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Videospielverfilmungen Teil 1: Von Super Mario bis Uwe Boll – Die ehrliche Abrechnung

Schnallt euch an, denn heute reisen wir in eine dunkle Ära der Filmgeschichte. Eine Ära, in der Hollywood beschloss, aus euren liebsten Videospielen Filme zu machen – und dabei so ziemlich alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann. Von Klempnern in Dinosaurier-Dystopien über belgische Martial-Arts-Stars mit mysteriösen Stirnbeulen bis hin zu einem deutschen Regisseur, der das System so lange ausgebeutet hat, bis es zusammenbrach: Willkommen bei unserer Reise durch die Welt der Videospielverfilmungen.

Gordon und Tobi, zwei ausgebildete Spieleentwickler von der Games Academy, haben sich die Wikipedia-Liste aller Realverfilmungen vorgeknöpft – und festgestellt, dass sie zu zweit locker 90 Prozent davon gesehen haben. Wenigstens einer von ihnen. David, der dritte im Bunde, hatte sich als Vorbereitung den Warcraft-Film und BloodRayne angeguckt. Also erst mal durch die Hölle gegangen, wie Gordon es formuliert. Trotzdem: kein Bock auf den Podcast. Verständlich, nach BloodRayne.

Was folgt, ist ein schonungsloser Ritt durch die ersten Videospielverfilmungen der Geschichte. Von 1993 bis in die 2000er, von 48-Millionen-Dollar-Gräbern bis zu 146.000-Dollar-Einspielergebnissen. Und mittendrin die Frage: Wer hat eigentlich erlaubt, dass das passiert?

Super Mario Bros. (1993) – Das 48-Millionen-Dollar-Experiment

Alles begann mit dem ersten Videospielfilm überhaupt. Gordon erinnert sich noch genau: Als Club-Nintendo-Mitglied hatte er damals das Magazin bekommen, in dem der Film groß angekündigt wurde. Tobi? War Sega-Kind. Hatte weder NES noch Super Nintendo. “Ich bin dann erst mit dem N64 zu den Nintendo-Konsolen gekommen”, gibt er zu.

Was Hollywood 1993 aus Super Mario Bros. gemacht hat, ist bis heute legendär – und zwar nicht im guten Sinne. Bob Hoskins als Mario, John Leguizamo als Luigi, Dennis Hopper als King Koopa. Keine kleinen Nummern. Leguizamo kennt man noch heute – zuletzt als der Autodealer in John Wick, wie Tobi sofort einordnet.

“Hat niemand gerafft, worum es ging in dem Film. Also bis heute nicht.” – Gordon

Die Kurzfassung der Story: Die Mario-Brüder, Klempner von Beruf (natürlich), landen durch ein Portal in einer Paralleldimension. Dort hat der Meteorit, der die Dinosaurier ausgelöscht hat, eine zweite Welt erschaffen, in der sich Reptilien zu menschenähnlichen Wesen entwickelt haben. King Koopa – gespielt von Dennis Hopper mit einer De-Evolutionsknarre – will mit einem Meteoritenfragment die Menschenwelt unterjochen. Der König des Pilzkönigreichs? Ein echter Pilz. So ein schleimiges Geflecht.

“Sie sind einfach ultraverkopft an das Thema rangegangen”, fasst Tobi zusammen. “Zu einer Zeit, wo du aus den Spielen vielleicht ein paar stereotype italienische Aussprüche von Mario hattest. Und sie haben versucht, alles in ein reales Universum zu packen.” Gordon nennt das Ergebnis “absolut den Moxen” – aber er gibt zu, dass die Sets beeindruckend waren. “Das ist so groß wie Gotham City gefühlt. Wie bei Total Recall.” Eine dystopische Stadt, die 48 Millionen Dollar gekostet hat – von denen nur 21 Millionen wieder reinkamen. Als Vergleich: Terminator 2 kostete 102 Millionen und war bis dato der teuerste Film der Geschichte.

Trotz allem: Gordon findet, man kann sich den Film angucken. “Es ist jetzt nicht so, dass du in der Ecke sitzt und die ganze Zeit denkst, was für eine Scheiße. Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Liebe in diese Welt reingesteckt wurde.” Und dann ist da noch das Ende, wo Daisy mit einem Flammenwerfer auftaucht und sagt: “Ihr werdet nie glauben, was ich euch zu sagen habe.”

Double Dragon (1994) – Der T-1000 mit Johnny-Bravo-Frisur

7,8 Millionen Dollar Budget. 2,3 Millionen eingespielt. Acht Prozent auf Rotten Tomatoes. Willkommen bei Double Dragon.

Der Bösewicht? Robert Patrick. Der T-1000 aus Terminator 2. Mit blondierten Highlights und einer Frisur, auf der man “einen Teller oben draufstellen” könnte, wie Gordon es formuliert. “Was für ein Kackfilm”, sagt Tobi, und damit ist eigentlich alles gesagt.

Marc Dacascos und Scott Wolf spielen die Brüder Billy und Jimmy. Alyssa Milano leitet eine Kindergang im Jeans-Jumpsuit. Und das Ganze spielt im dystopischen Los Angeles des Jahres… 2007. “Also 2007, das war auch echt ein schlimmes Jahr, muss ich sagen”, kommentiert Gordon trocken.

“Is it too much to ask for total domination over one major American city? Is it?” – Robert Patrick als Oberbösewicht

Passend dazu gibt es ein Medaillon mit magischen Kräften, Gangs die nachts machen können was sie wollen, und den Charakter Abobo, der als mutierter Punk aussieht “als ob er zwei Hodensäcke als Backenmuskeln hätte”. Gordons Fazit: “Ich finde nicht, dass man sich den angucken muss. Da gucke ich mir über den Beastmaster an.” Fun Fact: Robert Patrick ist angeblich “still proud of his performance”. Scott Wolf und Alyssa Milano? Haben sich am Set ineinander verliebt.

Street Fighter (1994) – The Muscles from Brussels gegen Raúl Juliá

“Next, und richtig gut”, kündigt Gordon an, bevor er überhaupt den Titel nennt. 35 Millionen Dollar Budget, 100 Millionen eingespielt. Das ist schon eine Nummer.

Jean-Claude Van Damme als Guile. Raúl Juliá als M. Bison. Kylie Minogue als Cammy. “Ich hätte nie gedacht, dass eine Frau, die 1,50 Meter groß ist und keine Brüste hat, einen Videospielcharakter spielen kann, der 1,80 Meter groß ist und nur aus Brüsten besteht und Beinen”, kommentiert Gordon mit der ihm eigenen Subtilität.

Tobi nutzt die Gelegenheit für einen Deep Dive in die Street-Fighter-Namensverwechslung: In Japan heißt der Boxer M. Bison (weil er Mike Tyson sein sollte), der Diktator heißt Vega, und der Klauen-Typ heißt Balrog. Um Rechtsstreitigkeiten mit Tyson zu vermeiden, hat Capcom die Namen einfach rotiert – statt sie zu ändern. “Und statt dass sie das irgendwann mal gewechselt hätten, behalten sie das bis heute bei.”

“The day Bison graced your village was the most important day of your life. For me, it was Tuesday.” – Raúl Juliá als M. Bison

Was Gordon besonders feiert: Van Dammes Stirnbeule. “Der ist als Kind in einen leeren Pool gesprungen mit dem Kopf zuerst und hat seitdem eine Beule, die Jahrzehnt für Jahrzehnt größer wird. Und wenn du einmal drauf geachtet hast, kannst du nirgendwo anders mehr hingucken.” Selbst bei “tollen Filmen wie Sudden Death”.

Der Film hat zwar nur 11 Prozent auf dem Tomatometer, aber die Performance von “The Muscles from Brussels” und Raúl Juliá machen alles wett. Besonders tragisch: Es war Juliás letzter Film. Er drehte ihn, während er an Magenkrebs litt – weil seine Kinder unbedingt wollten, dass er M. Bison spielt. Parallel zum Film wurde übrigens “Street Fighter: The Movie: The Game” entwickelt, ein digitalisiertes Kampfspiel à la Mortal Kombat. “Die hatten leider nicht so die Ahnung, wie sie das vernünftig machen konnten”, sagt Tobi. Passend zum Film also.

Wer mehr über die Street-Fighter-Reihe erfahren will, dem sei übrigens unser Mortal Kombat Podcast ans Herz gelegt – da sprechen Gordon und Tobi ausführlich über die Beat’em’up-Ära der 90er.

Mortal Kombat (1995) – Der Film, den man nicht verschweigen musste

18 Millionen Dollar Budget. 122 Millionen Dollar eingespielt. Das ist keine Spieleverfilmung mehr, das ist ein Phänomen.

Regisseur Paul Anderson (der sich später in Paul W.S. Anderson umbenannte, um nicht mit dem anderen verwechselt zu werden) hat hier etwas geschafft, was vorher niemand hinbekommen hatte: einen Videospielfilm drehen, den man seinen Freunden empfehlen konnte, ohne sich zu schämen. “Das war der erste Film, den man auch wirklich gucken konnte, ohne sich zu schämen”, bestätigt Tobi.

Christopher Lambert als Raiden – “Es ist der fucking Highlander, der uns beschützt. Und er spielt den fucking Highlander in dem Film. Mit Blitzen.” Das Casting stimmt einfach. Shang Tsung, den man auch aus Man in the High Castle kennt, passt eins zu eins. Die Kampfszenen sind spannend. Die Feindschaften der Charaktere werden aufgebaut. Und dann ist da Johnny Cage.

“Johnny Cage in dem Film ist besser als Johnny Cage in den Spielen.” – Gordon

Gordons Highlight: Goro. “Der war natürlich total geil. Alle anderen sind humanoide Charaktere, und dann siehst du auf einmal den mit vier Armen.” Teilweise Stop-Motion animiert, teilweise ein Schauspieler im Kostüm. “Und dann der Crouch-Eierpunch von Johnny Cage!” Gordon ist Fan.

Die Effekte? Teils gut gealtert (Sub-Zeros Eis-Attacken), teils weniger (Reptiles Verwandlung). Aber darum geht es nicht. Der Film folgt treu der Story des Spiels: Outworld will die Erde übernehmen, die Elder Gods haben ein Turnier vorgeschrieben, und die Champions der Erde müssen antreten. Mortal Kombat war 1995 ein riesiger Hit – und ist bis heute die Blaupause dafür, wie Videospielverfilmungen funktionieren können. Wer tiefer in die Spielereihe einsteigen will, findet in unserem Mortal Kombat Podcast alles von den Anfängen bis zum aktuellen Teil.

Der Nachfolger, Mortal Kombat: Annihilation? Zwei Prozent auf Rotten Tomatoes. Alle Schauspieler recastet – außer Johnny Cage, dem sie direkt am Anfang das Genick brechen. “Der Christopher Lambert wurde auch rausgeschmissen, der neue Raiden kriegt so komische kurze Haare.” 30 Millionen Budget, CG schlechter als im Vorgänger, und die Charaktere springen permanent durch Portale, “weil sie kein Geld hatten, darzustellen, dass sie irgendwo hingehen.” Nächster Film bitte.

Lara Croft: Tomb Raider (2001) – Die erste richtig erfolgreiche Videospielverfilmung

115 Millionen Dollar Budget. 275 Millionen Dollar eingespielt. Das ist die Liga, in der Videospielverfilmungen endlich angekommen waren.

Angelina Jolie als Lara Croft – perfektes Casting, wie beide bestätigen. “Als man die gesehen hat, dachte man sofort: ja, absolut, perfektes Casting”, erinnert sich Tobi. “Sie sieht wirklich cool aus. Nicht nur sexy, sondern einfach cool als Charakter.” Dass Lara Croft vor dem Spielnamen steht? Brand Recognition Tests hatten ergeben, dass der Charakter bekannter war als das Spiel selbst.

Der Bösewicht: Iain Glen, den man heute als Jorah Mormont aus Game of Thrones kennt. Das Love Interest: ein schmaler, noch relativ unbekannter Daniel Craig. Und das Sahnehäubchen: Jon Voight spielt Laras Vater – und ist im echten Leben der Vater von Angelina Jolie. “Ein nettes Gimmick”, findet Gordon.

Die Story? Illuminaten jagen ein Artefakt mit Zeitkräften, Lara jagt hinterher. Steinstatuen erwachen zum Leben, Messer fliegen durch Zeitportale, und am Ende skatet Lara mit Schlittenhunden durch einen Eistunnel. “Das war eine sehr merkwürdige Szene”, gibt Tobi zu.

Der Nachfolger, Lara Croft Tomb Raider: Die Wiege des Lebens, ist praktisch eine 1:1-Kopie. “Wie bei Men in Black 1 und 2”, findet Gordon. Til Schweiger spielt mit, Angelina Jolie kriegt einen Ganzkörper-Latex-Anzug, und das Einspielergebnis halbiert sich fast. Paramount machte dafür das parallel veröffentlichte Spiel Angel of Darkness verantwortlich – das mega gefloppt war. Die goldene Himbeere für die schlechteste Hauptdarstellerin gab’s obendrauf. Wer unsere ausführlichen Podcasts zur Spielereihe nachhören will, wird in unserer Tomb Raider Retrospektive fündig.

Uwe Boll – Der LJN der Filmindustrie

“Uwe Boll ist für die Filmindustrie, was LJN für die Spieleindustrie war”, sagt Gordon. Und damit ist der Ton gesetzt für die wohl absurdeste Saga der Videospielverfilmungs-Geschichte.

Für alle, die LJN nicht kennen: Das war die Firma, die aus guten Filmen schlechte Spiele gemacht hat. Uwe Boll hat das Ganze einfach umgedreht – aus guten Spielen schlechte Filme gemacht. Aber mit System.

Das Geschäftsmodell war clever: Günstige Spielelizenzen aufkaufen, die nicht mehr ganz frisch waren. Schauspieler casten, die “auf dem absteigenden Ast waren oder noch unbekannt”. In Kanada filmen, wo es Filmförderung gibt. Das “Stupid German Money” aus den deutschen Filmförderungsfonds mitnehmen. Und dann das Ergebnis – egal ob Flop oder nicht – als Verlust von der Steuer abschreiben. Das deutsche Steuerrecht erlaubte Investoren bis 2005, 100 Prozent ihrer Filminvestition steuerlich abzusetzen. Boll hat das System perfektioniert.

House of the Dead (2003)

Der Anfang vom Anfang. Eine Gruppe Teenager auf einer Insel, Jürgen Prochnow als Kapitän, Zombies überall. Gordon hat den Film bei der Bundeswehr gesehen – an einem Tag, an dem er blau gemacht hat. “Legst dich hin, guckst den Film – oh Gott, das ist ja langweilig. Eingeschlafen. Wieder aufgewacht, ist immer noch der gleiche Film, immer noch kacke.” Tobi fasst alle Boll-Filme zusammen: “Generischer Müll, den er halbwegs von den Spielen ableitet.”

Alone in the Dark (2005)

Ein Prozent auf Rotten Tomatoes. Christian Slater als Paranormaler Ermittler, der in keiner Szene des Films allein oder im Dunkeln ist. Stephen Dorff (der Bösewicht aus Blade) spielt auch mit. Tobi war “totaler Alone in the Dark Fan” und entsprechend wütend: “Der hatte so absolut gar nichts mit den Spielen zu tun.” Monster, die aussehen wie Aliens. Ein Portal zu einer anderen Welt. Und am Ende läuft Christian Slater durch eine zerstörte Welt, weil die Monster gewonnen haben. “Die 2,99 Euro auf YouTube würde ich lieber verbrennen”, sagt Gordon.

BloodRayne (2005)

Die Castliste ist absurd: Kristanna Loken (die Terminatrix aus Terminator 3), Michael Madsen, Sir Ben Kingsley, Billy Zane, Michelle Rodriguez, Meat Loaf, Udo Kier. 25 Millionen Budget, 3,7 Millionen eingespielt.

Gordon hat irgendwann ein Interview mit Boll gesehen, in dem der erzählte, wie es am Set lief: Michael Madsen, angeblich stark alkoholabhängig, habe seine “Star-Allüren raushängen lassen” und Kristanna Loken die ganze Zeit angegangen – “und sie dem aber ein Schwert in die Hand drücken mussten”. Ben Kingsley? War nur einen Tag am Set, hat sein Geld kassiert und wurde nie wieder gesehen.

Postal (2007)

Der kontroverseste und gleichzeitig interessanteste Boll-Film. 15 Millionen Dollar Budget, 146.000 Dollar eingespielt – in vier Kinos. Ja, vier.

“Von den Uwe-Boll-Filmen ist das noch der interessanteste”, gibt Tobi zu. Osama bin Laden telefoniert mit George Bush, Ralf Möller taucht auf, und die Absurdität jeder einzelnen Szene lässt einen permanent fragen: “Was zum Teufel passiert hier?” Über das Spiel sagt Gordon: “Ich bin die ganze Zeit Streichholz schnippend und pissend durch die Gegend gerannt.” Tobi ergänzt: “Du kannst dich selbst mit dem Streichholz anzünden und dann die Luft pinkeln, um dich wieder zu löschen.” Das Gaming-Äquivalent von Falling Down, wie Gordon findet.

In the Name of the King: Dungeon Siege (2007)

Jason Statham, Ron Perlman, Burt Reynolds als König, Ray Liotta. Eine Besetzung, die eigentlich einen guten Film verdient hätte. Stattdessen: ein Sonntagnachmittags-RTL-Film mit Fantasy-Anstrich. “Das Set-Design war gar nicht schlecht”, räumt Tobi ein. “Aber alles andere war halt wieder kurz.”

Far Cry (2008)

Til Schweiger, Udo Kier, Ralf Möller. Gordons persönliches Trauma: “Ich habe von den weltweit 743.634 Dollar Einspielergebnis 800 Euro bezahlt.” Nicht fürs Kino – sondern weil er sich den Film runtergeladen hat und eine Abmahnung bekam. “Wir haben ihn innerhalb von 15 Sekunden angeguckt. Skip, skip, Action-Szene, skip, skip – oh, schon zu Ende.” Das sieht aus, “als ob es im Filmpark Babelsberg gedreht wurde”. Es hat natürlich null mit dem Spiel zu tun.

Uwe Boll betreibt heute ein Restaurant in Kanada. Er hat einen Doktor in Literaturwissenschaft und ist laut Gordon “extrem sympathisch” in Interviews. Er hat auch seine Filmkritiker zu Boxkämpfen herausgefordert, um sie zum Schweigen zu bringen. “Die Leute müssen die Filme ja nicht gucken”, sagt Gordon. “Es zwingt dich ja niemand dazu.”

Und dann kam noch Sonic…

Zum Zeitpunkt der Aufnahme war gerade der erste Trailer zum Sonic-Film erschienen – und das Internet hatte sich die Kinnlade nicht mehr einrenken können. “Das kann einfach nicht sein, dass man so sehr verkacken kann”, sagt Gordon. “Das sieht aus wie ein 14-jähriger Teenager in einem billigen Fellkostüm.”

Menschliche Zähne, schlaksige Beine, ein ekliges Fell-Rendering. Und Jim Carrey als Dr. Robotnik – “den dünnsten, schlaksigsten Schauspieler, um eine Kugel darzustellen”. Das Design wurde nach dem Shitstorm bekanntlich überarbeitet. Ob der Film trotzdem ein Flop wird? “Von dem, was man im Trailer gesehen hat, selbst wenn sie das Design komplett fixen, wird das trotzdem uninteressant”, prophezeit Tobi. “Die ganze Geschichte ist so unglaublich generisch.”

Spoiler für alle, die das Jahre später lesen: Die Sonic-Filme wurden ein Riesenerfolg. Wie Tobi sagt: “Die Zeit wird zeigen, was aus dem Sonic-Film wurde.” In unserem Sonic 2 Podcast besprechen wir genau das.


🎬 Wusstet ihr schon?

🎮 Bob Hoskins und John Leguizamo haben während der Dreharbeiten zu Super Mario Bros. regelmäßig getrunken, um die chaotischen Drehbedingungen zu ertragen. Hoskins brach sich dabei sogar einen Finger.

🎭 Raúl Juliá nahm die Rolle des M. Bison in Street Fighter an, obwohl er bereits an Magenkrebs litt – weil seine Kinder das Spiel liebten und ihn unbedingt als Bösewicht sehen wollten. Es wurde sein letzter Film.

💰 Mortal Kombat (1995) war der erste Videospielfilm, der die Nummer 1 der US-Kinocharts erreichte – mit einem Budget von nur 18 Millionen Dollar bei über 122 Millionen Einspielergebnis.

🇩🇪 Uwe Bolls Geschäftsmodell funktionierte dank einer deutschen Steuerlücke, die es Investoren erlaubte, 100 % ihrer Filminvestition steuerlich abzusetzen – egal ob der Film Gewinn oder Verlust machte. Das Schlupfloch wurde 2005 geschlossen.

📬 Uwe Bolls “Postal” lief in den USA in gerade mal vier Kinos und spielte 146.000 Dollar ein – bei 15 Millionen Budget. Es ist einer der größten Box-Office-Flops der Filmgeschichte.


Das war der erste Teil unserer großen Videospielverfilmungen-Retrospektive. Vor uns liegen noch die Resident-Evil-Saga, Assassin’s Creed, Warcraft und viele mehr. In Teil 2 unserer Spieleverfilmungen-Reihe geht’s weiter – mit ein paar Überraschungen und dem Film mit null Prozent auf Rotten Tomatoes.

Viel Spaß beim Hören!
Tobi & Gordon
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