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2001: Final Fantasy X, Halo und die Xbox: Das krasseste Spielejahr geht weiter – Teil 2

Ihr dachtet, mit Gothic, GTA III und Max Payne wäre 2001 auserzählt? Nicht mal ansatzweise. Teil 1 der Retrospektive endete nach zwei Stunden bei Serious Sam, und der komplette Rest der Liste lag noch unangetastet da. Den arbeiten Gordon und Tobi jetzt ab: Final Fantasy X, Halo, Metal Gear Solid 2, Ico – und drei Konsolen, die sich im selben Jahr gegenseitig auf die Füße treten.

Diesmal sitzt ein Dritter mit am Tisch, und den kennt ihr schon. In Teil 1 fiel sein Name dreimal, ohne dass er sich wehren konnte: Jacek, Gordons Schulfreund aus Berlin-Mariendorf, inzwischen Professor mit Doktortitel. Er ist der, bei dem Gordon zum ersten Mal GTA III gespielt hat. Der, der mit 15 noch nicht alt genug für Diablo II war, weshalb Gordon am Karstadt kaufen musste. Und der, dem Tobi das Anachronox-Kapitel zugeschrieben hat, weil er der Einzige war, dessen Rechner es packte.

Jetzt darf er selbst reden. Und er fängt damit an, dass Gordons Liste ein Loch hat.

Vorher noch kurz: Gran Turismo 3 und eine offene Rechnung

Zur Mechanik, weil es sonst Beschwerden hagelt: Es zählt weiterhin der First Release. Gordons Liste sortiert nach Bekanntheit und Verkaufszahlen und nimmt jeden Titel mit, der 2001 irgendwo auf der Welt zuerst erschienen ist. Deshalb stehen hier Spiele, die bei uns erst 2002 im Regal lagen.

Eine Sache wurmt Gordon noch aus der letzten Folge. Sein Tonfall bei Gran Turismo 3 war eine Spur zu lässig für ein Spiel, das die PS2-Verkäufe weltweit angeschoben hat.

Gran Turismo 3, naja, ist halt ganz nett und so. Aber es ist wirklich durch die Decke gegangen.

Tobi hat ebenfalls eine offene Rechnung, und zwar mit Serious Sam. Die recycelten Levels nerven ihn bis heute, und im frisch erschienenen Nachfolger latscht er schon wieder durch dieselben ägyptischen Pyramiden. Sein Urteil bleibt: langweilig, und der Ikonen-Status erschließt sich ihm nicht.

Final Fantasy X: Daddy Issues in einer schwebenden Wasserkugel

Jacek ist Story-Spieler, und für ihn ist Final Fantasy X der Höhepunkt der Serie. Unter den Fans der alten Schule gilt Teil 10 als das letzte gute Final Fantasy – er gehört zu dieser Fraktion. Technisch war der Sprung von Teil 9 brutal: Am 19.07.2001 erschien Final Fantasy X in Japan als erster Serienteil für die PlayStation 2 und als erster, bei dem nicht mehr 3D-Figuren über vorgerenderte Hintergründe liefen, sondern alles echtes 3D war.

Gordon will den Elevator Pitch, Tobi liefert.

Father Issues, also Daddy Issues, das ist Final Fantasy X.

Der Rest der Erklärung wird dann so wirr, wie man es erwartet: Der Held ist Starspieler in einem Sport namens Blitzball, gespielt in einer schwebenden Wasserkugel, wird von einem weltvernichtenden Monster in eine andere Zeit geschleudert, beschützt Yuna – und am Ende ist das Monster sein Vater. Jaceks Kommentar dazu ist der ehrlichste des Abends: klingt schrecklich, war aber so gut.

Tobis Rangliste der PS1/PS2-Ära: 7 übertrumpft alles, dann 10, dann 8, dann 9, ganz hinten 12. Gealtert sei Teil 10 trotzdem schlecht, die Story hält er schlicht für Müll. Sein Argument: Aus Teil 7 hat Square Filme, Remakes und Sequels gemacht, zu Final Fantasy X kam außer Re-Releases nicht mehr viel. Wobei Final Fantasy X-2 2003 immerhin das erste direkte Sequel der gesamten Serie war – für eine Reihe, die sonst jedes Mal bei null anfängt, eine Ansage.

Warum Gordon nie warm wurde, weiß er genau. Nicht die rundenbasierten Kämpfe sind das Problem, sondern die Random Encounters. Die haben ihn schon bei Pokémon gebrochen. Gespielt hat er Final Fantasy X nur bei Clemens, und dort ausgerechnet Endkampf plus Abspann, ohne eine einzige Figur zu kennen.

Einig sind sich alle drei bei der Musik. Nobuo Uematsu ist für Jacek eine Legende: Konzerttourneen, Orchesteralben, dazu eine Prog-Rock-Band, die Final-Fantasy-Stücke rockig neu einspielt. Es gibt nicht viele Spieleserien, deren Konzertmitschnitte sofort ausverkauft sind.

The Spirits Within: 137 Millionen Dollar für einen Film, den keiner verstand

Passend dazu lief 2001 auch Final Fantasy: The Spirits Within im Kino, ab dem 11.07. in den USA. Gordon war visuell platt – halbwegs menschlich aussehende Figuren, Lighting-Effekte, die es so nicht gab. Inhaltlich sah es anders aus.

Aber dann guckst du den, und keiner versteht den Film. Keiner.

Die Zahlen geben ihm recht: 137 Millionen US-Dollar Budget, rund 32 Millionen Einspiel in Nordamerika, 53 Millionen international. Statt des geplanten Gewinns meldete Square für das Geschäftsjahr einen Verlust von 84 Millionen Dollar, überwiegend wegen dieses Films. Jacek ordnet ein, dass in dieser Phase das Team auseinanderfiel; die Fusion von Square und Enix folgte 2003.

Gordon erzählt den Produktionswahnsinn dahinter: eine der größten Renderfarmen ihrer Zeit, ein Jahr Rechenzeit, Stunden pro Einzelbild. Nicht einmal durchrendern und fertig, sondern abends starten, morgens schauen, ob es mies aussieht, und noch mal. Sein Vergleich ist Dune, wo für die blauen Augen jedes einzelne Frame nachgemalt werden musste.

Halo: Der Trailer, der über die GameStar auf den Schulhof kam

Und dann kommt die schönste Anekdote der Folge, und sie gehört Jacek. Dass Gordon überhaupt je von Halo gehört hat, liegt an einer Zeitschrift.

Jacek war der GameStar-Sammler der Klasse und brachte jedes Heft mit in die Schule. In einem stand ein mehrseitiger Artikel: Ein Redakteur war in die USA geflogen und hatte sich bei Bungie den ersten Tech-Trailer zeigen lassen, der auch auf der Heft-CD lag. Master Chief war da noch nicht Master Chief, sondern mehrere Figuren mit dem ikonischen Helm, die Granaten in einen Bunker warfen, in dem Eliten hockten.

Du hast uns eigentlich alle angefixt in der Schule für dieses Spiel.

Dass daraus der System Seller einer noch nicht erschienenen Konsole wird, ahnte damals niemand. Halo begann bei Bungie als Echtzeit-Strategiespiel für den Mac; Microsoft kaufte das Studio im Juni 2000 und baute einen Ego-Shooter daraus. Ergebnis: Metacritic 97, das bestbewertete Spiel des Jahres, über sechs Millionen verkaufte Exemplare, und rund jeder vierte Xbox-Besitzer hatte es im Regal. Wie es danach weiterging, steckt in der kompletten Halo-Reihe im Podcast.

Gordon spielte es trotzdem erst auf dem PC – überzeugt hatte ihn Simon von Giga Games, der von morgens bis abends Loblieder sang. Jacek sah es zuerst bei Henry, der alles vor allen anderen hatte, und sparte dann selbst darauf, obwohl er nie ein Shooter-Mensch war. Hängen geblieben ist bei ihm die Ringwelt: Das Konzept war so präsent, dass Lehrer darauf ansprangen und im Physikunterricht erklären mussten, ob so etwas funktionieren könnte.

Xbox: Schwarzer Kasten, 8 GB Festplatte, Bill Gates mit Burger

Am 15.11.2001 erschien die Xbox in Nordamerika, in Japan erst am 22.02.2002, in Europa am 14.03.2002. Im selben Jahr hatte Sega mit der Dreamcast die Segel gestrichen – und dann stellt Microsoft ein Gerät hin, das nicht das angekündigte metallene X ist, sondern ein schwarzer Klotz mit 8-GB-Festplatte.

Genau die war das Verkaufsargument. Tobi erinnert sich an den Schockmoment: PlayStation-2-Memory-Card, 8 MB, Blöcke mühsam verwalten – Xbox anschalten, über 50.000 Blöcke frei. Voll bekamst du das Ding nur, wenn du deine komplette CD-Sammlung draufgerippt hast. Bei der PS2 ging eine Platte nur per Adapter; Tobi löst das bei sich heute über Softmod und Netzwerkfestplatte am Router.

In Japan floppte die Xbox trotzdem. Amerikanische Hardware hatte es dort schwer, und der Riesencontroller half nicht. Zur Präsentation stellte sich Bill Gates neben Dwayne Johnson, und Gordons Erklärung dafür ist bestechend: Mit einem normalgroßen Menschen hätte die Konsole noch größer ausgesehen. Der schmalere S-Controller entstand erst für Japan und ist nach Gordons Urteil objektiv der bessere. Eine Farbe gab es allerdings nur dort, ein helles Blaugrau, und die fehlt ihm bis heute – bei vier bis fünf Classic-Xboxen und rund 15 Controllern im Haus. Wer nach Japan fliegt: Er nimmt auch Geschenke.

Gordon hat Ed Fries mal getroffen, damals Vice President für Game Publishing bei Microsoft und der Mann, der den Bungie-Kauf durchzog. Fries programmierte 2010 aus reiner Lust an technischen Grenzen Halo 2600 für den Atari 2600 und verschenkte es an Freunde. Gordon lehnte dankend ab. Begründung, kurz gefasst: sieht aus wie E.T.

Metal Gear Solid 2: Der dreisteste Heldentausch der PS2-Ära

Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty erschien im November 2001 für die PlayStation 2, verkaufte sich weltweit über sieben Millionen Mal und steht bei Metacritic bei 96. Für den späteren Xbox-Port hat Gordon wenig übrig: Metal Gear und PlayStation sagt man in einem Atemzug, der Rest ist Beiwerk.

Was das Spiel zum Skandal machte, erklärt Tobi am besten. Das Tanker-Intro ist bis heute eine der besten Eröffnungen überhaupt – Solid Snake schwingt sich im Chemieanzug von der Brücke, der Regen prasselt auf ihn, alles ultracool. Und dann tauscht das Spiel den Helden gegen Raiden aus.

Sehr viele haben sich total abgefuckt gefühlt. Kojima hatte den Masterplan dahinter, aber alle haben gesagt, das ist so ein Lauch.

Gordon bekommt von der Story ungefähr so viel zusammen, wie man nach 25 Jahren eben zusammenbekommt: Schattenregierung, korrumpierte Roboter, ein weltumspannendes Netzwerk und der Versuch, die Bedingungen zu replizieren, unter denen Solid Snake so gut geworden ist. Tobi ergänzt trocken, dass am Ende KIs die Zukunft übernehmen. Einig sind sich beide, dass Hideo Kojima eigentlich Filme machen will und Teil 2 an vielen Stellen zu lang gezogen ist. Bei Teil 4 dann erst recht.

Jacek hat das Spiel damals komplett umgangen, und der Grund ist großartig albern: Er las Metal, dachte an das berüchtigte Heavy Metal F.A.K.K.², hielt Metal Gear Solid für etwas Ähnliches und ließ die Finger davon. Sein erstes Kojima-Spiel wurde deshalb erst Death Stranding – und er gehört zu den Leuten, die es großartig finden.

Da ist was Superspezielles dran, was man noch nie wirklich davor gesehen hat.

Womit Gordon endlich beweisen kann, dass es solche Leute wirklich gibt.

Ico: Das leiseste Spiel des Jahres

Zwischen all den lauten Granaten steht ein Spiel, das nichts erklärt. Ico hat keine Dialoge, keine Anleitung, keinen Tutorial-Text – nur eineinhalb Figuren und eine Umgebung. Für Gordon ist genau das zur Signatur des Studios geworden: imposante Landschaften, möglichst wenig preisgeben, alles selbst erfahren lassen.

Tobi beschreibt die Mechanik, die daraus entsteht: Du ziehst ein Mädchen die ganze Zeit an der Hand durch die Level, und lässt du sie zu lange stehen, holen Schattenwesen sie. Sein Vergleich: Das fühlt sich heute an wie ein sehr frühes Indie-Game. Gordon kontert mit einer erwachsenen Variante von Yoshi’s Island, was inhaltlich Quatsch und als Bild trotzdem erstaunlich gut ist.

Kommerziell lief Ico unter dem Radar, in Europa erschien es erst am 22.03.2002. Ausgegraben wurde es rückwirkend über Shadow of the Colossus und The Last Guardian derselben Macher. Beide halten es für einen Pflichttitel – Gordon tippt darauf, dass es in jedem dieser 1001-Spiele-vor-dem-Tod-Bücher steht.

GameCube: Der Würfel mit dem Griff

Als wären zwei Konsolen nicht genug, kommt Nintendo mit einem kleinen Würfel um die Ecke, an den sie einen Tragegriff geschraubt haben. Der GameCube erschien am 14.09.2001 in Japan, am 18.11.2001 in Nordamerika und in Europa erst am 03.05.2002. Auf dem Papier war er Xbox und PS2 unterlegen, in der Praxis sortiert Tobi anders: PS2, dann GameCube, dann Xbox. Ausgebremst haben ihn vor allem die Mini-DVDs mit 1,5 GB.

Dafür ist er heute die am besten konservierte Konsole seiner Generation. Tobis Argument: Weil so viel Arbeit in den Dolphin-Emulator geflossen ist, spielt man GameCube-Titel dort meist am besten – außer es gab eine Xbox-Fassung, die auf modernen Systemen sauber läuft.

Dass Nintendo bewusst erwachsener werden wollte, zeigt der Rest der Ära: Capcom liefert Resident Evil, Twilight Princess wird das düsterste Zelda bisher. Und am Ende wurde aus dem Würfel die Wii – Miyamotos Idee, das Konzept weiterzuentwickeln und nur die Eingabemethode zu ändern. Leistungstechnisch, sagt Gordon, sind das zwei aneinandergeklebte GameCubes. Verkauft hat es sich trotzdem wie verrückt.

Pikmin: Miyamoto steht im Garten, ein Team muss liefern

Den Start unterfütterte Nintendo nicht mit technischen Kennzahlen, sondern mit Software. Launchtitel in Japan war Luigi’s Mansion, weil Mario Sunshine nicht rechtzeitig fertig wurde. Und dann Pikmin, am 26.10.2001: ein Strategiespiel als früher Systemtitel, mit Olimar als bewusst mario-ähnlicher Figur, weil man sich einen komplett neuen Look nicht traute.

Tobi erzählt die Entstehungslegende mit hörbarem Genuss. Miyamoto stand im Garten, fand das interessant, und irgendein Team musste daraus ein Spiel machen. Gordon zieht die Parallele zu Pixar, wo bei einem einzigen Abendessen die Ideen für Cars und Findet Nemo auf dem Tisch lagen. Sein Punkt: Ideen hat jeder, entscheidend ist die Position, sie auch durchzudrücken.

Black & White: Regenbogen-Texturen und die Elsa Erazor

Jacek hat noch einen Nachtrag: Black & White von Peter Molyneux. Gordon behauptet 2000, Jacek beharrt auf 2001 – und Jacek hat recht, Lionheads Erstling erschien Ende März 2001. Tobi erledigt Molyneux mit einem Halbsatz als ultimatives Negativbeispiel für den kreativen Kopf, den man besser nicht alleine reden lässt.

Daran hängt der schönste Nostalgie-Abzweig der Folge: Grafikkarten. Bei Gordons Kumpel Basti sah Black & White auf einer Voodoo-Karte regenbogenfarben aus, weil die Texturen nicht sauber dargestellt wurden. Gordon hatte eine Matrox Mystique. Und Jacek fällt mitten im Gespräch nach 25 Jahren wieder ein, wie seine erste Karte hieß: eine Elsa Erazor, gekauft in einem kleinen Computerladen in Mariendorf – und zwar nur, um Ultima IX zum Laufen zu bringen. Dass die Optik der Verpackung mit ihren gerenderten Monstern gelegentlich mitentschieden hat, gibt Gordon offen zu.

Der Rest der Liste: Was Gordon unterschlagen hat

Dann greift Tobi zur Recherche und zerlegt die Liste. Rez, Sonic Adventure 2, Shenmue 2, Jak and Daxter, Ikaruga, Alien vs. Predator 2, Clive Barker’s Undying, Return to Castle Wolfenstein, Dark Age of Camelot, Sonic Advance, Fatal Frame, Animal Crossing, Crazy Taxi 2. Gordons Verteidigung: Seine Liste sortiert nach Bekanntheit und Verkaufszahlen, und da fällt Shenmue 2 nun mal durch.

Also 2001 war wahrscheinlich das krasseste Jahr in der Spielegeschichte.

Zur Ehrenrettung gehören auch die Gurken. Tobi nennt Etherlords, Ecks vs. Sever für den Game Boy Advance und Spider-Man: Mysterio’s Menace. Gordon gibt zu, den Strategiekram trotzdem gespielt zu haben – er hat mit Jascha jedes Wochenende zwei, drei Titel bei Videotown ausgeliehen und durchgerattert.

Counter-Strike: Der Clanwar in der Turmstraße

Bleibt die Geschichte, für die Jacek eigentlich eingeladen wurde. Die Clique schleppte ihre Rechner erst in Henrys Keller, dann übers Wochenende in Bastis Poolhaus, spielte zwei Tage Counter-Strike gegeneinander und fühlte sich unschlagbar. Also verabredete man sich über das Internet zum Clanwar in einem Internetcafé in der Turmstraße in Moabit.

Es wurde ein Massaker. Elf zu eins, oder so ähnlich. Gleiche Rechner, gestellt vom Café, keine Ausrede möglich.

Du kommst um die Ecke, pack, Headshot, egal welche Waffe. Das kann nicht sein.

Jacek erinnert sich an die Rückfahrt: Gordon komplett zerstört, im Zimmer angekommen die Ankündigung, das Computerspielen aufzugeben und nur noch Kartenspiele zu machen. Tobi diagnostiziert das Gesamtwerk als Sunk-Cost-Fallacy, Gordon besteht auf Redemption Arc. Zurückgeholt hat ihn ausgerechnet der Game Boy Advance. Jahre später hat er dann den Macher von Counter-Strike interviewt und ihm erzählt, was das Spiel bei ihm angerichtet hat.

Die komplette Liste: So spielt ihr die Spiele aus Teil 2 heute

Wie schon in Teil 1 haben wir zu jedem Titel nachgesehen, wie man ihn 2026 am sinnvollsten spielt. Preise sind Momentaufnahmen vom 15.09.2026, die Decomp-Stände ebenfalls.

Spiele mit PC-Fassung

SpielBeste Version heuteShop und BestpreisPflicht-Patches und ModsDecompWichtigster Fallstrick
Final Fantasy X (2001, PS2)Final Fantasy X/X-2 HD Remaster
8,78 €
Zum Deal →
Untitled Project X für japanische Tonspur, DPI-Fixes und Gamepad-ButtonsAktive FPS-Limiter wie RivaTuner oder Treiber-Limits treiben die Ladezeiten auf bis zu 30 Sekunden. Erst abschalten, dann spielen
Halo: Combat Evolved (2001, Xbox)Master Chief Collection, Halo CE mit Classic-Grafik
26,00 €
Zum Deal →
Keine nötig. Puristen greifen zu Custom Edition plus Refined und Chimera4,5 %Anniversary-Grafik ist Standard, das Original liegt auf dem Umschalter. Refined und CEnshine überschneiden sich und verfälschen die Optik
Metal Gear Solid 2 (2001, PS2)Sons of Liberty – Master Collection Version
11,88 €
Zum Deal →
Community-Mods für echte 4K-AusgabeDie Master Collection rendert intern in 720p, obwohl 1080p beworben wurde. Zum Start fehlten Fenstermodus und Auflösungswahl komplett
Black & White (2001, PC)Original-CD, es gab nie eine digitale NeuauflageNicht digital erhältlichZwingend in dieser Reihenfolge: Patch 1.1, dann 1.2, dann der inoffizielle Patch 1.425,5 %Ohne den inoffiziellen 1.42 startet das Spiel auf modernen Systemen gar nicht. Der Audio-Ordner muss von Hand von der CD kopiert werden, sonst fehlt die Musik. Kompatibilitätsmodus macht es schlimmer

Konsolenspiele ohne PC-Fassung

SpielBeste Version heuteVerfügbarkeitEmulationDecompWichtigster Fallstrick
Ico (2001, PS2)ICO & Shadow of the Colossus Collection für PS3Nur gebraucht auf Disc, kein PC-ReleaseRPCS3 führt die PS3-Collection als playable, PCSX2 spielt das PS2-OriginalKein einziger legaler Digitalkauf für PC. RPCS3 braucht die offizielle PS3-Firmware plus eigene Spieldaten
Luigi’s Mansion (2001, GameCube)GameCube-Original oder Nintendo Classics auf Switch 2Seit 30.10.2025 im GameCube-Angebot von Nintendo Switch Online plus ErweiterungspaketDolphin17,8 %Das 3DS-Remake von 2018 ist eine andere Erfahrung, nicht die Originalfassung. Nintendo Classics setzt eine Switch 2 plus Erweiterungspaket voraus
Pikmin (2001, GameCube)Pikmin 1+2 für Nintendo SwitchDigital seit 21.06.2023, physisch seit 22.09.2023Dolphin für das GameCube-Original100 %Der Switch-Port basiert auf der Wii-Fassung New Play Control, nicht auf dem GameCube-Original. Steuerung und Detailverhalten weichen ab

Konsolen und Hardware

GerätSinnvolle Konfiguration heuteSpeicherBildWichtigster Fallstrick
Microsoft Xbox (2001–2005)Softmod, danach Spiele von interner Platte oder NetzwerkfreigabeOriginal-IDE-Platten sind über 20 Jahre alt. Ersatz per IDE-auf-SATA-Adapter plus SSDComponent oder HDMI-ModAlle Revisionen von v1.0 bis v1.5 haben einen Uhrenkondensator, der Säure verliert und die Platine zerstört. Sofort nach dem Kauf entfernen. Nur v1.6 hat ihn nicht
Nintendo GameCube (2001–2007)PicoBoot auf RP2040-Basis, dazu SD2SP2 oder GCLoaderMicro-SD statt Mini-DVD, bis 512 GBDigital-AV-Ausgang nur bei den frühen Geräten, dann Carby oder GCHDVor dem Kauf die Revision prüfen. Die späte Bauform hat weder Digital-AV-Ausgang noch den zweiten Serial Port, den viele Mod-Kits brauchen

Wer tiefer in Decompilations und Recompilations einsteigen will: Wie aus solchen Projekten spielbare PC-Fassungen werden, haben wir uns im Guide zu Recomp- und Decomp-Projekten genauer angesehen.

Wusstet ihr schon?

  • 🐜 Pikmin ist komplett decompiliert. Das Projekt zur GameCube-Fassung steht bei 100 Prozent übereinstimmendem Code – Luigi’s Mansion kommt im Vergleich auf 17,8 Prozent, Halo: Combat Evolved auf 4,5 Prozent.
  • 🎬 Final Fantasy: The Spirits Within kostete 137 Millionen US-Dollar und spielte weltweit nur rund 85 Millionen ein. Square meldete für das Geschäftsjahr einen Verlust von 84 Millionen Dollar, überwiegend wegen dieses Films.
  • 🎮 Halo begann bei Bungie als Echtzeit-Strategiespiel für den Mac. Erst nach der Übernahme durch Microsoft im Juni 2000 wurde ein Ego-Shooter für die Xbox daraus.
  • 🕹️ Ed Fries, bei Microsoft für den Bungie-Kauf verantwortlich, programmierte 2010 selbst Halo 2600 für den Atari 2600. Das Spiel wurde später in eine Ausstellung des Smithsonian American Art Museum aufgenommen.
  • ✂️ Metal Gear Solid 2 war vor dem 11. September fertig. Vor dem Release wurden Szenen entfernt, unter anderem eine Sequenz, in der Arsenal Gear die Freiheitsstatue verschiebt und durch einen Teil von Manhattan pflügt.

Drei Konsolen, ein Jahr, kein Geld

Damit ist die Liste abgearbeitet – und Gordons These steht. Was 2001 einmalig macht, sind nicht die einzelnen Spiele, sondern der Stau: drei Konsolenstarts, mehrere Serien, die hier ihren Grundstein bekommen, und eine Ära, die mit der Dreamcast endet. Tobis Rechnung dazu ist simpel. Kaufen konntest du das alles sowieso nicht, nicht mal eine der drei Konsolen, jedenfalls nicht ohne Kredit.

Offen bleibt am Ende trotzdem etwas: Jacek muss Metal Gear Solid endlich mal richtig spielen. Und für Ultima IX wird er wieder eingeladen – das Spiel, für das er sich damals überhaupt erst die Grafikkarte gekauft hat und das trotzdem nicht lief.

Viel Spaß beim Hören!

Tobi & Gordon

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