Angriff der Low-Poly-Klingonen und die Rache des Phaser-Revolvers! – Star Trek Special Teil 3
Rote Hemden, Phaserfeuer und jede Menge Abandonware – willkommen zurück auf der USS Videogamecast! In der dritten Etappe ihrer epischen Fünf-Jahres-Mission durch sämtliche Star Trek Spiele haben sich die Spieleentwickler Gordon, Tobi und ihre Crew durch das goldene Zeitalter der Trek-Games geschossen, geklickt und geklotzt. Und mit „goldenes Zeitalter“ meinen wir: Das Jahr 2000, in dem anscheinend neun Star Trek Spiele parallel erschienen sind. Marvel Fatigue? Pah, die Trekkies hatten das schon 25 Jahre vorher.
Diesmal mit an Bord: Jascha als wandelndes Star-Trek-Lexikon und Andi – bekannt von seinem eigenen Podcast Velo.fm – als frischer Rekrut von der Starfleet Academy. Und natürlich Redshirt Gordon, der sich hartnäckig weigert, den Rang zu akzeptieren, und stattdessen auf „Lieutenant Commander“ besteht. Spoiler: Er überlebt die Folge. Knapp.
Von einem Ego-Shooter, der aussieht wie ein Windows-95-Screensaver, über einen Raumschiff-Baukasten, den man genauso gut mit Stift und Papier spielen könnte, bis hin zu echten Klassikern wie Elite Force und Starfleet Command – diese Episode hat alles. Phaser auf Maximum und los geht’s!
Darum geht’s
In der dritten Folge ihrer Star Trek Spiele-Retrospektive arbeiten sich Gordon, Tobi, Jascha und Andi durch die Ära von 1997 bis 2000 – vom ersten Star Trek Ego-Shooter über vergessene Abandonware-Perlen bis hin zu den Spielen, die man heute noch zocken kann und sollte.
Was euch erwartet: Star Trek Generations als Ego-Adventure 🚀 Starfleet Academy mit William Shatner auf 7 CDs 🎬 Klingon Honor Guard als Duke Nukem des Star Trek Universums ⚔️ Starfleet Command als taktischer Raumkampf-Traum 🛸 Elite Force als bester Star Trek Shooter aller Zeiten 🔫 Birth of the Federation als Civilization im Weltraum 🌌
Für wen: Für alle, die als Kind bei Videotown nicht in die Ab-18-Abteilung durften und deswegen Klingon Honor Guard verpasst haben. Für alle, die glauben, dass Miranda-Klasse-Schiffe nur zum Explodieren da sind. Und für alle, die sich fragen, warum man in jedem verdammten Star Trek Spiel den Phaser auf verschiedene Stufen einstellen kann, obwohl das nie irgendwas bringt. Kurz gesagt – für alle Nerds mit Herz, die ihre Schildmodulationen genauso ernst nehmen wie ihre Pile of Shame.
Die Spiele im Detail
Star Trek: Generations (PC, 1997)
🔴 Aufwendige Fixes erforderlich – Schwer zum Laufen zu bringen auf modernen Systemen
Jascha: „Das ist halt das generelle Problem dieser Star Trek Spiele – die Star Trek Formel ist recht schwer umzusetzen in Spielen. Star Wars hat’s eine ganze Ecke leichter.“
Tobi: „Mich persönlich erinnert es sehr stark an Lands of Lore vom Stil. Das ist vorgerenderte Sprites, Low-Poly-Umgebung. Für 97 ist das ziemlich outdated.“
Andi: „Der Producer hat gesagt, dass er einen alternativen Weg zeigen wollte, der nicht mit Gewalt zu lösen ist. Das macht man anhand dieses Spiels aber in Frage stellen.“
Gordon: „Das sieht ohne Scheiß aus wie irgendein Spiel, wo sie einfach Star Trek drüber gestempelt haben.“
Verdict: 😐 Historisch interessant, aber heute nur noch was für Forscher. Sieht aus wie Lands of Lore nach einer schlechten Nacht, und der Producer wollte einen gewaltfreien Weg zeigen – in einem Spiel, in dem du die ganze Zeit ballerst. Logik à la Starfleet.
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Mod-Empfehlung: The Collection Chamber – Blog mit vorverpackten Versionen alter Spiele, die auf modernen Systemen laufen.
Star Trek: Starfleet Academy (PC, 1997)
🟡 Kleine Anpassungen nötig – Läuft via Steam, aber älterer Titel mit möglichen Kompatibilitätsproblemen
Gordon: „Das war das erste Sieben-CD-Spiel, was ich jemals besessen habe. Mann, hat das Spaß gemacht. Du hast halt wirklich so ganz klassische Situationen aus der klassischen Serie – da hast du irgendwie einen Planeten, wirst angefunkt und darfst aber nicht kaputt schießen, sondern musst irgendwie verhandeln.“
Andi: „Ich hab die original englische Version gehabt, die amerikanische Box. Das war schon echt geiler Scheiß. Auf sieben CDs mit William Shatner, George Takei und alle möglichen anderen.“
Tobi: „Man muss wirklich sagen, bei den Spielen kann man es nicht ankreiden, dass sie keinen Aufwand betrieben haben. Man hört immer die Originalstimmen.“
Verdict: 🏆 Sieben CDs voller William Shatner, George Takei und echtem Star-Trek-Feeling. Du darfst nicht einfach drauflosballern, sondern musst verhandeln – wie in einer echten Episode. Wer sich nicht mehr an den CD-Wechsel-Marathon erinnert, hat die 90er nicht erlebt.
Mod-Empfehlung: Keine essenzielle Mod bekannt.
Star Trek: The Next Generation – Klingon Honor Guard (PC, 1998)
🟡 Kleine Anpassungen nötig – Über Collection Chamber als Pre-Package spielbar, nur 1024×768
Tobi: „Das ist ein Ego-Shooter basierend auf der Unreal Engine. Wenn du so 200 Health aufnimmst, dann ist das eine Ball of Gagh. Und Unverwundbarkeit ist eine Schale mit Blutwein. Das macht richtig Spaß!“
Gordon: „Das ist wie der Duke Nukem des Star Trek Universums. Also der Duke Nukem… sein komischer Verwandter aus Deutschland.“
Jascha: „Es sieht aus, als ob sich da jemand tatsächlich Mühe gegeben hat. Ist nicht einfach nur ein billiger Abklatsch, sondern hat sich schon bemüht, das ein bisschen Star Trek-ig aufzumachen.“
Verdict: 🏆 Der klingonische Duke Nukem, und das ist ein Kompliment. Health-Pickups sind Gagh-Bälle, Unverwundbarkeit kommt als Blutwein-Schale – die Entwickler haben verstanden, was klingonische Ehre bedeutet. Unreal Engine, 1998, und es macht immer noch Bock. Qapla‘!
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Mod-Empfehlung: Collection Chamber Pre-Package – Vorkonfiguriert für moderne Systeme, max. 1024×768.
Star Trek: Starship Creator (PC, 1998)
🔴 Aufwendige Fixes erforderlich
Jascha: „Das sieht aus, als könntest du es mit einem Stück Papier und einem Stickerheft spielen. Malt euch einfach einen Umriss von der Enterprise und schreibt rechts daneben Schild-Rating 17.“
Gordon: „Warum sollte ich denn normal wählen, wenn ich komfortabel haben kann? Das Spiel hat keine Konsequenzen!“
Tobi: „Heutzutage gibt es bessere Tools, wo du dir dein Starship zusammenbaust.“
Verdict: 💩 Pen & Paper Star Trek hat mehr Gameplay. Ein Raumschiff-Baukasten ohne Konsequenzen – du kannst überall „komfortabel“ wählen und es passiert trotzdem nichts. Malt euch lieber eine Enterprise auf ein Stück Papier und klebt Sticker drauf, der Spaßfaktor ist identisch.
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Mod-Empfehlung: Keine essenzielle Mod bekannt.
Star Trek: Hidden Evil (PC, 1999)
🟡 Kleine Anpassungen nötig – Vorgerenderte Hintergründe, Tank Controls
Tobi: „Ein Resident Evil Clone, bei dem man sehr gelangweilt auf irgendwelche Drohnen schießt mit dem Phaser. Das Let’s Play dauert eine Stunde. Das ist genau so ein Spiel, was ich mal gerne im Livestream spielen würde.“
Gordon: „Das ist so dusselig, das kannst du eigentlich nur im Livestream spielen und dich permanent darüber aufregen, dass die das früher ernst gemeint haben, so ein Spiel rauszubringen.“
Andi: „Grafisch sieht das eigentlich ganz geil aus.“ – Gordon: „Ja gut, es sieht alles gut aus, weil das vorgerenderte Hintergründe sind.“
Verdict: 😐 Ironischer Livestream-Stoff, mehr nicht. Resident Evil mit Phasern klingt geil, ist es aber nicht – eine Stunde gelangweiltes Drohnen-Abschießen mit Tank Controls. Die vorgerenderten Hintergründe sehen hübsch aus, aber das ist wie ein schöner Bilderrahmen um ein Bild von einem leeren Parkplatz.
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Mod-Empfehlung: Keine essenzielle Mod bekannt.
Star Trek: Starfleet Command (PC, 1999)
🟡 Kleine Anpassungen nötig – Auf Steam verfügbar, Kompatibilitätshinweis für Windows XP-8
Gordon: „Das ist richtig geil! Du konntest selber ausrüsten bei den Raumschiffen, ob du Proton-Torpedowerfer reinbaust oder Phasorbänke, wie viel Schild du reinpackst. Und dafür hast du ein Budget bei jedem Raumschiff. Das ist super das Spiel!“
Jascha: „Wenn man sich erinnert an den Raumkampf in Wrath of Khan, wo Khan gegen Kirk antritt – da kommt so richtig dieses Feeling auf. Es ist mechanisch ausgereift genug, dass man damit heutzutage auch immer noch Spaß haben kann.“
Tobi: „Da gibt es auch diverse Nachfolger.“
Verdict: 🏆🏆 Der beste taktische Raumkampf im Star Trek Universum – und das ist keine Übertreibung. Raumschiffe ausrüsten, Budget verwalten, Phaserbänke positionieren und dann wie Kirk gegen Khan antreten. Wer nach Wrath of Khan immer dachte „das will ich selber spielen“ – hier ist es. Absolute Pflicht.
Mod-Empfehlung: Keine essenzielle Mod bekannt.
Star Trek: Conquest Online (PC, 2000)
Jascha: „Das ist so was, wo Q mir gleich sagt, ich könnte meine Sternenflottenbasis auf Level 7 ausbauen, wenn ich ihm einfach nur 17,35 Euro überweise für 1000 Dilithium-Kristalle.“
Gordon: „Das hat ja niemand gespielt. Also auch niemand, den ich kenne, und der kannte auch wiederum niemanden, der das gespielt hat.“
Tobi: „Ich denke, dass es so eine Art OGame ist. Und sehr minimalistisch.“
Verdict: 💩 Ein Browserspiel, das zu Recht niemand kennt – und niemand kannte jemanden, der jemanden kannte, der das gespielt hat. OGame mit Star-Trek-Skin, und selbst das ist eine Beleidigung für OGame. Eingestellt, vergessen, begraben.
Star Trek: The Next Generation – Birth of the Federation (PC, 1999)
🟡 Kleine Anpassungen nötig – Nicht in digitalen Stores, aber Fan-Projekte wie Star Trek Supremacy existieren
Gordon: „Das Besondere ist, dass du nicht nur die Föderation spielen kannst, sondern zum Beispiel auch die Ferengi. Und ich weiß, dass wir das damals gemacht haben – weil für den Profit! Das hat uns Wochenenden lang beschäftigt.“
Jascha: „Es ist mechanisch ausgereift genug für die Zeit, aber das Genre hat sich einfach so sehr weiterentwickelt seitdem. Es sieht aus wie Galactic Civilizations.“
Andi: „Auch wieder von Microprose übrigens.“ – Gordon: „Es gibt Fan-Versionen wie Star Trek Supremacy, die immer noch weiterentwickelt werden!“
Verdict: 👍 Civilization im Weltraum, und du kannst als Ferengi spielen – für den Profit! Hat Gordon und Tobi wochenenlang beschäftigt, und dank Fan-Projekten wie Star Trek Supremacy lebt der Geist weiter. Das Genre hat sich weiterentwickelt, aber die Nostalgie bleibt.
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| Nicht mehr erhältlich (Abandonware) – Fan-Nachfolger: Star Trek Supremacy | — | PCGW 🟡 |
Mod-Empfehlung: Star Trek Supremacy – Open-Source-Nachfolger von Birth of the Federation mit modernen Features.
Star Trek: Voyager – Elite Force (PC, 2000)
🟡 Kleine Anpassungen nötig – Auf GOG verfügbar
Andi: „Das war von vorne bis Ende einfach nur geil, das hat so viel Spaß gemacht. Die Missionen waren cool, das Pacing war richtig geil, die Grafik war der Knüller. Das würde ich auf jeden Fall heutzutage immer noch spielen.“
Tobi: „Geilst fand ich, dass du diesen Infinity-Modulator hattest gegen die Borg – einen Phaser, der sich permanent die Frequenz geändert hat.“
Gordon: „Das sieht sehr sauber aus für einen Shooter. Das war auch die id Tech 3 Engine – Quake 3. Ganz sauberer First-Person-Shooter.“
Jascha: „Tuvok hat ein spezielles Team zusammengestellt – die Elite Force. Er hat quasi einfach fünf Leute in Pyjamas dahingestellt, denen ein extra Gürtel gegeben und ein Phaser in die Hand.“
Verdict: 🏆🏆 DAS Star Trek Spiel schlechthin. Quake-3-Engine, Voyager-Setting, Borg-Kuben und ein Infinity-Modulator, der die Frequenz wechselt – besser wird’s nicht. Zwischen den Missionen auf der Voyager rumlaufen und alles erkunden ist das Gaming-Äquivalent von Second Life im Delta-Quadranten. Absolute Pflicht, auch 25 Jahre später.
Mod-Empfehlung: Keine essenzielle Mod bekannt.
Star Trek: Deep Space Nine – The Fallen (PC, 2000)
🟡 Kleine Anpassungen nötig – Unreal Engine 1, Abandonware
Tobi: „Das Interessante ist, du hast drei Kampagnen – eine mit Sisko, eine mit Kira und eine mit Worf. Die überlagern sich zeitlich. Es ist nie straight forward, aber es läuft trotzdem irgendwie darauf hinaus, alles niederzuschießen.“
Gordon: „100 Prozent ist das auch die Unreal Engine, ich sehe das an den Polygonen.“ – Andi: „Nein, das sieht auch wie die Quake Engine aus.“ – Jascha: „Engine ist Unreal Engine 1 tatsächlich, laut Wikipedia.“ – Gordon: „Scheiße.“
Andi: „Worf sieht aber auch stark Low-Poly aus. Grafisch sieht das eigentlich ganz geil aus wegen der Beleuchtung.“
Verdict: 👍 Drei Kampagnen mit Sisko, Kira und Worf, die sich zeitlich überlagern – cooles Konzept. Die Beleuchtung sieht überraschend gut aus, Worf dafür überraschend polygonal. Gordon war sich sicher, dass es die Quake Engine ist. War es nicht. Scheiße.
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| Nicht mehr erhältlich (Abandonware) | — | PCGW 🟡 |
Mod-Empfehlung: Keine essenzielle Mod bekannt.
Wusstet ihr schon?
🎬 Robert Picardo folgt Gordon auf Instagram. Ja, wirklich. Der Darsteller des medizinischen Notfallprogramms aus Voyager. Antworten tut er allerdings nicht, „der Arsch“. Wahrscheinlich hat er aus Versehen auf Folgen gedrückt.
🕹️ Im Jahr 2000 erschienen NEUN Star Trek Spiele gleichzeitig. Neun! Die Leute reden heute von Marvel Fatigue bei drei Filmen pro Jahr – die Trek-Fans hatten das schon drauf, bevor es cool war.
🎮 Garrett Wang (Harry Kim aus Voyager) wurde 1997 von People Magazine unter die 50 schönsten Menschen der Welt gewählt – auf Platz 18. Also nicht ganz Sexiest Man Alive, aber fast. Böse Zungen behaupten, das könnte beim Casting geholfen haben.
⚔️ Die Borg waren ursprünglich gar keine Zombie-Assimilierer. In ihren ersten Auftritten bei TNG haben sie einfach Stücke aus Planeten rausgeschnitten und Technologie geklaut – ohne das ganze „Widerstand ist zwecklos“-Assimilierungs-Ding. Das wurde erst später dazugedichtet.
🎭 Der „Native American Consultant“ für Voyagers Chakotay war möglicherweise gar keiner. Der Berater, der Robert Beltran bei der Darstellung eines amerikanischen Ureinwohners helfen sollte, hat sich seine Expertise anscheinend eher angelesen als geerbt. Kulturelle Aneignung auf Meta-Ebene quasi.
Outro
Viel Spaß beim Hören!
Tobi & Gordon
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