Einleitung
Willkommen zum Horror der Neuzeit! Zwei ausgebildete Spieleentwickler und ein Ehrengast haben sich zusammengefunden, um das neueste Kapitel der legendären Survival-Horror-Reihe unter die Lupe zu nehmen: Resident Evil 9: Requiem. Gordon, Tobi und Gast Maurice haben das Spiel auseinandergenommen – wobei Tobi natürlich wieder „getobit“ hat und das Ding gleich dreimal durchgespielt hat. Mit 100% Achievements. Der Verrückte.
Resident Evil Requiem ist ein Spiel der Extreme: Auf der einen Seite bekommst du beklemmenden Survival Horror im klassischen Sanatorium-Setting mit der neuen Protagonistin Grace Ashcroft. Auf der anderen Seite ballert sich Leon S. Kennedy durch die Ruinen von Raccoon City wie in einem Action-Blockbuster. Zwei Spiele in einem? Funktioniert das? Spoiler: Jein.
Das Spiel hat sich in nur zwei Wochen über 6 Millionen Mal verkauft – ein echter Kassenschlager. Aber ist es auch ein würdiger Nachfolger? Hier ist unsere knallharte Videospielkritik.
Darum geht’s
Resident Evil 9: Requiem kombiniert klassischen Survival Horror mit actiongeladenen Shooter-Sequenzen. Du spielst abwechselnd die neue FBI-Analystin Grace Ashcroft in First-Person und den legendären Leon S. Kennedy in Third-Person. Das Spiel führt dich zurück nach Raccoon City und enthüllt dunkle Geheimnisse rund um Umbrella, Klonexperimente und das mysteriöse „Elpis“.
Was euch erwartet: Gruseliges Sanatorium 🏚️ Zombies mit Persönlichkeit 🧟 Raccoon City Nostalgie-Tour 💀 Path Tracing Grafik-Bombast 🔥 Hanebüchene Story-Twists 🤯
Für wen: Für alle, die sich gerne im Dunkeln vor riesigen Monsterkindern verstecken, während sie gleichzeitig überlegen, warum zum Teufel man drei Kristalle braucht, um aufs Klo zu gehen. Kurz gesagt – für alle Nerds mit Herz, die sowohl Alien Isolation als auch Resident Evil 4 lieben.
Das Spiel im Detail
Resident Evil Requiem (PC, PS5, Xbox Series X|S, Switch 2, 2026)
🟢 Läuft problemlos
Gordon: „Das sieht sackbeeindruckend aus, das Spiel am Anfang. Du bist da in dieser Stadt unterwegs und denkst dir – ey, alter Leute, was präsentiert ihr mir hier denn? Gib mir die Zombies!“
Tobi: „Requiem setzt im Ganzen so die Krone auf. Die haben ziemlich geprotzt mit ihrem Path Tracing. Das ist wirklich next level. Grafisch auf jeden Fall ein Brecher.“
Maurice: „Gameplaytechnisch hat es mir sehr viel Spaß gemacht. Ich finde es genial. Mich hat nur der Charakter von Grace Ashcroft ein bisschen gestört – es fällt mir schwer zu glauben, dass jemand beim FBI so übel naiv und unsicher ist.“
Verdict: 👍 Unterhaltsam, aber gespalten
Die Set-Pieces im Detail
Das Sanatorium – Survival Horror vom Feinsten
Der erste große Abschnitt des Spiels ist klassischer Resident Evil Horror pur. Grace Ashcroft, Tochter der Raccoon City-Überlebenden Alissa Ashcroft (ein Deep Cut zu Resident Evil Outbreak!), wird in ein mysteriöses Sanatorium verschleppt. Hier erwarten dich:
- Zombies mit Charakter: Die Untoten erinnern sich an ihr vorheriges Leben! Der Koch brubbelt Schimpfwörter, zwei Sängerinnen singen sirenenartig, und ein blinder Zombie mit Tropfgestänge kann den Koch mit einem Schlag töten
- Das Monster-Mädchen „The Girl“: Ein riesiges, lichtscheues Wesen, das dich durch die Gänge jagt – Alien Isolation lässt grüßen
- Katakomben mit Batterien: Klassische Stealth-Sequenzen
- Der Bluttank: Eine der coolsten Set-Pieces im ganzen Spiel – inklusive „Leichenlöscher“ im Aerosol-Format
Gordon: „Bis dahin war das Spiel sehr sauber. Das Sanatorium, der Untergrund darunter – du kommst in so ein Herrenhaus rein und denkst, sehr, wollte mehr als zehn Zimmer? Da gibt es Etagen darunter, da gibt es ein Biolabor, denkst du, mein Gott, die haben das gebaut, war Batman am Werk?“
Das Blut-Crafting-System
Grace hat einen Blut-Extraktor, mit dem sie überall Blut aufsammeln kann (ja, aus Eimern mit Blut). Damit craftet sie Items und Waffen. Das Highlight: Der hämoglobische Injektor – wie bei Blade 1 jagst du das Zeug den Zombies in den Nacken und sie explodieren einfach.
Raccoon City – Nostalgie-Tour mit Problemen
Ab der Spielhälfte übernimmt Leon komplett und das Spiel wechselt in den Action-Modus. Du erkundest die Ruinen von Raccoon City (zerstört durch eine thermobarische Rakete, nicht eine Atombombe – Tobi hat recherchiert) und besuchst ikonische Orte:
- Das RPD (Raccoon Police Department)
- Die U-Bahn
- Ein schräges Hochhaus mit Fensterfront-Boden
Das Problem: Alles sieht irgendwie gleich aus. Braun. Dröge. Und es sind gefühlt 15.000 gleichaussehende Zombies hintereinander.
Tobi: „Diese Leon-Section ist ein bisschen sehr langatmig. Vorher hattest du so viel Abwechslung, immer hin und her. Hier ist es wie ein Abziehbild von Resident Evil 4 – aber nicht vom gleichen Team gemacht.“
Maurice: „Es fühlt sich ein bisschen an, als hätte man den Mercenaries Mode mit einer Story versehen wollen.“
Die Motorrad-Sequenz
Leon findet ein 28 Jahre altes Motorrad in einem BSAA-Container (mit Sprit, der nicht schlecht geworden ist – Monate, Leute, nicht Jahre!) und es folgt eine On-Rails-Turret-Section gegen mutierte Wolfshunde. Am Ende: Ein Ritterduell auf Motorrädern. Over the top? Absolut.
Das Labor unter Raccoon City
Das Finale spielt in einem riesigen Labor mit einer 20-Meter-Umbrella-Tür (warum?!). Hier kämpfst du gegen Licker, mysteriöse Soldaten und hast einen Nahkampf mit einem Hank-mäßigen Typen.
Die Bösewichte
Victor Gideon
Ein Edge Lord im Schlangenleder-Outfit mit einer komischen Splinter-Cell-Brille. Zwei Meter groß, mutiert, aber sein Hintergrund wird kaum erklärt.
Gordon: „Der sieht aus wie ein Meme-Charakter. Der hat sich eine Collector’s Edition von Call of Duty bestellt und das Ding aufgesetzt. Ich weiß genau, was der sich für Pornos anguckt.“
Sino – Der Wesker-Klon
Ein blonder Typ, der wie Wesker aussieht, aber noch krassere Kräfte hat. Wer ist er? Keine Ahnung. Es wird nie erklärt.
Tobi: „Was soll das? Wer bist du? Wo kommst du her? Es werden irgendwelche Organisationen angedeutet, die man nie erklärt bekommt.“
Die Requiem-Waffe
Die namensgebende Waffe sieht aus wie die Gunblade aus Final Fantasy 8 – ein riesiger Revolver mit Klinge. Angeblich basiert sie auf einem echten russischen Modell. Leider gibt’s wenig Munition dafür (außer im New Game+).
Die Story – Ein Homöopathie-Desaster
Die Bösewichte glauben, dass Grace der „Schlüssel“ zu Elpis ist – einem mysteriösen Projekt unter Raccoon City. Sie denken, das Passwort dazu wurde über die Blutlinie vererbt (!). Deshalb haben sie jahrzehntelang Klone gezüchtet.
Am Ende stellt sich heraus: Elpis ist einfach ein Computer mit Texteingabe. Ein. Fucking. Passwort.
Tobi: „Ihr habt jetzt nicht einfach nur mit eurem unendlichen Geld einen Hacker angestellt, der dieses 30 Jahre alte System knacken kann? Ihr habt versucht, Jahrzehnte hinweg einen Blutnachfolger zu züchten in der Hoffnung, dass die Erinnerung an dieses Passwort durch das Blut… WHAT?!“
Maurice: „Das sind die Homöopathen des Horrorreichs.“
Tobis Tier-List Einordnung
- S-Tier: Resident Evil 2 (+ Remake), Resident Evil 1 Remake, Resident Evil 4 (Original)
- A-Tier: Resident Evil 4 Remake, Resident Evil 5, Resident Evil Village
- B-Tier: Resident Evil Requiem, Revelations, Resident Evil 3 Remake
New Game+ und 100%
- Insanity Mode: Alle Gegner auf Maximum, Items an anderen Stellen, brutale Herausforderung
- Speedrun-Challenge: Unter 4 Stunden durchspielen
- Unendlich Munition: Freischaltbar für die Requiem und den klassischen Infinite Rocket Launcher
- Das Final Puzzle: Ein total kryptisches Rätsel, bei dem du 115 Leichen in einen Schredder droppen, eine Puppe finden, 8x die Spülung drücken und einen Code eingeben musst. Das Internet hat’s in 2 Tagen geknackt.
Wusstet ihr schon?
🎮 Path Tracing vs. Ray Tracing: Resident Evil Requiem nutzt echtes Path Tracing auf PC und PS5 Pro – noch krasser als normales Ray Tracing, weil wirklich alles simuliert wird
🧟 Zombies mit Erinnerung: Die Untoten sagen manchmal noch „Rettet mich!“ oder „Es tut mir leid!“ während sie dich angreifen – creepy as fuck
💰 6 Millionen in 2 Wochen: Das sind bei 60€ pro Spiel etwa 360 Millionen Euro Umsatz – minus 30% Store-Gebühren immer noch ein fetter Gewinn
🎬 Tofu-Cameo: Der legendäre Tofu aus Resident Evil 2 taucht kurz hinter einer Säule im RPD auf
🔧 Adaptive Schwierigkeit: Das Spiel passt heimlich den Schwierigkeitsgrad an – tötest du gut, werden Zombies zu Kugelschwämmen
Ausblick
Was kommt als Nächstes? Die Community spekuliert über:
- Resident Evil 5 Remake
- Code Veronica Remake
- Resident Evil 1 Remake in der RE Engine mit Third-Person-Gameplay
Fazit
Resident Evil Requiem ist ein unterhaltsames, aber gespaltenes Erlebnis. Die erste Hälfte mit Grace im Sanatorium ist klassischer Survival Horror vom Feinsten. Die zweite Hälfte mit Leon in Raccoon City fühlt sich wie ein anderes Spiel an – actionlastig, aber auch etwas dröge. Die Story ist selbst für Resident Evil-Verhältnisse hanebüchen, die Bösewichte werden kaum erklärt, und das Ende lässt viele Fragen offen (DLC incoming?).
Aber: Grafisch ist es ein Brecher, das Gameplay macht Spaß, und für Fans der Serie gibt es massig Nostalgie-Bait. Ein solides B-Tier Resident Evil – nicht schlecht, aber auch nicht das Meisterwerk, das die Serie verdient hätte.n sich das Spiel (das übrigens erstmal nicht für PC erscheint) nicht astronomisch verkauft, dann wird es heißen: „AAA is dead.“ Und dann wird es richtig interessant.
Outro
Viel Spaß beim Hören!
Tobi & Gordon
Trefft uns auf unserem Discord-Server
Schaut uns live zu auf Twitch







