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Gameplay ist King – Warum 90% aller Spiele eigentlich Müll sind


Was zum Henker macht ein Spiel eigentlich gut? Und warum fühlt sich Gordon persönlich angegriffen, wenn Tobi ihm seine CD-i-Hommage zeigt? In dieser Diskussionsrunde werfen die beiden Spieleentwickler alle Regeln über Bord und philosophieren darüber, ob man Spielqualität überhaupt objektiv messen kann – oder ob am Ende doch nur der eigene Geschmack zählt.

Auslöser für diese Grundsatzdebatte war Arzette: The Jewel of Faramore – ein 2024 erschienenes Indie-Spiel, das eine liebevolle (oder verstörende, je nach Perspektive) Hommage an die berüchtigten CD-i-Zelda-Spiele darstellt. Tobi fand’s geil, Gordon war verwirrt. Und schon ging sie los, die Diskussion, die eigentlich nie endet.

Ob Vampire Survivors, Deponia oder FIFA – in dieser Episode wird kein Stein auf dem anderen gelassen. Und am Ende steht die Erkenntnis: Es ist kompliziert. Aber hey, das ist ja bei uns Nerds immer so.


Darum geht’s

Gordon und Tobi diskutieren die uralte Frage: Wann ist ein Spiel gut – und wann nur erfolgreich? Anhand von Arzette, Vampire Survivors, CD-i-Zelda und vielen anderen Beispielen analysieren sie, was einen „guten Kern“ ausmacht und welche Hürden Spieler überwinden müssen.

Was euch erwartet: Gameplay vs. Grafik ⚔️ Objektive Kriterien vs. persönlicher Geschmack 🎮 Zeitlose Klassiker vs. Zeitgeist-Hypes 🕹️ Publisher-Interessen vs. Spielerglück 💰

Für wen: Für alle, die sich nach einem Spielekauf schon mal gefragt haben: „Warum zur Hölle hab ich dafür Geld ausgegeben?“ – und für alle, die ihren Freunden verzweifelt erklären wollen, warum dieses obskure Indie-Game eigentlich ein Meisterwerk ist. Kurz gesagt – für alle Nerds mit Herz, die Gaming ernst nehmen, ohne den Spaß zu vergessen.


Die Diskussion im Detail

Der Auslöser: Arzette – The Jewel of Faramore (PC/Switch, 2024)

Arzette: The Jewel of Faramore

🟢 Läuft problemlos

Tobi: „Mir hat es halt echt Spaß gemacht. Das Gameplay ist sehr solide, es ist flüssig. Ich könnte es mir auch vorstellen, mehrfach durchzuspielen, weil du hast einen richtig guten Flow bei dem Spiel.“

Gordon: „Nur weil man es spielen kann und weil es irgendwie lustig ist, ist das noch lange kein gutes Spiel. Die Zielgruppe ist für mich so unheimlich spitz – wenn du das 10.000 Leuten geben würdest, würden 9.000 davon sagen, dass es kacke ist.“

Verdict: 👍 Solide Hommage für CD-i-Kenner

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Mod-Empfehlung: Farcette YTP Mod – Ersetzt alle Cutscenes durch YouTube-Poop-Versionen. Perfekt für alle, die den Wahnsinn auf die Spitze treiben wollen.


Die CD-i-Zelda-Spiele: Der Ursprung des Memes

Die berüchtigten Link: The Faces of Evil und Zelda: The Wand of Gamelon (beide 1993 für Philips CD-i) sind der Grund, warum Arzette überhaupt existiert. Diese Spiele wurden von einem russischen Animationsstudio entwickelt und sind heute vor allem für ihre bizarren, überanimierten Cutscenes bekannt – sie haben praktisch das gesamte YouTube-Poop-Genre erfunden.

Tobi: „Die Charaktere sind alle überanimiert, müssen sich in jedem Frame irgendwie bewegen und haben irre Augen, reden auch völligen Quatsch teilweise.“

Gordon: „Es hat ja auch niemals damals irgendjemand diese Dinger gespielt. Wer hatte denn den CD-i? Die sind auch hunderte Dollar wert heute, weil es so wenig Leute überhaupt besitzen.“


Die vier Säulen der Spielebewertung

Gordon erklärt sein Bewertungssystem aus dem Game-Design-Unterricht:

  1. Ästhetik (Grafik, Sound) – Kriegt die Aufmerksamkeit, hält sie aber am kürzesten
  2. Narrative (Story, Charaktere, Setting) – Mischding zwischen schnell und langfristig
  3. Mechanics (Gameplay) – Am schwersten zu vermitteln, hält aber am längsten
  4. Technologie – Variiert je nach Plattform

Gordon: „Wenn du die Grafik auf Null regelst und alle Dialogboxen überspringst – und das Spiel funktioniert immer noch und macht immer noch Spaß – dann hast du ein gutes Spiel.“


Beispiele aus der Diskussion

Vampire Survivors – Der Beweis, dass Gameplay König ist

Gordon: „So ein grafischer Müll und macht so viel Spaß. Herzlichen Glückwunsch. Das musst du erstmal hinkriegen.“

Daedalic Entertainment – Das deutsche Studio als Gegenbeispiel

Gordon: „Die Spiele haben keinen guten Kern. Die sind halt technisch von mir aus gut, weil sie funktionieren. Aber der Hauptcharakter bei Deponia ist so ein unfassbar nerviger Kack-Charakter.“

Tobi: „Der hat einfach nichts, was ihn irgendwie zum Helden oder sympathisch macht. Einfach nur ein dummes Arschloch.“

Super Mario World – Der Sweet Spot

Gordon: „Du musst nur den Zwei-Tasten-Griff beherrschen. Das ist die einzige Hürde bei dem Spiel.“

FIFA – Erfolgreich, aber gut?

Gordon: „Es ist einfach nicht gut. Das ist das Minimum, was sie machen müssen. Das hat sich dadurch verkauft, dass du ein verfucking Glücksspiel in dem Ding drin hattest.“


Die Kern-Hürden-Theorie

Tobis Fazit für die Bewertung von Spielen:

Tobi: „Für mich geht es bei gut oder schlecht um diesen Kern. Wenn du da hinkommst – aber du musst halt bewerten, wie viele Leute würden da hinkommen zu diesem Kern. Die Hürden könnten sein: Accessibility, Preis, Plattform, Bugs. Und wenn die Leute trotz dieser Hürden sagen: Ich will diesen Kern erleben – dann ist es gut.“

Tobi: „Ob der Kern wirklich gut ist, zeigt sich dann nur über die Zeit hinweg. Der kann in dem Moment gut sein, zehn Jahre später kann er aber auch nicht mehr so gut sein.“


Wusstest ihr schon?

🎮 YouTube Poop ist schuld: Das gesamte YouTube-Poop-Genre entstand aus den bizarren Cutscenes der CD-i-Zelda-Spiele. Der Entwickler von Arzette begann seine Karriere selbst als YTP-Creator.

📺 Fernseh-Quoten kommen aus einem Normdorf: In Deutschland stehen die berühmten Quotenboxen in einem speziellen „Normdorf“, dessen Bewohner stellvertretend für ganz Deutschland fernsehen.

💰 Der Hollywood-Dreifach-Faktor: Ein Film gilt in Hollywood erst als finanziell erfolgreich, wenn er das Dreifache seines Produktionsbudgets einspielt – wegen Marketing und Vertriebskosten.

🎬 Dark Star war ein Studentenfilm: John Carpenters Erstlingswerk wurde mit minimalstem Budget gedreht, während alle Beteiligten high waren. Heute gilt er als Kultfilm – aber objektiv ist er furchtbar.

🔧 Remaster als Verjüngungskur: Manchmal können Remaster ein damals schlecht bewertetes Spiel zum Klassiker machen, weil sie die Hürden (Bugs, veraltete Grafik) entfernen und den guten Kern freilegen.


Outro

Viel Spaß beim Hören!

Tobi & Gordon

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