I Expect You to Die – James Bond Bösewichte, Autos und Gadgets im großen Podcast-Talk
Stellt euch vor, ihr sitzt zu viert in einem Raum und streitet euch darüber, ob Gert Fröbe der beste James Bond Bösewicht aller Zeiten war. Ob BMW jemals zu 007 gepasst hat. Und ob ein Schuh mit eingebauter Giftklinge das genialste Gadget der Filmgeschichte ist. Genau das ist passiert – und ihr könnt dabei sein.
In der dritten Folge unserer epischen James Bond Reihe sitzt Tobi am Mikrofon, dazu Game Designer Dr. Stefan Blanck und ZDF-Moderator Andreas Garbe. Drei Nerds, die sich seit zwei Folgen durch das Bond-Universum arbeiten und diesmal an die Fragen ran müssen, die wirklich zählen: Wer sind die besten James Bond Bösewichte? Welches ist das beste Bond-Auto? Und braucht ein moderner Bond überhaupt noch Gadgets?
Wer die Vorgeschichte braucht: In Teil 1 unserer James Bond Reihe haben wir die Bond-Darsteller seziert, in Teil 2 ging es um die Filme im Detail. Diesmal wird es persönlich. Und laut. Und an manchen Stellen auch ziemlich albern.
“No Time to Die” – Ein Film im Tresor und das Product-Placement-Problem
Bevor es ans Eingemachte geht, muss erstmal über den Elefanten im Raum geredet werden: “No Time to Die” liegt zu dem Zeitpunkt der Aufnahme seit über einem Jahr fertig im Safe und ist noch immer nicht im Kino erschienen. Corona hat dem Release den Garaus gemacht, und was das für die Product-Placement-Partner bedeutet, ist ein eigenes Kapitel.
Stefan bringt es auf den Punkt: Die Produkte, die im Film platziert wurden – Smartphones, Laptops, die üblichen Sony-Gadgets – sind längst über ihre Lebensspanne hinaus. “Stellt euch mal vor, das Bond-Telefon, mit dem man werben wollte, gibt es gar nicht mehr zu kaufen”, rechnet er vor. “Und jetzt müssen sie Szenen neu drehen – aber nicht die spektakuläre Aston-Martin-Überschlag-Szene, sondern die Shots, wo man das Produkt sieht.” Smartphones veralten eben schneller als Aston Martins – eine Omega-Uhr hätte dieses Problem nicht.
Was Andreas dabei viel mehr fasziniert: Dass der fertige Film seit über zehn Monaten nicht geleakt wurde. Als Mann vom Fach – er war unter anderem Ersatzmoderator beim Deutschen Entwicklerpreis – weiß er, wie dicht Filmproduktionen eigentlich sind. Oder eben nicht. Stefan erinnert an den Godzilla-Trick von Roland Emmerich: Als das Monster-Design an Spielzeugfirmen ging, wurde für jede Firma eine minimale Variation eingebaut. Falls ein Leak passierte, hätte man sofort gewusst, woher er kam. Paranoid? Vielleicht. Aber auch verdammt clever.
“Ich hätte auch versucht, pro Version ein einframiges Bild reinzuschneiden – was du beim Sehen nicht merkst, aber in der Analyse sofort erkennst.” – Stefan
Tobi hingegen guckt auf die Uhr: “Ja, nach 15 Minuten Piraterie-Diskussion würde ich dann doch gerne mal mit dem James Bond Podcast anfangen.”
Deutschsprachige James Bond Bösewichte sind einfach die Besten – Stefans These
Und damit sind wir beim Herzstück dieser Folge: den James Bond Bösewichten. Stefans These ist so einfach wie provokant – die besten Bond-Villains waren deutschsprachig. Gert Fröbe als Goldfinger. Kurt Jürgens in “Der Spion, der mich liebte”. Klaus Maria Brandauer im inoffiziellen “Sag niemals nie”. “Da ist irgendwie sowas Diabolisches dabei”, sagt Stefan. “So eine Kaltschnäuzigkeit.”
An Gert Fröbe kommt man nicht vorbei – da sind sich alle drei einig. Was Fröbe so besonders macht, ist seine völlige Gelassenheit. Der Typ lässt sich von Bond nicht beeindrucken. Er hat einen Plan, er zieht ihn durch, und wenn Bond ihm sagt, wie toll der Plan ist, dann fühlt sich Goldfinger auch noch geschmeichelt dabei.
Die berühmteste Szene? Bond liegt auf dem Tisch, der Laserstrahl rückt näher, und er fragt: “Was erwarten Sie von mir?” Goldfingers Antwort: “I expect you to die.” Und er sagt das nicht verbissen oder hasserfüllt – er sagt das lapidar. Fast beiläufig. So wie man jemandem mitteilt, dass der Kaffee fertig ist. Dass dieser Mann kein Wort Englisch konnte und seine Dialogszenen komplett von Michael Collins nachsynchronisiert werden mussten, macht die Performance nur noch beeindruckender.
“Der konnte gar kein Englisch! Der hat einfach Deutsch geredet am Set, frei von der Leber weg – und die haben das alles nachher noch mal im Studio nachgesprochen.” – Stefan
Neben Goldfinger steht natürlich sein stummer Handlanger Oddjob – der Koreaner mit dem tödlichen Hut. “Der redet gar nicht”, bemerkt Andreas fasziniert. “Vielleicht zwei, drei Worte im ganzen Film.” Die Kampfszenen zwischen Bond und Oddjob bestehen nur aus Sound-Effekten. Und Oddjob ist Bond in jeder Hinsicht überlegen – körperlich sowieso. Bond kann ihn nur durch einen Trick besiegen, indem er Oddjobs eigenen Hut gegen ihn einsetzt. Ein Muster, das sich durch die gesamte Bond-Reihe zieht: Die Henchmen sind fast immer stärker als 007 selbst.
Von Elliot Carver bis Franz Sanchez – Die persönlichen Favoriten der James Bond Bösewichte
Tobi hat einen Bösewicht im Herzen, den die meisten Bond-Fans gar nicht auf dem Schirm haben: Elliot Carver aus “Der Morgen stirbt nie”, gespielt von Jonathan Pryce. “Den hatte ich auf VHS, den hab ich hundertmal geguckt”, gibt Tobi zu. “Der ist einer von diesen Leuten, dem man gerne dabei zuguckt, wie er böse ist.” Ein Medienimperium, ein Mann der Kriege anzettelt für Einschaltquoten – und am Ende wird er von seiner eigenen Todes-Maschine aufgespießt. “Wie der Imperator aus Star Wars – äh, Star Trek – nein, Star Wars natürlich!” Tobis Versprecher sorgt für einen der großen Lacher der Folge. “Gut, dass ich den Podcast schneide.”
Stefan wirft einen Bösewicht in den Ring, den vor allem Fans der härteren Bond-Ära lieben werden: Franz Sanchez aus “Lizenz zum Töten”, gespielt von Robert Davi. “Der Typ ist halt ein Drogenbaron. Der will nicht die Welt erobern oder Atomraketen irgendwohin schießen. Der will einfach Geld verdienen und wer nicht spurt, wird erschossen.” Für Stefan ist das der realistischste aller James Bond Bösewichte – kein Comic-Schurke, sondern jemand, den man sich auch im echten Leben vorstellen könnte.
Bei den neueren Filmen taucht natürlich Javier Bardems Silva aus “Skyfall” auf. “Der hat am Anfang eine richtig gute Szene”, räumt Stefan ein. Und Le Chiffre aus “Casino Royale”? Mads Mikkelsen spielt wie immer brillant, da sind sich alle einig. Aber die eigentliche Diskussion kreist um eine andere Frage: Warum bleiben so viele hochkarätige Schauspieler als Bond-Bösewichte so blass?
“Gerade diese Charakterdarsteller bleiben bei der Verkörperung des Bösewichts oftmals irgendwie so sehr zurückhaltend und blass. Es gibt selten ein paar, die hervorstechen.” – Stefan
Ein Beispiel: Yaphet Kotto in “Leben und sterben lassen” – den die meisten als Alien-Crewmitglied kennen – spielt fantastisch, wird aber am Ende durch die vielleicht schlechteste Spezialeffekt-Szene der Bond-Geschichte getötet: Er wird aufgeblasen wie ein Ballon. “Die Aufblaspuppe auf den Setfotos sah genauso bescheuert aus wie im fertigen Film”, stöhnt Tobi.
Beißer, Oddjob und Mr. Hinx – Die Handlanger, die Bond in den Schatten stellen
Ein ganzes Kapitel verdient der legendäre Beißer – Jaws, auf Deutsch auch liebevoll “der Beißer” genannt. Stefan verehrt ihn als “vorweggenommenen Darth Vader” – komplett überzogen, absolut unrealistisch, aber ikonisch. In “Der Spion, der mich liebte” wurde er einigermaßen glaubhaft eingeführt. In “Moonraker” dann – nun ja. “Moonraker ist ein Film, der gar nicht mehr ernst genommen werden kann”, sagt Stefan diplomatisch. “Als der Beißer seine Freundin kennenlernt und die beiden zusammen zur Raumstation fliegen – da muss man schon zwei Augen zudrücken.”
Passend dazu Tobis Beobachtung über Dave Bautistas Mr. Hinx aus “Spectre”: “Der wird eingeführt, indem er einfach kommt und seinen Vorgänger zu Brei schlägt. Sagt auch nichts, der redet nie. Hat das bessere Auto als Bond. Ist ihm körperlich überlegen. Ist auch kein Dummkopf. Bond ist ihm in allen Punkten unterlegen.” Dass Mr. Hinx dann doch nur durch einen Trick – Rausschmeißen aus dem fahrenden Zug – besiegt wird, ist klassisches Bond-Muster. “Ich hätte ja fast gedacht, dass der wiederkommt”, gibt Tobi zu.
Christopher Lee, Ian Flemings Cousin – und warum er fast Dr. No war
Ein Highlight des Gesprächs ist der Moment, als Stefan beiläufig fallen lässt, dass Christopher Lee der Stief-Cousin von Ian Fleming war. Stille am Mikrofon. “Ach du Scheiße, ach was!” – Tobis Reaktion spricht Bände. Tatsächlich waren Lee und Fleming über Flemings Mutter verwandt und spielten regelmäßig zusammen Golf. Fleming schlug Lee sogar für die Rolle des Dr. No im allerersten Bond-Film vor – aber da war Joseph Wiseman bereits verpflichtet. Jahre später bekam Lee dann seine Bond-Rolle als Scaramanga in “Der Mann mit dem goldenen Colt” – eine Rolle, die Stefan allerdings “ein bisschen blass” findet. “Hat man von Christopher Lee schon besseres gesehen.”
Das beste Bond-Auto? Keine Diskussion.
Beim Thema James Bond Autos herrscht seltene Einigkeit: Der Aston Martin DB5 ist und bleibt unantastbar. “Selbst wenn die Frage vor zehn Jahren gestellt worden wäre, bevor das Auto in Skyfall wieder auftauchte – die Antwort wäre die gleiche gewesen”, sagt Stefan.
Andreas hat dazu eine persönliche Geschichte: Als Kind hatte er den Corgi-Spielzeug-Aston-Martin – mit funktionierendem Schleudersitz, roten Plastik-Torpedos zum Abfeuern und einer ausfahrbaren Panzerplatte hinten. “In meiner Fantasie hatte der natürlich alles.”
Auf Platz zwei? Da wird es komplizierter. Der Lotus Esprit – im Film als U-Boot “Wet Nellie” bekannt – aus “Der Spion, der mich liebte” hat starke Karten. “Dass der auf einmal ein U-Boot ist, das hat mich als Kind echt umgehauen”, schwärmt Andreas. Auch wenn Bond dann am Strand die Seitenscheibe aufmacht und einen Fisch rauswirft. “Da killen sie es dann wieder komplett mit Slapstick.”
Tobis heimlicher Liebling? Die Citroën 2CV – die Ente aus “In tödlicher Mission”. “Die jagen am Anfang den Lotus direkt in die Luft und sagen: Scheiß auf das Spielzeug, zeig mal, wie du mit DEM Auto klarkommst.” Ein Gimmick, der gesetzt war nach dem Riesen-Auftritt des Lotus zwei Filme vorher.
Und der absolute Tiefpunkt der James Bond Autos? Da sind sich alle drei einig: die BMW-Ära. Z3, Z8, 750i – “BMW für James Bond? Das passt irgendwie gar nicht”, findet Tobi. Stefan liefert die kulturelle Erklärung: “Die Deutschen sind in Bond-Filmen die Bösen. Die Engländer haben ihre Animositäten mit uns. Und dann fahren sie plötzlich ein deutsches Auto? Bei so einem urtypischen britischen Symbol wie James Bond? Nee, das gehört sich nicht.”
“Wer James Bond cool findet, kauft sich doch kein BMW. Das ist sowas von eine konservative Karre – da musst du noch einen Aktenkoffer dazu kaufen und Lackschuhe tragen.” – Tobi
Übrigens: Der einzige Bond-Film, in dem 007 nicht selbst am Steuer sitzt? “Man lebt nur zweimal” – in Tokio ist er nur Beifahrer in einem Toyota 2000 GT, gefahren von einer japanischen Agentin. “Da wäscht er sich ja nicht mal selbst”, stellt Stefan trocken fest.
Gadgets – Zwischen KGB-Realismus und Chekhov’s Gun
Braucht James Bond Gadgets? Darüber sind die drei geteilter Meinung als bei allen anderen Themen. Stefan findet es besser, wenn weniger Gadgets auftauchen – obwohl die Filme mit vielen Gadgets historisch erfolgreicher waren. Tobi sieht Gadgets als definierendes Merkmal: “Was ist Batman ohne seinen Gürtel?”
Andreas’ Lieblingsgadget kommt von der Gegenseite: der Schuh mit der vergifteten Klinge aus “Liebesgrüße aus Moskau”. “So simpel und effektiv. Und es hat eine Anbindung ans echte Agentenleben.” Er bezieht sich auf den Mord am bulgarischen Dissidenten Georgi Markov, der 1978 in London mit einer vergifteten Regenschirmspitze ermordet wurde – eine Geschichte, die zeigt, dass die Realität manchmal genau so absurd ist wie ein Bond-Film.
Tobi gräbt derweil echte KGB-Gadgets aus einem Museum aus: Eine 4,5mm Lippenstift-Pistole von 1965 – tatsächlich an einem US-Checkpoint in West-Berlin entdeckt. Schrauben mit versteckten Geheim-Nachrichten. Aktenkoffer mit eingebauter AK-47. “Das gab’s halt wirklich! Das ist tatsächlich KGB-Equipment!”
Stefans liebstes Gadget-Moment stammt aus “Sag niemals nie”: Connery drückt einem Türsteher in einem Casino eine vermeintliche Bombe in die Hand, sperrt ihn in eine Besenkammer, und der arme Kerl schwitzt die gesamte Casino-Szene lang vor Angst. Am Ende kommt Bond zurück, nimmt das Ding, geht raus – und es war gar nichts. “Das passt total zu dem Sag-niemals-nie-Connery, der da übertrieben cool ist.”
Eine kluge Beobachtung von Stefan zur Rolle des Q-Labors: “Es wird nicht nur das Gadget gezeigt, sondern eine ganze Abteilung drumherum gesponnen. Der Quartermaster verteilt die Sachen und ist immer grummelig, wenn er sie kaputt zurückbekommt. Das hebt die Gadgets auf eine ganz andere erzählerische Stufe.”
Der mysteriöse Rotwein-Typ – Ein Bond-Easter-Egg, das niemand kennt
Stefan hat einen Geheimtipp für alle Bond-Fans: In drei aufeinanderfolgenden Filmen – “Der Spion, der mich liebte”, “Moonraker” und “In tödlicher Mission” – taucht für jeweils zwei bis drei Sekunden die gleiche Person auf. Ein Mann mit einem Glas Rotwein, der fassungslos ins Glas starrt, während Bond gerade eine absurde Actionszene abzieht.
Am Strand, als der Lotus Esprit aus dem Wasser fährt. Auf dem Markusplatz in Venedig, als Bond mit der Gondel über den Platz rast. In einer Skihütte, als Bond über die Dächer springt. Immer der gleiche Typ, immer das gleiche verdutzte Gesicht.
“Ich hab vor 20 Jahren im Ian-Fleming-Fandom-Forum gefragt, wer das ist. Drei Wochen konnte mir niemand antworten – nicht mal die größten Fans”, erzählt Stefan. “Irgendwann kam einer und meinte, das war der dritte Produktionsassistent.” Ein Running Gag, der sich über drei Filme zieht und den fast niemand bemerkt hat.
Der 40-jährige Rechtsstreit – Warum wir Blofeld und SPECTRE jahrzehntelang nicht sehen durften
Den Abschluss der Folge bildet ein Thema, das Stefan am Herzen liegt: die rechtlichen Verstrickungen, die James Bond seit den 50er Jahren begleiten. Warum tauchte Blofeld nicht in “Ein Quantum Trost” auf? Warum hieß die Geheimorganisation dort nicht SPECTRE, sondern “Quantum”? Die Antwort liegt in einem 40-jährigen Rechtsstreit.
Die Kurzversion: Ian Fleming schrieb Casino Royale 1952 und veräußerte die Filmrechte früh. Für spätere Romane arbeitete er mit dem Produzenten Kevin McClory und dem Drehbuchautoren Jack Whittingham an einem Filmkonzept – zehn Drehbuchfassungen entstanden, die letzten bekannt als die “McClory Scripts”. Als Fleming die gemeinsam entwickelten Ideen ohne die beiden anderen als Roman “Thunderball” veröffentlichte, zog McClory vor Gericht.
1963 einigten sie sich: McClory bekam die Filmrechte an Feuerball und durfte den Film nach zehn Jahren erneut verfilmen – woraus “Sag niemals nie” mit Sean Connery entstand. Und die Figuren Blofeld und SPECTRE? Die gehörten rechtlich zu McClory, nicht zu Eon Productions. Deshalb mussten die Bond-Macher jahrzehntelang ohne ihren ikonischsten James Bond Bösewicht und seine Organisation auskommen. Erst 2013 wurde der Rechtsstreit endgültig beigelegt – woraufhin SPECTRE prompt im gleichnamigen Film von 2015 zurückkehrte.
“Eigentlich hätte es da schon viel früher viel cooler inszeniert werden können”, seufzt Tobi. Stattdessen kam in “For Your Eyes Only” sogar ein Seitenhieb: In der Pre-Title-Sequence wird Blofeld – im Rollstuhl, ohne je beim Namen genannt zu werden – von Bond in einen Schornstein geworfen. Die Botschaft an McClory: Wir brauchen euren Bösewicht nicht.
Nebenbei erzählt Stefan noch, wie Harry Saltzman – ein in England lebender Kanadier, der vorher einen Zirkus geleitet hatte – für 100.000 Pfund eine Drei-Monats-Option auf Flemings Filmrechte kaufte, ohne das Geld für eine Produktion zu haben. Wie Fleming fassungslos war, dass jemand tatsächlich zahlte. Und wie Albert Broccoli dann mit seinen Hollywood-Kontakten zu United Artists dazustieß und die beiden die legendären Firmen Eon Productions und Danjaq gründeten – letztere benannt nach ihren Ehefrauen Dana und Jacqueline.
“Gut, dass sie keine Popgruppe namens Broccoli in Salt gegründet haben.” – Stefan
🎲 Wusstet ihr schon?
🎥 Gert Fröbe sprach kein ausreichendes Englisch für seine Rolle als Goldfinger. Sämtliche englischen Dialogszenen wurden nachträglich von dem britischen Schauspieler Michael Collins nachsynchronisiert.
🎭 Christopher Lee war der Stief-Cousin von Ian Fleming – nicht sein Neffe, wie oft behauptet. Fleming schlug Lee sogar für die Rolle des Dr. No vor, aber Joseph Wiseman war bereits unter Vertrag.
☂️ Der im Podcast erwähnte Regenschirm-Mord betraf den bulgarischen Dissidenten Georgi Markov, der 1978 in London mit einer mit Rizin vergifteten Regenschirmspitze ermordet wurde – ein Auftragsmord des bulgarischen Geheimdienstes mit Unterstützung des KGB.
💄 Die KGB-Lippenstift-Pistole (“Kiss of Death”) war tatsächlich real: eine 4,5mm Einschuss-Waffe, getarnt als Kosmetik-Tube, die 1965 an einem US-Checkpoint in West-Berlin entdeckt wurde.
🏷️ Der Name “Danjaq” – die Holding hinter den Bond-Filmen – setzt sich zusammen aus Dana (Albert Broccolis Ehefrau) und Jacqueline (Harry Saltzmans Ehefrau).
Dies ist Teil 3 einer 7-teiligen James Bond Reihe im Videogamecast. In Teil 1 ging es um die Darsteller und das Phänomen 007, in Teil 2 um die Filme. In Teil 4 hat Deutschlands 007-Experte Danny Morgenstern seine Fakten ausgepackt. In den Teilen 5 und 6 wurden alle James Bond Spiele von den Anfängen bis zur Zukunft durchgespielt, und im großen Finale – Teil 007 – wird der emotionalste Bond-Film aller Zeiten besprochen: Keine Zeit zu sterben.
Viel Spaß beim Hören!
Tobi & Gordon
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