultimatum oder fliegt von Steam. Für kleine Entwickler heißt das: Auf itch.io günstiger anbieten? Dann bricht die Haupteinnahmequelle Steam weg. Gordon findet das frech (“die nutzen ihr Marktmonopol aus”), bleibt aber optimistisch: “Wenn jemand gegen Apple gewinnen kann, kann man auch Valve die Tür eintreten.” Dazu gute Nachrichten von Stop Killing Games, deren kalifornischer Gesetzentwurf bereits mehrere Instanzen durchlaufen hat – mehr dazu in unserer News aus KW 16.
📜 Crafton, Trademarks & der Subnautica-2-Streit
Kurz notiert: Crafton (die koreanische PUBG-Mutter) muss rund 250 Millionen Dollar an Tantiemen im Subnautica-2-Streit zahlen. “Richtig so”, findet Gordon. Daraus wird ein Exkurs über absurde Trademark-Auswüchse: Crafton wollte sich einst die Bratpfanne als Marke sichern, Nintendo hält kuriose Pokémon-Patente (Viecher mit Bällen einfangen), die Telekom besitzt die Farbe Magenta und AEG das Wort “Föhn”. Gordons Fazit: Es ist Unsinn, einer nicht-menschlichen Entität solche Rechte zu geben, damit sie damit Geld scheffeln kann.
🔫 Releases: 007 First Light & Mina the Hollower
007 First Light ist erschienen und kommt durchweg gut weg – Stammgast Müller schwärmt (er hat nur den FOV angepasst, was er ohnehin oft tut), und alle anderen Stimmen sind ebenfalls positiv. Eine ausführliche Podcast-Folge ist geplant. Tobi hat derweil Mina the Hollower (vom Shovel-Knight-Studio Yacht Club) auf der Switch 2 gespielt: ein 8-Bit-Stil-Spiel in 4K/120 FPS, das er als Mix aus Castlevania und Link’s Awakening DX beschreibt, samt einem Rondo-of-Blood-Intro-Zitat.
“Das Spiel bringt mir gerade viel damit bei, dass ich Sachen verliere – nach dem Motto: tja, hättste mal nicht. Am Anfang fand ich’s echt zu schwer.” – Tobi
Daran knüpft die ewige Schwierigkeitsgrad-Debatte an: Mina nutzt Dark-Souls-Mechaniken (Knochen als Currency und XP, die man beim Tod verlieren kann) und ein Zelda-2-artiges Level-Up-System, das Tobi am Anfang frustriert hat. Gordon ordnet ein: Klassiker wie Castlevania waren immer unforgiving – wir sind nur verweichlicht. Mina lässt sich aber granular einstellen, was prompt zur üblichen Internet-Diskussion führt: “Du kannst es keinem recht machen – ist es zu schwer, beschweren sich alle; baust du Optionen ein, beschweren sich auch alle.” Mehr zum Spiel gibt’s bei Mina the Hollower auf Wikipedia.
🔥 Rant der Woche: Wir entscheiden selbst
Der rote Faden der Folge mündet in einer klaren Botschaft: Ob KI-Hype oder angebliche Chipkrise – am Ende entscheiden die Spieler. “Wenn wir das Spiel mitmachen, gewöhnen sich die Firmen daran, die Preise bis ans Get-no zu erhöhen, weil die Leute ja trotzdem kaufen. Oder man übt sich in Geduld und sagt: fuck it, dann halt nicht.” Boykott beim Einzelnen bringt wenig, aber wie beim Wählen gilt: Es müssen nur genug mitmachen.
Wusstet ihr schon?
- 💾 Die RAM-Preise sind zuletzt drastisch gestiegen – ein wesentlicher Treiber sind die enormen Speicher-Einkäufe der Tech-Konzerne für KI-Rechenzentren.
- 🎮 Mina the Hollower stammt vom Yacht Club Games (Shovel Knight) und wurde über eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne finanziert.
- 🍳 Crafton versuchte tatsächlich, sich die Bratpfanne als spielerisches Markenzeichen schützen zu lassen – ein Erbe des Bratpfannen-Endkampfs aus PUBG.
Von der angeblichen Chipkrise über Steams Antitrust-Ärger bis zu Mina the Hollower – KW 23 war eine Folge zwischen Konzern-Gier und Spieler-Macht. Und egal ob KI-Hype oder Hardware-Preise: Am Ende haben wir es selbst in der Hand. Wer mehr News will, hört rein in unsere News aus KW 22 oder stöbert durch alle Videogamecast News-Folgen.
Outro
Viel Spaß beim Hören!
Tobi & Gordon
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