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Die James Bond Reihe Teil 4 – Deutschlands 007-Experte verrät geheimes Bond-Wissen

Deutschlands 007-Experte packt aus – James Bond Fakten, die selbst Hardcore-Fans überraschen

Was passiert, wenn sich ein promovierter Game Designer, ein James Bond Buchautor und ein Podcast-Host zusammensetzen – und der vierte Mann fehlt? Tobi hat für diese Folge Sendepause, dafür sitzt am Mikrofon jemand, der morgens aufsteht und erstmal vier Bond-Filme guckt, bevor er frühstückt. Zumindest behauptet er das.

In der vierten Folge der James Bond Reihe begrüßt Gordon die beiden Gäste Dr. Stefan Blanck und – erstmals dabei – Danny Morgenstern. Danny ist Deutschlands wohl bekanntester James Bond Experte, Autor von über einem Dutzend Bond-Büchern (darunter das kultische “Unnützes James Bond Wissen” mit über 2.500 James Bond Fakten), Tanzlehrer, Knigge-Coach und nebenbei noch Horrorautor. Eine Kombination, die man sich nicht ausdenken kann.

Wer die Vorgeschichte braucht: In Teil 1 haben wir die Bond-Darsteller durchleuchtet, in Teil 2 die Filme, in Teil 3 die besten James Bond Bösewichte, Autos und Gadgets. Diesmal wird es persönlich – und absurd. Von Vaseline auf dem Set bis zu Mark Wahlbergs dritter Brustwarze.


“My name is Llewelyn. Keep it in your mind.” – Wie Danny den echten Q traf

Danny Morgensterns Weg in die Bond-Welt begann 1989 – mit zehn Jahren, von der eigenen Mutter ins Kino geschmuggelt, obwohl “Lizenz zum Töten” ab 16 war. Zweimal. Sein Opa hatte ihm schon vorher “Leben und sterben lassen” auf VHS aufgenommen, und ab dem Moment war es um ihn geschehen. Für verschiedene Zeitungen schrieb er als Teenager über Bond, bekam Presseausweise für Premieren und interviewte irgendwann Pierce Brosnan in Berlin – kurz vor dem Abitur.

Aber die beste Geschichte handelt von Desmond Llewelyn, dem legendären Q aus 17 Bond-Filmen. Danny erzählt, wie er 1998 zu einer Ausstellung fuhr – einen Tag zu spät. Die Pressekonferenz war vorbei. Aber als die Tür aufging, stand da Llewelyn. Ganz allein. 30 Minuten wanderte Danny mit dem Mann durch die Ausstellung, hörte ihm zu, prägte sich jedes Wort ein – und sprach seinen Namen die ganze Zeit falsch aus.

“Ganz am Ende haben wir uns verabschiedet. Er sagte: My name is Llewelyn. Keep it in your mind.” – Danny

Ein Jahr später starb Desmond Llewelyn bei einem Autounfall. Er wurde 85 Jahre alt.

Was Danny bei diesem Treffen erfuhr, widerspricht der offiziellen Geschichtsschreibung: In allen Quellen heißt es, Llewelyn sei bei “Leben und sterben lassen” nicht dabei gewesen, weil er die Promotour für “Diamantenfieber” machte. Llewelyn selbst sagte Danny, er habe sich mit den Produzenten nicht einig werden können. “Das klingt für mich viel plausibler”, sagt Danny, “als dass eine so wichtige Rolle nur wegen einer Promotour nicht besetzt wird.” Eine Aussage, die er bis heute nirgendwo anders bestätigt finden konnte – aber die direkt aus dem Mund des Mannes stammt, der Q war.


450 Seiten unnützes Bond-Wissen – Und warum Danny trotzdem bei Jörg Pilawa verlor

Wie wird man Deutschlands führender James Bond Experte? Indem man jahrelang Fun Facts in eine Datei schiebt und irgendwann feststellt, dass man 200 Seiten beisammen hat. “Unnützes James Bond Wissen” war geboren – 450 Seiten, die erste Auflage mit 3.000 Exemplaren in kürzester Zeit ausverkauft.

Danny erzählt, wie das Buch eigentlich zum Kinostart von “No Time to Die” erscheinen sollte. Corona schob den Film, Danny schob das Buch mit. Dann schob sich der Film noch mal. “Irgendwann habe ich gesagt: Wir gehen das Risiko ein und lassen es vor Weihnachten erscheinen.” Kluge Entscheidung – die Konkurrenz hatte ihre Bond-Bücher zusammen mit dem Film verschoben, Danny war allein auf dem Markt.

Und dann gibt es da noch die Sache mit Jörg Pilawa. Danny saß in “Hätten Sie es gewusst?” im ZDF, schaffte es bis zur letzten Frage – und scheiterte am Pokerblatt. “Ich hab gesagt Royal Flush. Aber James Bond gewinnt in Casino Royale mit einem Straight Flush.” 7.777 Euro futsch. “Aber man hat mir hinterher gesagt, ich hätte das Geld sowieso versteuern müssen. Bei Wissensquiz-Gewinnen ist Wissen mit Arbeit verbunden – das ist steuerpflichtig.”

“Ich hätte ja nie gedacht, dass ich von James Bond irgendwann mal leben könnte. Aber tatsächlich kann ich mittlerweile Gott sei Dank davon leben. Nicht in Saus und Braus – aber ich kann in den Laden gehen und mir das zu essen kaufen, was ich möchte.” – Danny


“Tomorrow Never Dies” – Der berühmteste Tippfehler der Filmgeschichte

Stefan und Danny kommen auf einen der überraschendsten James Bond Fakten zu sprechen: Der Filmtitel “Tomorrow Never Dies” war ein Versehen. Eigentlich sollte der Film “Tomorrow Never Lies” heißen – “Das Morgen lügt nie”, eine Anspielung auf Elliot Carvers Zeitung “Tomorrow”. Ein verschmiertes Fax, das von der Produktion nach Hollywood geschickt wurde, machte aus “Lies” ein “Dies”. Und weil “Tomorrow Never Dies” irgendwie auch ganz gut klang, blieb es dabei.

Was die deutsche Übersetzung “Der Morgen stirbt nie” daraus macht, treibt Gordon in den Wahnsinn: “Das hat überhaupt nichts mit dem Inhalt des Films zu tun! Es müsste heißen: Das Morgen stirbt nie – oder besser noch: Die Zeitung Morgen stirbt nie. Aber das versteht doch keiner!”

Nebenbei wirft Danny noch einen weiteren Fakt ein: Anthony Hopkins war ursprünglich für die Rolle des Elliot Carver gecastet. Er unterschrieb sogar. Aber als Drehbuchautor Bruce Feirstein das Script überarbeitete, gefiel Hopkins die neue Version nicht – und stieg aus. So bekam Jonathan Pryce die Rolle.


Scaramangas dritte Brustwarze – Ein Anruf bei der Charité

Für sein Buch “James Bond für Besserwisser” ging Danny bis an die Grenzen journalistischer Recherche: Er rief bei der Berliner Charité an und sagte, er brauche einen Experten für Brustwarzen. “Die waren natürlich erstmal irritiert.” Aber nach einer halben Stunde mit einem Arzt am Telefon hatte er die Antwort: Ja, zusätzliche Brustwarzen (medizinisch: Polythelie) sind möglich – aber nur entlang der sogenannten Milchleiste. Und genau da haben die Maskenbildner bei Scaramanga in “Der Mann mit dem goldenen Colt” die dritte Warze hingeklebt? Nein. An eine Stelle, wo anatomisch gar keine Milchleiste verlaufen kann.

“Und Mark Wahlberg hat tatsächlich drei Brustwarzen”, schiebt Danny hinterher. “Der ist Scaramanga also näher als manch einer.”

Stefan kontert mit Halle Berry und der Frage nach Polydaktylie – der medizinische Begriff für zusätzliche Finger oder Zehen. Im Podcast wird behauptet, Berry habe sechs Zehen an jedem Fuß. Tatsächlich ist das ein hartnäckiges Gerücht, das Berry selbst mehrfach dementiert hat.


Sean Connerys Toupet, Maurice Binders Vaseline und der verkehrt herum angezogene Badeanzug

Die absurdesten James Bond Fakten kommen am Ende des Gesprächs in schneller Folge. Danny enthüllt, dass Sean Connery in seinen Bond-Filmen Toupets trug – und zwar vermutlich schon ab Dr. No. “Es gibt Nahaufnahmen, wo man sieht, wie das Toupet schlecht an der Stirn klebt.” Auf die Frage, ob seine berühmten Brusthaare wenigstens echt waren: “Die waren echt. Das ist schon mal wichtig.”

Dann die Geschichte mit Maurice Binder, dem Gestalter der legendären Bond-Titelsequenzen. Binder bestand darauf, dass die Frauen in seinen Vorspannsequenzen nackt waren. Allerdings wollte er keine Schamhaare im Bild sehen – und da es 1962 undenkbar war, dass sich Frauen rasierten, besorgte er Vaseline und strich die Haare damit glatt.

Und das Filmplakat von “In tödlicher Mission”? Das mit der breitbeinigen Frau im blauen Badeanzug? Der Badeanzug bedeckte zu viel Hintern. Die Lösung der Produktion: Die Darstellerin Joyce Bartle trug ihn einfach verkehrt herum. “Was hat man damals gelacht”, sagt Danny trocken.


Bond als Vater, Barbara Broccoli als Chefin – und Braunschweig wird Bondschweig

Danny kann auch Insider-Wissen: Aus Kreisen, die am Set von “No Time to Die” waren, hat er erfahren, dass James Bond in dem Film Vater wird. “Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Mädchen”, sagt er in bester Entbindungsstation-Manier. Zum Zeitpunkt der Aufnahme – der Film lag noch immer Corona-bedingt im Tresor – war das eine echte Enthüllung.

Und dann gibt es noch Dannys Lebenswerk abseits der Bücher: In Braunschweig organisiert er seit Jahren die Veranstaltung “Mission Bond” – ein Event, bei dem alte Bond-Filme auf Deutschlands größter Innenleinwand gezeigt werden, Schauspieler aus den Filmen zum Talk eingeladen werden und Danny zwischendurch Bond-Wissen zum Besten gibt. “Braunschweig wird Bondschweig”, fasst er zusammen. Bis zu 1.300 Zuschauer kommen ins Astor Kino. Gewinn macht die Veranstaltung nie – aber sie verkauft Bücher. “Das ist so von hinten durch den Rücken”, gibt Danny grinsend zu.

Über Barbara Broccoli hat Danny nur Positives gehört. Brigitte Millar, die in “Spectre” und “No Time to Die” mitspielte, schwärmt von ihr. Selbst Broccolis persönlicher Fahrer hatte nur Gutes zu berichten. Nur die Anwälte – die sind ein eigenes Kapitel. Als Danny eine James Bond Convention in Braunschweig plante und sich die Domain jamesbondcon.de sicherte, kam prompt Post aus Berlin: Vielen Dank für das tolle Projekt. Aber bitte geben Sie uns sofort die Internetseite. Danny tat es ohne Widerstand. “Ich will einfach keinen Stress mit den Leuten. Ich habe ja meinen Spaß mit James Bond.”


Die Darstellung der Frauen – Von Pussy Galore bis zur modernen Bond-Ära

Ein heikles, aber wichtiges Thema, das Gordon anschneidet: Wie haben sich die weiblichen Rollen in Bond-Filmen verändert? Danny liefert den Kontext zur berüchtigtsten Namensgebung: Pussy Galore stammt direkt aus Ian Flemings Roman – und “Galore” ist tatsächlich Slang für “schmutzig”. Die Produktion wollte den Namen ändern, vielleicht in “Kitty Galore”. Aber dann erschien Honor Blackman mit einem britischen Monarchen auf einem Foto, und die Zeitungsschlagzeile lautete “Pussy und der Prinz”. Danach gab es kein Zurück mehr.

Stefan macht eine kluge Beobachtung: Seit “In tödlicher Mission” haben die weiblichen Charaktere eine deutlich zentralere Rolle. “Der ganze Film dreht sich nur darum, dass sie Rache nehmen möchte. James Bond ist da ein bisschen reingestolpert.” Bei den Timothy Dalton Filmen wurde das noch verstärkt, und seit Daniel Craig sind die Bond-Frauen eigenständige Figuren mit Substanz. “Man darf jetzt nicht die Überheblichkeit besitzen, aus 2021 heraus zu sagen, was das für Höhlenmenschen damals waren”, mahnt Gordon. “Das war halt normal. Die Frau war zu Hause, der Mann auf Arbeit.”


Albert Broccoli und die Suite in Las Vegas – Wenn der Chef sich kümmert

Zum Schluss ein Moment, der den Menschen hinter dem Bond-Imperium zeigt: Danny erzählt, wie Drehbuchautor Tom Mankiewicz bei den Dreharbeiten zu “Diamantenfieber” in Las Vegas nur 1.200 Dollar pro Woche verdiente – und in einem normalen Hotelzimmer untergebracht war. Als Produzent Albert “Cubby” Broccoli das erfuhr, ordnete er sofort an: “Gebt dem Autor gefälligst eine Suite!” Der zuständige Mitarbeiter wandte ein, die Suite koste mehr als Mankiewicz pro Woche verdiene. Broccoli war es egal. Der Autor wohnte wochenlang in der Suite.

“Er hat immer dafür gesorgt, dass es seinen Mitarbeitenden sehr gut geht.” – Danny über Albert Broccoli


🎲 Wusstet ihr schon?

🎬 Der Filmtitel “Tomorrow Never Dies” entstand durch einen Tippfehler. Eigentlich sollte der Film “Tomorrow Never Lies” heißen – eine Anspielung auf Elliot Carvers Zeitung “Tomorrow”. Ein verschmiertes Fax machte aus “Lies” ein “Dies”.

🎭 Anthony Hopkins war für die Rolle des Elliot Carver in “Der Morgen stirbt nie” gecastet und hatte sogar unterschrieben. Nach einer Drehbuch-Überarbeitung stieg er aus – und Jonathan Pryce übernahm.

☠️ Desmond Llewelyn (Q) spielte den Waffenmeister in 17 Bond-Filmen über 36 Jahre. Er starb am 19. Dezember 1999 bei einem Autounfall in East Sussex – nur wenige Wochen nach seinem letzten Auftritt in “Die Welt ist nicht genug”.

💇 Sean Connery trug in seinen Bond-Filmen Toupets – vermutlich schon ab “Dr. No”. In HD-Versionen kann man erkennen, wie das Haarteil an der Stirn klebt.

🏊 Das Filmplakat von “In tödlicher Mission” zeigt die Darstellerin Joyce Bartle mit verkehrt herum angezogenem Badeanzug – weil das Original zu viel Hintern bedeckte.


Dies ist Teil 4 einer 7-teiligen James Bond Reihe im Videogamecast. In Teil 1 ging es um die Darsteller und das Phänomen 007, in Teil 2 um die Filme, in Teil 3 um die James Bond Bösewichte, Autos und Gadgets. In den Teilen 5 und 6 wurden alle James Bond Spiele von den Anfängen bis zur Zukunft durchgespielt, und im großen Finale – Teil 007 – wird der emotionalste Bond-Film aller Zeiten besprochen: Keine Zeit zu sterben.



Viel Spaß beim Hören!
Tobi & Gordon
Trefft uns auf unserem Discord-Server: discord.videogamecast.de
Schaut uns live zu auf Twitch: twitch.tv/videogamecast

5 Kommentare

  1. Martin Martin

    ICH EMPFEHLE ÜBRIGENS JEDEM (AUCH EUCH DANN =)) DER MANCEH BONDS ZU ÜBERTRIEBEN FINDET USW – GEBT EUCH „KOBRA ÜBERBNEHMEN SIE“ – IST DIE FERNSEHSERIE AUS DER DANN DIE „MISSION IMPOSSIBLE“ FILME WURDEN Oo

    DIE HABEN ZWAR AICH GADGES A-B-E-R (!) DAS BESONDERE AN „KOBRA ÜBERNEHMEN SIE“ WAR EBEN DASS DIE WIRKLICH EVRSUCHT HABEN AGENTEN „REALISTISCH“ DAR ZU STELLEN (ALSO SO DASS DAS ALLES AUCH WIRKLICH SO ABLAUFEN KÖNNTE Oo)
    UND FÜR DIE „STAR TREK“ FANS : ES SPIELT UNETR ANDEREM LEONARD NIMOY ALS GEHEIMAGENT MIT 😉
    DAS SCHÖNE IST: DIE DVD VERSIONEN VON „KOBRA ÜBERNEHMEN SIE“ KRIEGT MAN SCHON EINZELN FÜR JE 3 – 4 EURO ! Oo EINZELN HEISST: EINE STAFFEL KOSTET DA EBEN 3 – 4 EURO – MANCHMAL AUCH MEHR ABER MEIST UM 10 EURO RUM – ALSO: ABSOLUT ERSCHWINGLICH !

    LEIDER HALT DVD UND KEIN BLUE RAY
    ES GIBT AUCH DEN EIN ODER ANDERREN DARSTELLER AUS „STAR TREK“ ODER AUCH AUS BONDFILMEN DER DA NEN GASTAUFTRITT HAT Oo

    ÜBRIGENS NOCH ZU DEM „ECHTE GADGES AUS DEM „KALTEN KRIEG“ ZEIGEN“: IHR KÖNNT EUCH AUCH EINFACH DIE BLUE RAY VOM ALLERERSTEN „MISSION IMPOSSIBLE“ FILM MIT TOM CRUISE VON 1996 HOLREN – DA IST BEIM BONUS MATERIAL EINE FÜHRUNG DURCH DAS INTERANTIONALE SPIONAGE MUSEUM 😉

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